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Prophezeien Vögel einen strengen Winter?

Vögel machen sich derzeit in der Südostschweiz geradezu über das Futter in Vogelhäuschen her. Ob dies ein Vorzeichen für einen strengen Winter ist, sei reine Spekulation, sagt ein Biologe.

Philipp
Wyss
13.11.17 - 04:30 Uhr
Leben & Freizeit
Derzeit sind Vogelhäuschen in der Südostschweiz viel besucht.
Derzeit sind Vogelhäuschen in der Südostschweiz viel besucht.
ARCHIV

Anders als im Vorjahr muss Andrea das Vogelhäuschen in seinem Garten in sehr kurzen Abständen mit Futter auffüllen. Der Vater fragt sich deswegen, ob der bevorstehende Winter streng werden könnte.

Auch Andreas Nachbar hat Ähnliches festgestellt. Zunächst frassen mir die Vögel die Trauben, und vorige Woche machten sie sich an meinem Kaki-Baum zu schaffen, erzählt er.

Für Ueli Rehsteiner, Direktor des Bündner Naturmuseums, sind allein diese Beobachtungen noch kein Hinweis, dass in den kommenden Wochen und Monaten viel Schnee fällt oder dieser lange liegen bleiben würde. Dass schnell und viel gefressen werde, könne auch mit vorbeiziehenden Schwärmen zu tun haben. Rehsteiner verweist an die Vogelwarte Sempach.

Auch Livio Rey hat schon von solchen Beobachtungen gehört. Der diplomierte Biologe und Mediensprecher der Schweizerischen Vogelwarte kann diesbezüglich aber nur spekulieren, was die Gründe für das vermehrte „Futtern“ der Vögel sind. „Im vergangenen Jahr hingen auffällig viele Samen an diversen Baumarten. Vermutlich mussten sich Vögel damals gar nicht in Siedlungen aufmachen, um an Futter zu kommen“, so Rey. Zudem war der vergangene Winter auch ein milder. Dies wiederum hatte zur Folge, dass weniger Vögel aus dem Norden in unsere Breitengrade kamen.

Möglicherweise, so Rey, ist dieses Jahr das Gegenteil der Fall. Und es sei wahrscheinlich, dass die Bäume, die voriges Jahr viele Samen produzierten, heuer weniger Samen hatten. Und das wiederum könnte zur Folge haben, dass die Vögel aktuell wieder vermehrt in die Siedlungen kommen, um nach Nahrung zu suchen. Das sei aber zurzeit reine Spekulation, betont Rey.

Zudem gibt es Hinweise darauf, dass es aktuell aus dem Norden Ausweichbewegungen von Meisen und anderen Vogelarten gibt, die dann ebenfalls in den Siedlungen auftauchen.

Sachgerechte Winterfütterung erfüllt die folgenden Punkte
- Futterplatz an einem übersichtlichen Ort mit nahe gelegenen Rückzugsmöglichkeiten (Baum, Busch)
- Bewährte Futtermischungen für Körnerfresser bzw. Weichfresser anbieten; gern angenommen werden Sonnenblumenkerne, Hanfsamen, Baum- und Haselnüsse sowie Fett; Getreidekörner sind nur bei Spatzen und Tauben beliebt; Mischungen mit Ambrosia-Samen sind zu vermeiden

- Futter täglich frisch anbieten, morgens möglichst vor Sonnenaufgang sowie bei Bedarf zwei Stunden vor der Dämmerung
- Futter trocken halten und vor Schmutz und Kot schützen; Futterplatz regelmässig reinigen

Philipp Wyss ist Wirtschaftsredaktor der gemeinsamen Redaktion der Zeitung «Südostschweiz» und der Internetseite «suedostschweiz.ch». Mehr Infos

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Ich habe schon die Ahnung, dass ein strengerer Winter kommt, wenn ich das u.a. vom Hunger der Vögle ableite. Ich habe seit September ca. 25kg Vogelfutter verabreicht. Hinzu kommen noch ca. 10 Meisenknödel. Manchmal kommen auch Spechte zu meinem Vogelhaus und da geht ordentlich was weg. In letzter Zeit hat der Futterverbrauch etwas nachgelassen auf ca. 1kg pro Woche. Im vergangenen Winter waren das gesamthaft ca. 10kg und etwa 20 Meisenknödel.

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