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Steinbock überrascht Verkehrsteilnehmer am Ofenpass

Am Ofenpass bei Oval da Sagl geriet am Mittwoch kurz nach dem Mittag ein Steinbock auf die Strasse. Das Tier war gemäss dem Tiefbauamt alleine unterwegs und verschwand nach einigen Minuten wieder von der Strasse.

24.01.19 - 18:15 Uhr
Ereignisse

Da staunte Remo Strimer ziemlich, als er am Mittwoch kurz nach dem Mittag ein Steinbock beim Ofenpass bei Oval da Sagl erblickte. Wie Peder Caviezel, Leiter für Betrieb, Natur und Lawinendienst beim Tiefbauamt im Bezirk 4 in Scuol und Mitarbeiter von Strimer, gegenüber «suedostschweiz.ch» verriet, war es für ihn ein überraschender Anblick. «Obwohl er schon 20 Jahre bei uns ist, hat er noch nie einen Steinbock auf einer befahrenen Strasse gesehen», so Caviezel. 

Gemäss Caviezel war sein Mitarbeiter gerade mit dem Bus auf dem Weg zu Arbeit. Der Bus hielt an, Strimer stieg aus und spielte den Hirten. Mit Erfolg konnte er das wilde Tier, welches genüsslich Salz vom Boden abschleckte, verscheuchen. «Beim Steinbock handelt es sich um einen Bock der ältereren Generation. Er ist über zehn Jahre alt. Normalerweise werden Böcke bis zu 15 Jahre alt. Die Geissen sogar bis zu 20 Jahren», verriet der Leiter im Interview. 

Bei Futtersuche auf der Strasse gelandet

Auf die Frage, wie das Tier dort landen konnten, hatte Caviezel sofort eine Antwort parat: «In diesem Gebiet halten sich sehr viele Wildtiere auf. Ausserdem gab es dort vor zwei Wochen einen Lawinenabgang. Das Tier war wohl auf Futtersuche und geriet so auf die Strasse. Wildtiere am Strassenrand sind hier keine Seltenheit. Sie halten sich mehr oberhalb der Strasse auf, aber einen Steinbock auf der Strasse ist wirklich was Spezielles. 

Was tun, wenn man von wilden Tieren keine Ahnung hat, und einem Steinbock auf der Strasse begegnet? Wie Caviezel sagte, sollte man zuerst versuchen das Tier von der Strasse zu verscheuchen. Dem Tier sowie dem Verkehr zu Liebe. Gelingt das nicht, dann sollte man Hilfe holen: «Am besten kontaktiert man die Wildhut oder die Kantonspolizei Graubünden. Die wissen dann, was zu tun ist», sagte Caviezel. Im Normalfall gelingt das Vertreiben aber schon, fügt er weiter hinzu: «Wichtig ist, zum Tier immer Abstand zu halten. Kommt man dem wilden Tier zu Nahe, weiss man nicht, wie es sich verhalten wird. Man darf nicht vergessen, dass es sich hier immer noch um ein wildes Tier handelt.»

Jürg Abdias Huber ist Mutlimedia-Produzent bei Südostschweiz. Der gelernte Kaufmann aus der Stadt Zürich hat Multimedia Production studiert und lebt im Herzen von Chur. Er arbeitet seit 2018 für die Medienfamilie Südostschweiz. Mehr Infos

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SO:
"Normalerweise werden Böcke bis zu 15 Jahre alt. Die Geissen sogar bis zu 20 Jahren», verriet der Leiter im Interview."
Betonung auf "normalerweise", im Jagdkanton, deswegen dürften auch Gian und Giachen nicht überlebt haben, die "Schatten ihrer selbst" im Werbefernsehen müssen Doubles (schweizerisch: tubbels) sein.
Dass der Steinbock auf der Ofenpassstrasse Salz schleckt, wird bei dem Chemikalienschwermettallgehalt dort nicht gerade dazu beitragen, dass er "normalerweise" 15 Jahre alt wird.
Besser machen es diese atemberaubenden Exemplare hier:
https://www.youtube.com/watch?v=RG9TMn1FJzc
https://www.youtube.com/watch?v=Hu8TJKMtmtI

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