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«Eine halbe Kiste» mehr für den Tourismus

Andri
Dürst
09.11.22 - 06:39 Uhr
Leben & Freizeit
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Die Anforderungen der Gäste an die digitalen Plattformen werden immer grösser.

Zum letzten Mal über die Tourismusförderung diskutiert wurde im GL am 1. Oktober 2020. Damals bewilligte das Ortsparlament eine Erhöhung des Gemein-debeitrages von 820 000 auf 900 000 Franken für die Jahre 2021 bis 2025. Zudem gewährte es einen Covid-bedingten Zusatzbeitrag von je 500 000 Franken für die Jahre 2021 und 2022, der der Umsetzung von verschiedenen Marketing-Aktivitäten diente.

Wünsche der Gäste erfüllen

Nun wird das Budget für 2023 vorbereitet. Geht es nach der Davos Destinations-Organisation (DDO) und dem Kleinen Landrat (KL), soll der erhöhte Betrag der letzten beiden Jahren für die Zeit von 2023 bis 2025 beibehalten werden, sprich, zu den 900 000 Franken Gemeindebeitrag soll jeweils «eine halbe Kiste» mehr dazu kommen. Grund für diesen Antrag seien eine «wachsenden Erwartungshaltung» und «steigende Ansprüche seitens der Gäste», so die Botschaft des KL. Wie Reto Branschi, CEO der DDO, gegenüber dieser Zeitung ausführt, verlange das Destinations-Marketing immer mehr nach kreativen und innovativen Ideen. Als Beispiel nennt Branschi hier den digitalen Reisebegleiter «Buddy». «Der Gast möchte detaillierte Infos, zugeschnitten auf ihn, erhalten.» Auch das Thema «Nachhaltigkeit» sei für viele Gäste inzwischen sehr wichtig geworden. «Aber die Umsetzung dieser Thematik ist nicht gratis.» Zu den Ansprüchen der Gäste kämen auch noch ständig sich ändernde Rahmenbedingungen, wie der Euro-Wechselkurs oder Covid.

Zusatzbeitrag scheint sich bewährt zu haben

Dass der pandemie-bedingte Zusatzbeitrag der Gemeinde etwas gebracht habe, lasse sich an den Logiernächtezahlen der letzten beiden Jahre ablesen. Und nicht zuletzt gelte es auch zu berücksichtigen, dass andere vergleichbare Destinationen über wesentlich grössere Marketing­budgets verfügen würden. Doch macht es überhaupt Sinn, angesichts der sich abkühlenden wirtschaftlichen Lage und der Teuerung Geld für Werbung auszugeben, obschon sich immer mehr Menschen keine Ferien mehr leisten können? Branschi kontert: «Wenn es eine Abkühlung gibt, gibt es weniger Gäste – ja. Aber so buhlen dann mehr Destinationen um weniger Gäste, weshalb auch wir unsere Marketingaktivitäten verstärken müssen». Wie der Tourismusdirektor ergänzt, seien die Aussichten für den kommenden Winter allerdings durchaus gut, dies zeige eine vom Seco in Auftrag gegebene Studie (siehe Box).

Ob die zusätzlichen Beiträge zur Tourismusförderung wirklich gesprochen werden, darüber kann der GL rein rechtlich gesehen erst in der Dezembersession im Rahmen der Budgetdebatte beraten. An seiner Sitzung vom Donnerstag (Traktanden siehe Seite 4) nimmt er vorerst Kenntnis von der beabsichtigten Erhöhung. Des Weiteren hat er – wie jedes Jahr – die Betriebsrechnungen zum Kongresszentrum, Kongresshotel und Extrablatt/Catering zu genehmigen.

Ein guter Winter für den Schweizer Tourismus

Gemäss den letzte Woche publizierten Tourismusprognosen, welche «BAK Economic» im Auftrag des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) erstellt, wird die Nachfrage nach Logiernächten in der Schweiz im Winter 2022/23 spürbar zunehmen (plus 1,9 Millionen, sprich plus 13 Prozent, gegenüber Vorjahr). Dies gelte trotz der aktuellen Herausforderungen wie der hohen Inflation oder dem starken Schweizer Franken, heisst es in einer dazugehörigen Medienmitteilung. Massgeblich für diese positive Entwicklung seien die Auf- und Nachholeffekte bei den internationalen Gästen und eine weiterhin hohe Inlandsnachfrage. Bis in den Sommer 2023 würden anhaltend negativ wirkende Effekte wie die restriktive Covid-19-Politik in China, das Wegbleiben der russischen Gäste sowie die angespannte konjunkturelle Lage die weitere Entwicklung bremsen, sodass das Vorkrisenniveau der Logiernächte erst im Winter 2023/24 wieder erreicht werden könne.

Auch die Destination Davos Klosters sei in den letzten zwei Jahren etwas «gestraft» gewesen wegen des Ausbleibens der ausländischen Gäste, sagt Branschi. Nun, da sie zurückkommen, erholten sich auch hier die Logiernächtezahlen (siehe auch DZ vom 4. November). Ebenso wie «BAK Economic» blickt der Tourismusdirektor positiv auf den kommenden Winter. «Auch wenn die Energiethematik wie ein Damoklesschwert über uns schwebt.» Die höheren Energiepreise seien für viele Leistungsträger eine Herausforderung.

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