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Vereina ist für den «Fall der Fälle» gerüstet

Die Rhätische Bahn (RhB) hat in Zusammenarbeit mit der Gebäudeversicherung Graubünden (GVG) je zwei neue Lösch- und Rettungsfahrzeuge (LöReF) für die Intervention im Vereina-tunnel beschafft. Realisiert wurde das Projekt mit der Müller Technologie AG, Frauenfeld.

Andri
Dürst
06.09.22 - 11:36 Uhr
Leben & Freizeit
Das Rettungsfahrzeug kann bis zu 100 Personen aus dem rund 19 Kilometer langen Tunnel in Sicherheit bringen.
Das Rettungsfahrzeug kann bis zu 100 Personen aus dem rund 19 Kilometer langen Tunnel in Sicherheit bringen.
swiss-image.ch/Andy Mettler

Im Gegensatz zu den Zweiwegfahrzeugen, die sowohl als Strassen- als auch als Schienenfahrzeuge benutzt werden können, handelt es sich bei den neuen LöReF um reine Schienenfahrzeuge, die durch die beiden Feuerwehren von Klosters und Zernez bedient werden. Die neuen Fahrzeuge wurden am Freitag, 2. September, beim Nordportal Vereina in Klosters Selfranga eingeweiht und den Feuerwehren übergeben.

Beide Fahrzeugtypen basieren auf dem gleichen Grundaufbau, bestehend aus einem Tiefbettwagen mit beidseitig identischem Führerstand, einem Power-Pac, einem Antriebsdrehgestell und einem Laufdrehgestell.

Löschfahrzeug (LöF)

Herzstück des Löschfahrzeugs ist der 25 000 Liter fassende, temperaturüberwachte Löschwassertank. Der Mannschaftsraum bietet Sitzgelegenheiten für zwölf AdF (Angehörige der Feuerwehr) mit Atemschutzausrüstung. Vier weitere AdF können in den Führerständen zum Einsatzort gelangen. Sämtliche für Lösch- und Bergungsarbeiten notwendige Hilfsmittel finden in den Materialschränken Platz.

Rettungsfahrzeug (ReF)

Das Rettungsfahrzeug ist hauptsächlich für die Versorgung von verletzten Personen sowie deren sicheren Transport aus der Gefahrenzone konzipiert. Ausserdem befindet sich Material zur Bergung und Erstversorgung von Verletzten in einem begehbaren Materialraum. Das Rettungsfahrzeug kann bis zu 100 Personen aus der Gefahrenzone in Sicherheit bringen. Treibstoff und Sauerstoff reichen für zwei Shuttle-Fahrten. Das heisst, pro Rettungsfahrzeug und Seite können bis zu 200 Personen aus der Gefahrenzone evakuiert werden. Die dazu benötigten Atemluftflaschen sind im Fahrzeug zwischen Rettungsraum und Führerstand 2 untergebracht. Über die Plattform mit Einstiegs-tritt ist ein reibungsloser und koordinierter Zugang zum Rettungsraum möglich.

Einsatzkonzept

Das Einsatzkonzept sieht vor, dass auf beiden Seiten des Tunnels, in Selfranga im Norden und Sagliains im Süden, je ein Lösch- und ein Rettungsfahrzeug stationiert ist. Bei einem Ereignis werden die Feuerwehrstützpunkte Klosters und Zernez alarmiert, welche sich unverzüglich zu den Portalbahnhöfen begeben. Die neuen Fahrzeuge erreichen nach Ankunft der AdF innerhalb von fünf Minuten die Einsatzbereitschaft. Alle Fahrzeuge rücken von beiden Tunnelseiten ungekuppelt aus, wobei das Löschfahrzeug mit den AdF immer vorausfährt. Während das Löschfahrzeug und die Einsatzkräfte mit der Ereignisbewältigung und Erstversorgung von Verletzten beschäftigt sind, kann das Rettungsfahrzeug unabhängig Personen aus dem Tunnel evakuieren.

(v.l.): Christian Florin (Leiter Infrastruktur RhB), Nando Mayer (Kommandant Feuerwehr Klosters), Conradin Caduff (Feuerinspektor Graubünden), Andri Thom (Feuerwehrkommandant Zernez), Markus Feltscher (Direktor GVG) und Renato Fasciati (Direktor RhB) sind froh über die wichtige Neuanschaffung.
(v.l.): Christian Florin (Leiter Infrastruktur RhB), Nando Mayer (Kommandant Feuerwehr Klosters), Conradin Caduff (Feuerinspektor Graubünden), Andri Thom (Feuerwehrkommandant Zernez), Markus Feltscher (Direktor GVG) und Renato Fasciati (Direktor RhB) sind froh über die wichtige Neuanschaffung.
swiss-image.ch/Andy Mettler

Einfach intuitive Bedienung

Der grösste Unterschied und Vorteil gegenüber den bisherigen Lösch- und Rettungsfahrzeugen entsteht durch die Tatsache, dass kein thermisches Fahrzeug der RhB mehr notwendig ist. Der Einsatz durch die AdF, welche dazu eine spezielle Ausbildung absolviert haben, kann so wie bereits bei den Zweiwegfahrzeugen auf dem restlichen Streckennetz erfolgen.

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