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Gesunde Ostern

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PIXABAY/MANFRED RICHTER
Christian
Ruch

In «Ruchs Rubrik» beleuchtet Christian Ruch Bedenkliches, Merkwürdiges und Lustiges aus der Region Südostschweiz. Das alles einmal wöchentlich und mit viel Esprit und Humor. Ob Politik, Kultur, Wirtschaft oder Sport – in Ruchs Rubrik hat all das Platz, was sich mit einem Augenzwinkern betrachten lässt.

Neulich las ich irgendwo, dass die Schweiz für Notzeiten einen Vorrat von 75 000 Tonnen Zucker hortet – wobei mir jetzt nicht klar ist, ob meine Süssigkeitenschublade, die mit Schoggi (CH) und Haribo (D) als gut gefüllt und sortiert gelten kann, da mitzählt. Ich hoffe nicht, denn ich sehe nicht ein, dass bei einem Angriff des Fürstentums Liechtenstein irgendein Bundesbeamter bei uns klingelt und mir die Schublade leert, nur weil man in Estavayer-le-Lac unterzuckert ist.

Zucker ist, wie man mittlerweile weiss, ohnehin des Teufels, und ja, auch an Ostern. Ich fände es daher dringend geboten, dass das Bundesamt für Gesundheit eine dank Steuermitteln üppig dotierte Präventionskampagne gegen diese goldenen Monsterhasen auf Supermarkt- und Tankstellendächern startet. Zumal in Zeiten wachsender Bildungsferne unsere Saugoofen, die schmelzende Polkappen zum Anlass nehmen, freitags den Biologie-Unterricht zu versäumen, ohnehin meinen, Hasen seien saisonal vorkommende Tiere mit Glöckchen um den Hals, die Schoggi-Eier in naturnahen Verstecken oder auch Wohnungseinrichtungen ablegen.

Aber auch dieses Eiertütschen gehört in Zeiten der medical und political correctness abgeschafft: Es ist nicht einzusehen, dass dieser Akt roher Gewalt, der an wahren Cholesterinbomben wie hartgekochten Eiern ausgeübt wird, Teil eines zeitgemässen Familienlebens sein soll. Eine Studie unter Aargauer Jugendlichen mit dem Namen Kevin hat ergeben, dass die Wahrscheinlichkeit, dass das Eiertütschen Kevin später mal dazu verleitet, den Selecta-Automaten am Bahnhof Hendschiken aufzubrechen, signifikant grösser ist als die Wahrscheinlichkeit, dass Hasen tatsächlich Eier legen. Darüber sollten Sie über die Feiertage mal nachdenken.

Also: Feiern Sie Ostern korrekt. Verzichten Sie auf alles, was irgendwie schädlich ist. Sollten Sie Schoggi-Häsli, -Eili und dergleichen loswerden wollen – meine Schublade dient als Sammelstelle für so gefährliches Zeug, Sie können es wirklich gerne bei mir entsorgen. Gesunde Ostern wünsche ich Ihnen!

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