×

«Es ist eine faire Lösung»

Ob die Lehrabschlussprüfungen dieses Jahr stattfinden, war bis zum 9. April unklar – nun wurde auf nationaler Ebene beschlossen, dass sie stattfinden. Allerdings ohne schriftliche Prüfungen. Regierungsrat Jon Domenic Parolini hat im Gespräch mit Radio Südostschweiz erklärt, wie man zu dieser Lösung gekommen ist.

Südostschweiz
11.04.20 - 04:30 Uhr
Leben & Freizeit
Regierungsrat Jon Domenic Parolini erklärt, wie der Entscheid für die Abschlussprüfungen getroffen wurde.
Regierungsrat Jon Domenic Parolini erklärt, wie der Entscheid für die Abschlussprüfungen getroffen wurde.
SOMEDIA PRESS AG

Wie werden die Lehrabschlussprüfungen in diesem Jahr durchgeführt, Herr Parolini?

Jon Domenic Parolini: Gemäss der Mitteilung vom 9. April des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft Bildung und Forschung (WBF) sieht die Lösung folgendermassen aus: Für die Prüfung der praktischen Arbeit wird pro berufliche Grundbildung schweizweit eine durchführbare Variante gewählt. Es gibt drei Varianten, die zur Diskussion stehen. Eine schulische Prüfung bezüglich Allgemeinbildung findet nicht statt. Es zählen die Erfahrungsnoten. Die Sicherstellung der Gesundheit und der Sicherheit aller Beteiligten ist das das oberste Gebot.

Wie hat man sich auf diese Lösung geeinigt?

Das nationale Steuergremium «Berufsbildung 2030» hat in verbundpartnerschaftlichen Arbeitsgruppen Lösungsvorschläge erarbeitet. Heute haben sich der Bund, die Kantone und die Sozialpartner an einem ausserordentlichen nationalen Spitzentreffen der Berufsbildung geeinigt, Schweizweit eine konsolidierte Regelung für dieses Qualifikationsverfahren zu verabschieden. Es gebührt ein Dank all denjenigen, die sich in diesen verschiedenen Arbeitsgruppen in den letzten Wochen intensiv engagiert haben, eine Lösung zu finden.

Wie zufrieden sind Sie persönlich mit dieser Lösung?

Es ist ein gangbarer Weg, eine verbundspartnerschaftliche Lösung, die sich in dieser aussergewöhnlichen Situation ergeben hat. Die Lösung unterstreicht die Stärkung des dualen Berufbildungssystems. Die jungen Berufsleute können mit der Lösung trotz Coronakrise einen Berufsabschluss erlangen. Auch ihre Chancen in der Arbeitswelt bleiben intakt, denn schliesslich werden alle Betriebe künftig auf qualifizierte Fachkräfte angewiesen sein. Ich denke auch der Jahrgang 2020, der dieses Jahr abschliesst, ist ein qualifizierter Jahrgang.

Ist diese Lösung fair in Anbetracht, das keine schriftlichen Prüfungen durchgeführt werden?

Ich denke auf Grund der gegebenen Umstände, muss man sagen, dass dies eine angebrachte Lösung ist. Es ist eine faire Lösung. Bei der praktischen Prüfung muss man jetzt schauen, wie man pro berufliche Grundbildung eine Lösung findet, die den Umständen angepasst ist. Sie muss die Sicherstellung der Gesundheit berücksichtigen, aber trotzdem – wenn möglich – die Fähigkeiten der jungen Berufsleute testen.

Auf was müssen die Lehrmeister und die Berufsverbände besonders achten?

Grundsätzlich werden jetzt Schweizweit pro berufliche Grundbildung diese Qualifikationsverfahren in den Qualifikationsbereichen praktische Arbeit, Berufskenntnis und Allgemeinbildung einheitlich durchgeführt. Bei der praktischen Arbeit müssen sich die Berufsverbände für eine in allen Kantonen durchführbare Variante entscheiden. Zudem muss der Bund aufzeigen, wie die empfohlenen Schutzmassnahmen des Gesundheitsamtes bei den praktischen Prüfungen eingehalten werden können.

Sind das auch die nächsten Schritte, die anstehen?

Die nächsten Schritte sind, dass die nationalen Berufsverbände ihre Wahl der praktischen Arbeit, bis spätestens am 17. April 2020 einreichen müssen. Nach der Verabschiedung erfolgt die Information durch die Chefexperten an die Kandidierenden, wie man vorgeht. (abr)

Kommentieren
Wir bitten um euer Verständnis, dass der Zugang zu den Kommentaren unseren Abonnenten vorbehalten ist. Registriere dich und erhalte Zugriff auf mehr Artikel oder erhalte unlimitierter Zugang zu allen Inhalten, indem du dich für eines unserer digitalen Abos entscheidest.

Es gibt in der gepflegten deutschen Sprache gute Fragewörter, worauf ein Journalist achten sollte!
Auf was = Worauf, Zu was = Wozu, Für was = Wofür, Mit was = Womit. - ein kleiner Tipp
LG Jöri Luzi

Könnte euch auch interessieren
Mehr zu Leben & Freizeit MEHR