Frühjahrsputz im XXL-Format
Es war eine recht trübe Sosse, die am Dienstag durch das Bachbett des unteren Teils des Landwassers floss. Grund dafür waren Reinigungsarbeiten der Albula-Landwasser Kraftwerke AG (ALK) am Ausgleichsbecken in Glaris. Dieses Jahr hatte man es dabei mit besonders hartnäckigem Schmutz zu tun.
Es war eine recht trübe Sosse, die am Dienstag durch das Bachbett des unteren Teils des Landwassers floss. Grund dafür waren Reinigungsarbeiten der Albula-Landwasser Kraftwerke AG (ALK) am Ausgleichsbecken in Glaris. Dieses Jahr hatte man es dabei mit besonders hartnäckigem Schmutz zu tun.
Es scheint ein gut eingespieltes Team zu sein, das am Dienstag beim Elektrizitätswerk Glaris zugange war. Rund fünfzehn Personen standen letzten Dienstag für die Reinigung des grossen Betonbeckens im Einsatz. Diese «Manpower» brauchte es schliesslich auch, denn es war alles andere als eine leichte Aufgabe, um das 50 000 Kubikmeter fassende Bauwerk zu säubern. Konkret müssen feine Sedimente, die sich am Grund ablagern, gelöst werden. «Dieses Jahr bildete sich sogar ein Pfropfen beim Grundablass-Auslauf – das hatten wir noch nie», erklärt der zuständige Ingenieur Daniel Rietmann gegenüber der DZ. Alle zwei Jahre reinige man jeweils das Becken, doch die Sedimentschicht in diesem Jahr sei beachtlich.
Um die Verschmutzungen loszuwerden, sind sechs Spritzermeister im Einsatz. Mit Feuerwehrschläuchen bewaffnet, spritzen sie die Oberfläche des Beckens ab, um die sich hartnäckig haltende Schmutzschicht zu entfernen. Auch ein Bagger steht am Beckengrund im Einsatz. Er trägt ganz sorgfältig die grösseren Sedimentschichten ab und verteilt sie. Ziel ist es, mit zugeführtem Wasser ein Gemisch zu machen, das man dann den Ablauf und somit das Landwasser hinunterspülen kann. Begonnen habe das Team um etwa 8 Uhr, geplant sei das Ende um 18 Uhr, erklärt Mattia Mani, Leiter mechanische Instandhaltung.
Trübheit minimieren
Damit aber das Landwasser nicht zu trüb wird, kümmert sich weiter unten jemand um die Kontrolle des Wassers. Bei der Landgut-Brücke ist Nicolas Fischer, ein Automatiker-Lehrling, im Einsatz. Einerseits bewacht er dort einen Messapparat, der anhand der Dichte permanent die Trübheit misst. Andererseits entnimmt er von Hand Proben aus dem Gewässer und füllt sie in einen Trichter. Nach wenigen Minuten hat sich dort Sediment abgesenkt. Ist zu viel «Material» im Wasser, gibt er dem Maschinisten im Technikraum Bescheid. So kann dieser die Menge an zugeführtem Wasser erhöhen und eine bessere Verdünnung erzielen.
Becken im Schuss halten
Im Stollensystem der ALK ist das Ausgleichsbecken Glaris mit demjenigen in Bergün verbunden. Wird also das Becken im Davoser Unterschnitt gereinigt, kann während dieser Zeit nur noch im oberen Albulatal Strom produziert werden. Was auch nicht zu vergessen ist: Im Vorfeld der Beckenentleerung müssen jeweils alle betroffenen Anlagenbetreiber, wie beispielsweise ARAs, über die etwas ansteigende Wassermenge informiert werden.
Zurück zum «Frühjahrsputz»: Alle sechs Jahre müsse man auch Vermessungen durchführen, um sicherzustellen, dass sich das Becken nicht bewegte. Auch eine Fugenkontrolle werde jeweils durchgeführt, um den Zustand des Bauwerkes zu prüfen, erklärt Rietmann. Gegebenenfalls müssten dann Erneuerungen vorgenommen werden. Denn eines ist klar: Die Wasserkraft wird in Zukunft nichts an Bedeutung einbüssen.
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