Das «Café Kubli» in Glarus behält seinen Charme
Über 35 Jahre hat der Dornröschenschlaf des «Café Kubli» in Glarus gedauert. Nun erwacht es langsam, aber sicher wieder zum Leben und wird schon bald wieder Gästen einen Platz bieten.
Über 35 Jahre hat der Dornröschenschlaf des «Café Kubli» in Glarus gedauert. Nun erwacht es langsam, aber sicher wieder zum Leben und wird schon bald wieder Gästen einen Platz bieten.
von Marco Lüthi
Auf den Schaufensterscheiben ist die Zeit stehen geblieben: «Feinschmecker, triff richtig deine Wahl und acht’ auf dies Verbandsmerkmal!», steht darauf in verwitterten Buchstaben.
Vor 30 Jahren wurde in Glarus die Konditorei Kubli und sechs Jahre zuvor das hauseigene Café im Wiener Kaffeehaus-Stil geschlossen. Wonach die zierlichen Schaufensterscheiben von massiven Fensterläden verhüllt wurden. Bis jetzt.
Zum ersten Mal hat das «Café Kubli» wieder Tageslicht erblickt. Das gesamte Gebäude wird zurzeit kernsaniert.
Mit viel Herzblut
Im Erdgeschoss, wo einst die Konditorei und das Café waren, wird es künftig wieder ein Café-Restaurant geben. Darüber entstehen auf drei Stockwerken fünf neue Wohnungen, die alle von Aussen mit einem Lift erreichbar sind.
«Ziel war es, das ‘Café Kubli’ wieder aufleben zu lassen und gleichzeitig neuen Wohnraum zu schaffen», sagt Markus Meili. Er ist Mitinhaber der Molliser Firma Elmer + Blumer Bedachungen AG, welche das Gebäude vor zwei Jahren gekauft hat. «Aufgrund der Nähe zum Stadtzentrum und zum Bahnhof sind wir überzeugt, dass an dieser zentralen Lage etwas Neues entstehen muss, damit Glarus weiterhin belebt ist», erklärt Meili.
Von aussen soll sich das «Café Kubli» nicht verändern. Die Fassade bleibt bestehen und wird restauriert. «Die Gebäudehülle zu erhalten, lohnt sich für das Gesicht des Quartiers. Etwas Neues ist wegen der engen Platzverhältnisse schwieriger in die Häuserreihe einzufügen», ist Meili überzeugt.
Dieser Grundsatzentscheid hat seinen Preis: 2,5 Millionen Franken kosten die Sanierungsarbeiten. Das Gebäude wird komplett ausgehöhlt und Stock für Stock wieder aufgebaut. Ein Neubau wäre vielleicht sogar günstiger gewesen, sagt Meili. Aber: «Unser Herzblut, das in diesem Projekt steckt, hätte dies niemals zugelassen.» Denn nur so könne der «alte Geist» des ehemaligen «Café Kubli» bewahrt werden. «Einfach mit neuer Bausubstanz und modernem Innenleben.»
Gastgeber bereits gefunden
Zurzeit befindet sich das Haus an der Christiansgasse in Glarus im Rohbau, wie Bauleiter Mathias Grob erklärt. «Die letzten Betonplatten werden gegossen und die bestehenden Wände von innen verstärkt.» Bis im Winter soll der Rohbau abgeschlossen sein, sodass mit dem Innenausbau begonnen werden kann.
Voraussichtlich Anfang Oktober 2019 sollen die fünf Wohnungen bezugsbereit sein. Gleichzeitig soll das Café-Restaurant im Parterre eröffnet werden, das Platz für 30 Gäste bietet. Die Pächter für das neue Lokal in Glarus sind bereits gefunden: Michaela Eberhard und Roman Gisin. Das Wirtepaar wechselt dann vom «Bergli» ins neue «Café Kubli».
Wir bitten um euer Verständnis, dass der Zugang zu den Kommentaren unseren Abonnenten vorbehalten ist. Registriere dich und erhalte Zugriff auf mehr Artikel oder erhalte unlimitierter Zugang zu allen Inhalten, indem du dich für eines unserer digitalen Abos entscheidest.
Bereits Abonnent? Dann schnell einloggen.
Finde das eine gute Idee,…
Finde das eine gute Idee, das Caffe wieder zu eröffnen.Nach meiner Ansicht passt es gut in dieses Quartier.Wo ja sonst überall das Beizensterben angesagt ist.Werde das sicher auch mal besuchen.Kann mich noch erinnern ,als das Caffe Kubli noch geöffnet war.Wir machten damals vor circa 53 Jahren Musik im Löwensaal in Glarus.Jeden Samstag Abend +Sonntag Nachmittag abwechselnd mit dem Ramiro Ricci Quartett.