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Der Wald soll leerer und die Munition bleifrei werden

Der Kanton Graubünden hat Anpassungen an den Jagdbetriebsvorschriften beschlossen. Teil der Anpassungen sind Öffnungen verschiedener Wildschutzgebiete. So sollen die Bestände verkleinert und die Hochjagdstrecke gesteigert werden. Ebenfalls wird bleihaltige Munition verboten.

Südostschweiz
Mittwoch, 01. Juli 2020, 13:38 Uhr Anpassung der Jagdbetriebsvorschriften
Jäger Jagd 2019 Hochjagd Hirsch Nebel
Der Jagddruck auf Schalenwild wird im Wald verstärkt. Geplant sind 5560 Abschüsse von Hirschen.
OLIVIA AEBLI-ITEM

Im vergangenen Winter wurden in Graubünden 11'670 Hirsche gezählt. Das sind rund 2000 weniger als im Vorjahr. Dennoch wird eine weitere Reduzierung in Gebieten, welche grosse Wald-Wild-Konflikte haben, als nötig angesehen. Denn es gibt immer mehr Schalenwild. Darum soll auch dieses Jahr der Bestand weiter reduziert werden. Wie der Kanton nun mitteilt, wird dafür der Jagddruck erhöht und Wildschutzgebiete ganz oder teilweise geöffnet. Dadurch solle die Hochjagdstrecke gesteigert werden.

Wald-Wild-Konflikte:
Unter Wald-Wild-Konflikt sind Schäden gemeint, die beispielsweise für die forstliche Produktion, die Pflanzenvielfalt oder das Co2-Speichervermögen eines Waldes gravierend sind. Diese Schäden können vom Wild durch Verbeißen, Schälen oder Fegen entstehen.

Mehr Schwerpunktbejagungen bei Schalenwild

Hirsche und Rehe vermehren sich laut Kanton zu stark. Der Bestand muss daher reguliert werden, wie es weiter heisst. Dafür werden weibliche Tiere abgeschossen. Beim Hirschwild liege der Abschussplan bei 5560 Hirschen. Ebenfalls um die Bestände zu verkleinern, finden neu in den Regionen Domleschg und Surses Schwerpunktbejagungen statt. Darunter versteht man eine gezielte Senkung der Wildbestände auf Flächen, die von vielen Wildschäden betroffen oder dafür anfällig sind.

Beim Rehwild gibt es noch kein genauer Abschussplan. Jedoch hat der Kanton Graubünden entschieden, dass das Departement für Infrastruktur, Energie und Mobilität (DIEM) neu die Anzahl Abschüsse für die Jagd im November und Dezember je nach Wildschadensituation erhöhen und anpasssen kann.

Auch das Gämswild muss reduziert werden

Bei der Reduzierung des Schalenwilds soll ausserdem ein neuer Beschluss für Jägerinnen und Jäger beitragen. Dabei geht es um die Möglichkeit, dieses Jahr an den letzten vier Jagdtagen, Hirschspiesser unabhängig von der Stangenlänge zu bejagen. 

Im Kanton Graubünden gibt es aber nebst Hirschen auch Rehe, Gämswild und Steinwild. Bei den beiden Letzteren ist der Bestand grundsätzlich stabil. Jedoch muss in gewissen Gebieten das Gämswild reduziert werden. Dabei geht es nebst den bestehenden Gebieten um die Schutzwälder der Gemeinden Bergün Filisur, Surses und dem Jagdbezirk Herrschaft-Prättigau.

Abschiessen nur noch ohne Blei

Nebst den Apassungen beim Jagddruck gibt es noch weitere Änderungen der Jagdbetriebsvorschriften. Diese betreffen die Munition der Jägerinnen und Jäger. Denn ab sofort werde ein Verbot bleihaltiger Kugelmunition mit einer Übergangsfrist von einem Jahr bis zum 1. September 2021 umgesetzt. (paa)

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😡😡😡 ZUKÜNFTIGE PROBLEME MIT DEM WOLF IN GRAUBÜNDEN SIND HAUSGEMACHT!😡😡😡
Es war zu befürchten, die Jagdbehörden resp. der Kanton ist vor den mächtigen Forstlobisten eingeknickt. Nimmt man zur Kenntnis das bereits im vergangenen Jahr die anbitionierten Abschussvorgaben des Kantons an die Jägerschaft nicht erreicht wurden, ist es um so unverständlicher wenn diese jetzt sogar noch erhöht werden. Die Schalenwildbestände sollen weiter massiv reduziert werden und der Wolf soll Steine oder Schafe fressen. Wirtschaftsinteressen über alles im "Naturkanton" Graubünden. Wir hoffen die Jägerschaft schluckt diese Kröte nicht schon wieder widerstandslos. Der ständig zunehmende Druck auf unser Schalenwild Hirsch, Gämsen und Rehe ist mittlerweile nicht mehr zumutbar. Alle diese Massnahmen sind gegen gesunde und natürliche Wildtierbestände, verstärken die Probleme mit Raubtieren und die daraus resultierenden übergriffe auf Nutz- und Haustiere. Wenn die Jäger diesen Plan umsetzen zerstören sie längerfristig und zwangsläufig die Grundlage ihrer Passion.