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Grosser Taxi(t)rubel an Silvester

Am Sonntag darf auf den Start ins neue Jahr angestossen werden. Viele Menschen machen das an einem der diversen Silvesteranlässe in Chur. Besonders gefordert sind darum auch die Taxiunternehmen.

30.12.17 - 04:30 Uhr
Wirtschaft
Gutes Geschäft beim Jahreswechsel: Für die Churer Taxibetriebe ist die Silvesternacht sehr wichtig.
Gutes Geschäft beim Jahreswechsel: Für die Churer Taxibetriebe ist die Silvesternacht sehr wichtig.
YANIK BÜRKLI

An Silvester gehört es bei vielen Leuten dazu, zusammen mit Familie und Freunden auf das neue Jahr anzustossen. Ein Grossteil der Menschen lässt dabei Vernunft walten und lässt das Auto in weiser Voraussicht auf den bevorstehenden Alkoholkonsum zu Hause stehen. Stattdessen greifen darum viele auf ein Taxi zurück. Die Silvesternacht bedeutet somit für Taxiunternehmen der Ausnahmezustand.

Grösstmögliches Taxiaufgebot

Toni Curdin Foppa, der Geschäftsführer der grössten Churer Taxiunternehmung Taxi 24, erklärt auf die Bedeutung von Silvester für die Taxibranche angesprochen: «Die Silvesternacht ist zusammen mit der Schlagerparade die ertragreichste des Jahres.» Man sei darum mit ungefähr 17 Taxis im Einsatz und zusätzlich seien auch noch einige Shuttlebusse unterwegs. Filomena Mary Abeyesekere-Rosamilia, eine der Geschäftsführer von Rosamilia Taxi, meint gar: «Der Silvesterabend ist für uns sehr, sehr wichtig. Für mich könnte jedes Wochenende Silvester sein.» Dementsprechend werde man mit acht statt wie im normalen Nachtdienst mit zwei Taxis im Einsatz stehen. Ähnlich tönt es auch bei Taxi Pino: «Wir versuchen so viele Taxis wie möglich einzusetzen», sagt Geschäftsführer Vincenzo Granatalla. Konkret bedeute dies, dass insgesamt elf Taxis des Unternehmens unterwegs sein werden. Zum Vergleich: An normalen Wochentagen sind ungefähr vier und in den Nächten von Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag etwa sieben oder acht Taxis unterwegs.

Granatalla empfiehlt aber trotz der Taxiarmada, welche in der Region Chur unterwegs sein wird, vor allem Kunden, welche ein Taxi zu einer ganz bestimmten Zeit benötigen würden, dieses vorher zu reservieren. Er denkt dabei beispielsweise an Leute, die in einer Bäckerei oder in einem Hotel arbeiten müssen. 

Ein Vielfaches an Anrufen

Denn trotz der vielen Taxis, welche bei allen Unternehmen im Einsatz sind, könne man wahrscheinlich nicht ganz alle Kunden bedienen. So sagt auch Rosamilia: «Wir haben sogar schon vor Weihnachten Reservationen für Fahrten in der Silvesternacht erhalten.» Und Foppa rechnet vor: «An einem normalen Arbeitstag bekommen wir von sechs Uhr morgens bis sechs Uhr abends etwa 220 Aufträge.» In der Silvesternacht sei es hingegen gut möglich, dass man in einer ähnlichen Zeitspanne 600 bis 700 Anrufe bekomme.

Um diese Anruferflut zu bewältigen, stehen bei Taxi 24 in der morgigen Nacht in der Zentrale darum gleich drei Personen im Einsatz, während ansonsten eine oder an ereignisreichen Wochenenden zwei Personen die Zentrale besetzen. Den Stammkunden werde man ausserdem per SMS eine Nummer zukommen lassen, die auch erreichbar ist, wenn die Hauptnummer überlastet sein sollte. Auch ansonsten hätten Stammkunden in solchen Nächten für Foppa Priorität, wie er klar festhält: «Wenn wir in der Silvesternacht das Telefon ausschalten würden, dann könnten wir sicher mehr Umsatz machen.» So komme es häufig vor, dass die Taxis an Kunden vorbeifahren, die einen weiteren Weg hätten, um zu den Stammkunden zu gelangen.

Bei Rosamilia Taxi wird die Zentrale zwar nicht personell verstärkt, aber in der Silvesternacht wird Rosamilia höchstpersönlich in der Zentrale im Einsatz sein und dafür sorgen, dass die richtigen Taxis an den richtigen Ort geschickt werden.

Schneefall nicht erwünscht

Auf einen möglichen Schneefall in der Silvesternacht angesprochen, sind die Reaktionen der Taxiunternehmen unterschiedlich. So sagt Foppa: «Bei Schneefall haben wir vor allem vor Mitternacht mehr Kunden, weil dann viele bereits mit dem Taxi in den Ausgang oder zu Freunden oder Verwandten gefahren werden wollen.» Granatella hingegen sieht gerade im Hinblick auf eine Nacht mit so guter Auslastung wie Silvester im Schnee ein klares Feindbild: «Wenn es an einem normalen Tag schneit, dann haben wir sicher mehr Kunden. Aber wenn es in der Silvesternacht schneit, dann ist das Taxiunternehmen schädlich, weil wir bei schlechtem Strassenzustand nur langsam vorankommen und im schlimmsten Fall sogar Ketten montieren müssen.»

Ein noch schlimmeres Szenario erlebte im letzten Jahr an Silvester Foppa: «Wir hatten in der Silvesternacht während zwei Stunden einen Telefonausfall». Dies genau zwischen ein und drei Uhr nachts, wo viele Kunden sich auf den Heimweg machen wollten.

Patrick Kuoni ist Redaktor bei Südostschweiz Print/Online. Er berichtet über Geschehnisse aus dem Kanton Graubünden. Der Schwerpunkt seiner Berichterstattung liegt auf den Themenbereichen Politik, Wirtschaft und Tourismus. Wenn er nicht an einer Geschichte schreibt, ist er als einer der Tagesverantwortlichen für die Zeitung «Südostschweiz» tätig. Patrick Kuoni ist in Igis (heutige Gemeinde Landquart) aufgewachsen und seit April 2018 fester Teil der Medienfamilie Südostschweiz. Mehr Infos

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Info an den Stadtrat: Dass Taxis in der Alexanderstrasse zunehmend bald bis zum Alexanderplatz hoch auf dem Trottoir parkieren wie die Sardinen, teils mit eingeschalteten Scheinwerfern (die die Trottoir-Passanten tendenziell frontal blenden) und mit eingeschaltetem Motor, finde ich nicht nur gesetzeswidrig sondern ungesund.

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