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Chur hat einen neuen Bischof

Chur hat einen neuen Bischof

Papst Franziskus hat den neuen Bischof von Chur ernannt. Er heisst Joseph Maria Bonnemain.

Südostschweiz
vor 3 Wochen in
Aus dem Leben
Der Papst ernannte Joseph Bonnemain zum neuen Bischof von Chur.
KEYSTONE/PICASA

Joseph Maria Bonnemain ist der neue Bischof von Chur. Dies hat Radio Südostschweiz aus mehreren unabhängigen Quellen erfahren. Bonnemain ist 72-jährig, wohnt in Zürich und ist kein Unbekannter beim Bistum Chur. Seit vielen Jahren ist er Bischofsvikar und damit für die Beziehungen zwischen dem Bistum und den Kantonen zuständig.

Wie Radio Südostschweiz berichtet, geniesst Bonnemain einen guten Ruf, auch bei den progressiven Gläubigen im Bistum Chur. Als Arzt und Spitalseelsorger kenne er die Sorgen der Menschen und sei ein Brückenbauer.

Mit seinen 72 Jahren sei Bonnemain allerdings ein Übergangsbischof. Nach drei Jahren, also im Alter von 75 Jahren, muss er dem Papst gemäss Kirchenrecht seinen Rücktritt anbieten.

Churer Bischofs-Regime muss Koffer packen

Eigentlich hätte das Churer Domkaptiel aus 22 ausgewählten Priestern des Bistums Chur, den neuen Bischof wählen sollen. Gewählt wurde damals im November jedoch niemand. Auch nicht Bonnemain, der auf der Wahlliste gestanden hatte. Nun hat Papst Franziskus ihn zum neuen Bischof von Chur ernannt.

Wie Radio Südostschweiz berichtet, muss mit der Wahl von Bonnemain das gesamte Churer Bischofs-Regime die Koffer packen. Darunter auch Generalvikar Martin Grichtig. Weihbischof Marian Eleganti solle seinen Rücktritt eingereicht haben. (rso/rac)

Wer ist der neue Bischof Joseph Maria Bonnemain?
Der 72-Jährige ist Bürger von Les Pommerats, Kanton Jura. Er wurde am 26. Juli 1948 in Barcelona geboren. Dort wuchs er als Auslandschweizer auf. Besuchte die Primar- und Mittelschule, bis er 1967 die Matura machte. Danach zog Bonnemain in die Schweiz und studierte an der Universität Zürich Medizin. Er schloss sein Studium mit einem Doktortitel ab, entschloss sich aber weiterzustudieren. Im Oktober 1975 zog er nach Rom sich der Philosophie und Theologie zu widmen. Im Sommer 1978 weihte ihn der Wiener Kardinal König zum Priester der Prälatur Opus Dei. Seine Primiz feierte er in der Zürcher Pfarrei St. Anton. Danach kehrte er zurück nach Spanien: Er verband nämlich die Fortsetzung seiner theologischen und kanonistischen Ausbildung mit der seelsorgerischen Betreuung von Arbeitern und Bauern in der Region Navarra. Zudem wirkte er auch als Spiritual und Studentenseelsorger an der dortigen Technischen Hochschule. Von 1983 bis 1991 war er Mitglied der Delegation des Heilige Stuhls bei der Weltgesundheitsorganisation in Genf. Seit dem 1. Juli 2008 ist Bonnemain Mitglied des Bischofsrates. Seit April 2011 pflegt er die Beziehungen zwischen Bischofskirche und Landeskirche. Seit 2002 ist er Sekretär des Fachgremiums «Sexuelle Übergriffe in der Pastoral». Das Amt hat er auch heute noch inne. (hap)

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