Terroranschlag fordert mindestens 22 Tote
Bei einer Explosion auf einem Popkonzert der US-Sängerin Ariana Grande sind im britischen Manchester am Montagabend mindestens 22 Menschen ums Leben gekommen. Fast 60 weitere Personen wurden verletzt. Das teilte die Polizei am frühen Dienstagmorgen mit.
Bei einer Explosion auf einem Popkonzert der US-Sängerin Ariana Grande sind im britischen Manchester am Montagabend mindestens 22 Menschen ums Leben gekommen. Fast 60 weitere Personen wurden verletzt. Das teilte die Polizei am frühen Dienstagmorgen mit.
Das Wichtigste in Kürze:
- Mittlerweile sind 22 Personen verstorben
- Die Behörden sprechen von einem Terroranschlag
- Sängerin Ariana Grande ist erschüttert und sagt vorläufig Konzerte ab
- In Grossbritannien wird der Wahlkampf ausgesetzt
- Täter soll bei Explosion gestorben sein
Der Angriff auf ein Popkonzert in Manchester war ein Anschlag. Der männliche Einzeltäter sei bei der Explosion ums Leben gekommen, sagte Polizeichef Ian Hopkins am Dienstag. Sie gehe beim Angriff von einem Einzeltäter aus. «Am wichtigsten ist es, jetzt herauszufinden, ob er alleine handelte oder als Teil eines Netzwerks.»
Berichte über Schweizer Opfer liegen derzeit nicht vor. Entsprechende Abklärungen seien im Gang, teilte das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) auf Anfrage mit. Die Schweizer Vertretung vor Ort stehe in Kontakt mit den britischen Behörden.
Der Sender BBC berichtete, Experten zur Terrorbekämpfung hätten bereits Kontakt mit dem Innenministerium in London aufgenommen. Auch Sprengstoffspezialisten waren im Einsatz.
In der betroffenen Manchester Arena, einer Multifunktionshalle, hatte die US-Schauspielerin und Sängerin ein Konzert gegeben. Zeugen berichteten von einem Knall nach dem letzten Song gegen 22.30 Uhr Ortszeit. Rund um die Arena zogen bewaffnete und maskierte Polizisten auf. Der unmittelbar neben der Halle liegende Bahnhof Manchester Victoria wurde gesperrt.
US-Sängerin Ariana Grande, auf deren Konzert sich die verheerende Explosion ereignete, zeigte sich nach Ereignis in Manchester «am Boden zerstört». «Aus tiefstem Herzen: Es tut mir so leid. Mir fehlen die Worte», schrieb die 23-Jährige am Dienstagmorgen auf Twitter.
Genauer Hergang unklar
Nach Angaben der Polizei ereignete sich die Explosion im Foyer. Der Veranstalter sprach von einer Explosion in einem öffentlichen Raum ausserhalb der eigentlichen Konzerthalle. Die Ursache war zunächst unklar. Die Spekulationen darüber reichten von einem Terroranschlag bis hin zu geplatzten Gasballons.
Die Polizei forderte die Menschen via Kurznachrichtendienst Twitter auf, sich aus der Gegend um die Manchester Arena fernzuhalten. Rettungswagen rasten zur Halle. Helikopter kreisten über dem Areal. Notfalldienste und Feuerwehr baten die Bevölkerung über Twitter, sie wegen des Einsatzes nur bei lebensbedrohlichen Angelegenheiten zu kontaktieren.
In der Konzerthalle, die bis zu 21'000 Besuchern Platz bietet, spielten sich nach der Explosion dramatische Szenen ab. «Der Knall hallte durch das Foyer der Arena und die Leute fingen an zu laufen», berichtete ein 17-Jähriger, der mit seiner zwei Jahre älteren Schwester das Popkonzert besucht hatte. «Ich sah, wie die Leute schreiend in eine Richtung rannten und sich plötzlich viele umdrehten und wieder in die andere Richtung liefen», sagte der Jugendliche dem Nachrichtensender Sky News.
Überall Panik
Andere Augenzeugen berichteten von Menschen, die blutüberströmt auf dem Boden lagen. Auf Bildern waren Konzertbesucher mit Beinverletzungen zu sehen. Menschen flohen in Panik und mit Tränen in den Augen aus der Halle, wie Augenzeugen in britischen Medien berichteten. Das Konzert der angesagten Sängerin hatten besonders viele Kinder und Jugendliche besucht. Anwohner boten den Betroffenen Unterschlupf an.
«Zuerst dachten wir, dass einer der riesigen Gasballons auf dem Konzert geplatzt sei. Aber als wir draussen waren, sahen wir, dass es etwas Ernsteres gewesen sein muss», zitierte der britische Nachrichtensender Sky News eine Besucherin.
Eine Konzertbesucherin berichtete der BBC, sie sei von Polizisten aufgefordert worden wegzurennen, nachdem sie die Halle verlassen habe. Per Alarmaufruf sei das Publikum aufgefordert worden, Ruhe zu bewahren, aber so schnell wie möglich hinauszukommen.
Nach der Explosion bei einem Popkonzert haben Grossbritanniens Parteien den Wahlkampf bis auf weiteres unterbrochen. Labour-Chef und Oppositionsführer Jeremy Corbyn sagte, er habe dies Premierministerin Theresa May abgesprochen und sich mit ihr darauf geeinigt.
May - die Vorsitzende der konservativen Tories - hat für Dienstagmorgen eine Sitzung des Sicherheitskabinetts der Regierung einberufen.
Der Chef der Liberaldemokraten, Tim Farron, sagte einen Wahlkampfauftritt in Gibraltar ab, die Schottische Nationalpartei SNP verschob die für Dienstag geplante Vorstellung ihres Wahlprogramms.
In Grossbritannien wird am 8. Juni gewählt. Bei der Explosion bei einem Konzert der US-Sängerin Ariana Grande kamen mindestens 19 Menschen ums Leben. Die Ermittler stuften den Vorfall in der Manchester Arena vorerst als «terroristischen» Akt ein.
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