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Wann wirds mal wieder richtig Winter?

Zwar besingt Rudi Carrell in seinem Schlagerhit die warme Jahreszeit. Doch derzeit ist man im Landwassertale geneigt, die Frage nach einem richtigen Winter zu stellen. Eine grössere Menge Schnee gab es seit längerer Zeit nicht mehr.

Andri
Dürst
28.01.22 - 12:00 Uhr
Leben & Freizeit
Trotz ausgeaperten Hängen neben der Piste lässt sich die Schatzalp-Talabfahrt zur Bobbahnstrasse problemlos befahren.
Trotz ausgeaperten Hängen neben der Piste lässt sich die Schatzalp-Talabfahrt zur Bobbahnstrasse problemlos befahren.
ad

Derzeit schaut es in der Landschaft zwar durchaus nach Winter aus, aber die teils ausgeaperten Südhänge trüben dieses Bild etwas. Böse Zungen in Davos behaupten, dass der grosse Schnee jeweils pünktlich zum WEF-Jahrestreffen komme. Da dieses nun auf Ende Mai verschoben wurde, werde es wohl dann in Massen schneien – so die Befürchtung. Doch das ist bekanntlich Kaffeesatzlesen.

Nicht mit Kaffeesatz, sondern mit belegbaren Daten arbeitet das WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF. Auf Anfrage der DZ erklärt Célia Lucas vom Lawinenwarmteam zur aktuellen Schneesituation Folgendes: «Die Schneehöhen in der Gegend Davos sind unterdurchschnittlich im Vergleich zum langjährigen Mittel. Das sieht man auch in der angehängten Grafik (siehe unten)».

Wer in den letzten Tagen die Lawinengefahrenkarte betrachtete, dem stach eine prägnante, grüne Fläche ins Auge –sprich, schweizweit wird die Gefahrenstufe 1 (gering) angegeben. Lucas dazu: «Es liegt etwas weniger Schnee als normal für die Jahreszeit. Die Lawinensituation aktuell (25. Januar) ist recht günstig». Ob es diesen Winter überhaupt mal eine grössere Lawinengefahr gab? «Ja, es gab diesen Winter auch schon die Gefahrenstufe 3 oder 4». So eine günstige Lawinensituation im Januar sei nicht ungewöhnlich, betont sie. «Ähnliche Situ-ationen (länger Stufe 1 oder 2 im Hochwinter) gab es zum Beispiel in den Wintern 08/09, 07/08 und 10/11».

Die Daten der Messstation Weissfluhjoch zeigen: Derzeit liegt weniger Schnee als im Durchschnitt, jedoch gab es auch schon schneeärmere Winter.
Die Daten der Messstation Weissfluhjoch zeigen: Derzeit liegt weniger Schnee als im Durchschnitt, jedoch gab es auch schon schneeärmere Winter.
Grafik: zVg/SLF

Wann der nächste grosse Schnee kommt, konnte die Lawinenwarnerin nicht sagen. «Grundsätzlich wird das Wetter ab Freitag wechselhafter. Es ist also durchaus möglich, dass es dann mal wieder schneit. Wie viel und wann genau, wird die tagesaktuelle Wetterprognose uns sagen».

Schlittelbahn trotzt dem wenigen Schnee

Nicht immer einfach ist die Situation für die Skigebiete. Daniel Riedo, Technischer Betriebsleiter der Schatzalp, meint gegenüber der DZ: «Die dünne Schneelage macht uns seit Saisonbeginn schon etwas zu schaffen. Aber die Schatzalp setzt bewusst auf Naturschnee, und unsere Gäste schätzen das sehr». Trotz der Situation habe man den Ski- und Schlittelbahnbetrieb immer aufrecht erhalten können. «Besonders die Schlittelbahn hält sich sehr gut und ist in einem sehr guten Zustand. Wir bekommen viel positives Feedback von unseren Gästen». Das Problem mit der dünnen Schneelage betreffe hauptsächlich die Pistenpräparation. «Mit so wenig Schnee kann man nicht so gut arbeiten, und es braucht auch mehr Zeit. Entsprechend sind die Pistenmaschinen dadurch viel stärker beansprucht». Nun hoffe man, dass es bald wieder schneit. «Die Kraft der Sonnen nimmt zu, und wenn die Temperaturen steigen, wird es schwierig».

Eine entsprechende Anfrage bei den Davos Klosters Bergbahnen blieb bis Redaktionsschluss unbeantwortet.

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