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Wegweiser für die nächsten 15 bis 25 Jahre

Erstmals darf die Bevölkerung auf digitalem Weg an einem wichtigen Papier mitwirken. Die Eingabefrist für Lob und Kritik zum Kommunalen räumlichen Leitbild (KrL) wurde am 30. August eröffnet und läuft noch bis am 9. Oktober. Nun ist also Halbzeit, und der Landammann zieht eine erste Bilanz.

Andri
Dürst
22.09.22 - 07:11 Uhr
Aus dem Leben
Als Strategie für die Gesamtgemeinde wurde im KrL Folgendes definiert: «Die Orte und Siedlungen von Davos nach ihren Profilen und Stärken weiterentwickeln, die Natur- und Kulturlandschaft erhalten und nachhaltig bewirtschaften und den Erholungsraum rücksichtsvoll und spezifisch weiterentwickeln».
Als Strategie für die Gesamtgemeinde wurde im KrL Folgendes definiert: «Die Orte und Siedlungen von Davos nach ihren Profilen und Stärken weiterentwickeln, die Natur- und Kulturlandschaft erhalten und nachhaltig bewirtschaften und den Erholungsraum rücksichtsvoll und spezifisch weiterentwickeln».
zVg

DZ: Herr Landammann, können Sie bereits eine erste Bilanz zur Mitwirkung beim KrL ziehen?

Philipp Wilhelm: Wir hatten bis am Freitag 40 Registrationen und 25 Rückmeldungen vermerkt. Das ist eine sehr gute Bilanz. Insbesondere, wenn man bedenkt, dass gemäss Erfahrungen aus anderen Gemeinden gegen Fristende in der Regel die meisten Eingaben erfolgen. Das Interesse ist also gross, und das ist erfreulich. Eine inhaltliche Bilanz können wir aber erst nach Ablauf der Frist ziehen.

Planen und Umsetzen sind jeweils zwei verschiedene Paar Schuhe. Wie kann die Gemeinde sicherstellen, dass die im KrL angedachten Projekte auch tatsächlich realisiert werden?

Das stimmt. Viele Ideen und Projekte sind nicht allein oder gar nicht durch die Gemeinde umsetzbar. Das KrL selbst ist nicht parzellenscharf oder eigentümerverbindlich. Aber es wird für uns bei allen anstehenden Planungen der grobe Wegweiser für die nächsten 15 bis 25 Jahre. Es zeigt ein Gesamtbild auf und gibt eine Stossrichtung vor, nach der dann konkrete Projekte und weiterführende Plangrundlagen entwickelt werden können, mit denen Davos noch lebenswerter gemacht werden kann. Im Zentrum dabei wird die Gesamtrevision der Ortsplanung stehen. Diese müssen wir von Gesetzes wegen anpassen. Dazu kommen wichtige Teilplanungen wie die neulich lancierte Wohnraumstrategie, die Freiraumplanung oder der sorgsame Umgang mit unserer Kulturlandschaft.

Ähnlich verhält es sich mit dem Verhalten der Menschen, Stichwort Verkehr. Das KrL setzt sich zum Ziel, den Fuss-, Velo- und öffentlichen Verkehr insgesamt zu verbessern. Wie bringt man die Leute in Davos dazu, bei diesem Wechsel mitzumachen?

Nicht durch Zwang oder durch Einschränkung, sondern durch geschickte Planung: Wenn es mit dem geplanten Halbstundentakt aus Zürich der RhB attraktiver wird, mit dem Zug statt mit dem Auto nach Davos zu reisen, wenn man sich im Ort sicher und rasch zu Fuss, per Velo oder mit dem Bus bewegen kann, und wenn mehr Leute nah an ihrem Arbeitsort wohnen können, dann fliesst am Ende auch der Autoverkehr besser, und die Belastung der Strassen und der Siedlungen nimmt ab. Und nicht zuletzt können wir etwa auf der Promenade attraktivere Begegnungs-, Einkaufs- und Flaniermöglichkeiten schaffen. Das würde unserem Wohn- und Tourismusort sehr gut anstehen. All diesen Zielen trägt der aktuelle Vorschlag für das KrL Rechnung.

Zum Abschluss noch eine Frage für Unentschlossene: Wieso soll man überhaupt bei der KrL-Mitwirkung teilnehmen?

Wir bieten damit die Gelegenheit, an der Zukunft von Davos mitzuwirken. Wir haben unseren Vorschlag zwar nicht im Elfenbeinturm erarbeitet, sondern im Austausch mit einer breiten Begleitgruppe entwickelt. Uns ist aber wichtig, dass alle die Gelegenheit erhalten, Inputs zu geben. Denn auch wenn das KrL noch eine hohe Flughöhe hat, betrifft es am Ende alle, wenn die darin skizzierten Vorschläge und Planungen in den nächsten zwei Jahrzehnten umgesetzt werden.

Die Mitwirkung zum KrL ist noch bis zum 9. Oktober über https://mitwirken-davos.ch möglich.

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