Das Motto des Abends: «spendabel»
Die doch ziemlich reich befrachtete Traktandenliste scheint einiges an Publikum angelockt zu haben, sodass der Saal des Kirchgemeindehauses am Montagabend recht gut gefüllt war. Nach einer besinnlichen Einführung durch Pfarrer Andy Jecklin konnten Präsidentin Marianne Aguilera und Kassier Andrea Trepp von einem erfolgreichen Jahr 2021 berichten. Aguilera deshalb, weil mit der Neuanstellung von Pfarrerin Janine Schweizer eine Vakanz gelöst werden konnte. Trepp seinerseits war ob der guten Zahlen entzückt, denn die Steuereinnahmen fielen deutlich höher aus als budgetiert. Die Versammlung hatte sodann auch nichts einzuwenden und gab dem Jahresbericht und der Jahresrechnung einstimmig ihren Segen.
Beim nächsten Traktandum stieg männiglich dann in die Spendierhosen. Doch keineswegs sollte Geld sinnlos verpulvert werden, vielmehr stand das Thema «Jährliche Vergabungen» zur Debatte. Das Traktandum gründet in einem Antrag, den drei Damen aus der Versammlung im vergangenen Jahr stellten. Die Kirchgemeinde sollte ihre jährlichen finanziellen Zuwendungen an Institutionen, die etwas Gutes tun, nach einer mehrjährigen Pause wieder aufnehmen. Dieses Anliegen fand viel Lob und wurde einstimmig gutgeheissen.
Neue Technik für die Kirchenräume …
«Erneuerung der IT-Infrastruktur», so lautete der nächste Diskussionspunkt. «Wie jedes KMU ist auch eine Kirchgemeinde auf eine gute EDV angewiesen», betonte Aguilera einleitend. Und tatsächlich: Auf KMU-Basis wolle man nun auch bei der Kirche eine neue Infrastruktur anschaffen, erläuterte Jecklin. Konkret werden alle Telefone der Gemeindeangestellten neu über das Internet laufen. In allen Räumlichkeiten werde zudem eine WLAN-Abdeckung eingerichtet. Ein weiteres grosses Plus: «Homeoffice» und vernetztes Arbeiten sind in Zukunft viel einfacher möglich. Hierzu werde eine «cloudbasierte» Austauschplattform eingerichtet. Die Verantwortung über die IT-Infrastruktur werde künftig einem Fachpartner übergeben. Die dafür notwendigen Offerten sowie diejenigen für die Installation habe man im Vorstand genau geprüft, erinnerte Aguilera. Bei einem grossen Mehr mit einer Enthaltung wurde dem Antrag über 83 000 Franken deutlich zugestimmt.
… und für die Kirche selbst
Auch beim nächsten Traktandum ging es technisch zu- und her. «Hausarchitekt» Albert Mathis informierte über die anstehenden Arbeiten in der Kirche St. Johann. «Bei der Audio-Anlage ist es höchste Zeit, dass etwas gemacht wird», stellte er klar. Mathis erklärte, welche Installationen wo erfolgen sollen. Neben der Audioanlage sollen auch die Lautsprecher ersetzt werden. Ein weiteres Teilprojekt beinhaltet das Einrichten eines neuen Beamers. «In einem reformierten Gottesdienst steht zwar das Wort im Zentrum, aber manchmal macht es Sinn, gewisse Sachen visuell aufzuzeigen», erklärte die Präsidentin. Zwar wurde schon jetzt ein mobiler Beamer eingesetzt, welcher sich jedoch als störungsanfällig erwies. Neu soll auf der Empore – neben der Orgel – ein fester Projektor installiert werden. Gerne hätte man auch bei der Projektionsfläche einige Verbesserungen gemacht. «Aber eine Leinwand einzurichten, ohne dass sie die Einrichtung der Kirche stört, ist fast ein Ding der Unmöglichkeit», erklärte Mathis. Darum werde auch künftig auf die weisse Wand projiziert. Dank modernster Technik könne aber auch so ein gutes Resultat erzielt werden. So war es nicht verwunderlich, dass die Anwesenden auch bei diesem Antrag – es ging um 60 000 Franken – dem Vorstand ihr Vertrauen schenkten.
Schrille Orgel bald Vergangenheit
Noch einmal mussten die Anwesenden «das Portemonnaie» zücken. Mit 135 000 Franken stand der grösste Betrag des Abends zur Debatte. Eingesetzt werden soll dieses Geld für eine umfassende Orgelrevision (siehe DZ vom 29. April). Vorstandsmitglied Christopher Wellauer erläuterte detailliert, welche Arbeiten im übernächsten Jahr genau gemacht werden sollen. Nebst der Erneuerung der Elektrik steht auch der Ausbau einiger Pfeifen an, die durch neue ersetzt werden sollen. So soll die Grundtönigkeit verbessert werden. Weitere Veränderungen, die dem Organisten zugutekommen, sind ebenfalls geplant. Kirchenmusiker Ulrich Weissert ergriff ebenfalls das Wort und warb für ein Ja zu dieser Herzensangelegenheit. «Diese Revision ist nachhaltig», betonte er und begründete dies mit einer Verbesserung für die Durchführung von Konzerten, was dem Davoser Kulturleben zugutekommen werde. Gemeindemitglied Irma Wehrli setzte sich auch für eine Revision ein, gab aber zu bedenken, dass ein Ja zu dieser Investition ein Ja zur Kirchenmusik für viele weitere Jahre bedeute. Offenbar sahen dies auch alle Anwesenden so, denn der musikalischen Investition wurde unisono zugestimmt.
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