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Die meisten Velounfälle passieren bei guten Sichtverhältnissen

Immer wieder kommt es zu Velounfällen in Kreiseln. 2019 waren es 16 Fälle alleine in Chur. Solchen Unfällen kann aber vorgebeugt werden. Beispielsweise indem Velofahrer im Kreisel auf der Strassenmitte fahren.

Nadine
Hinder
Freitag, 07. Februar 2020, 05:04 Uhr Velounfälle im Kreisel vermeiden
Velofahrer Velo fahren Kreisel Verkehr
Viele Velofahrer machen sich im Strassenverkehr zu wenig sichtbar.
OLIVIA AEBLI-ITEM

Alleine in dieser Woche kam es zu zwei Unfällen in Kreiseln. Am Mittwoch kollidierte ein Mofa mit einem Auto und am vergangenen Wochenende gab es eine Kollision zwischen einem Auto und einem Velo. Dabei fuhr das Auto in den Kreisel ein und übersah den Velofahrer, der von links kam. Wieso passiert das immer wieder?

«Velofahrende werden im dichten Verkehr und aufgrund ihrer schmalen Silhouette auch bei guten Sichtverhältnissen oft übersehen oder zu spät bemerkt», erklärt Michael Rytz vom Verkehrsclub Schweiz (VCS). Das lasse sich auch aus den Unfallzahlen ablesen. «Bei zwei von drei Kollisionen mit schwer verletzten Velofahrenden ist der Kollisionsgegner der alleinige Verursacher oder Hautpverursacher», so Rytz.

Die meisten Unfälle passieren bei guten Sichtverhältnissen

Es sei wichtig, dass man sich dieser Problematik bewusst ist, so Rytz weiter. «Velofahrende und Autofahrende unterschätzen, dass sich die meisten Unfälle am Tag, bei guten Sichtverhältnissen ereignen.» Ebenfalls unterschätzt werde, in welcher Situation es für Velofahrende im Kreisel am gefährlichsten wird. «Die allermeisten Unfälle ereignen sich, wenn der Velofahrer bereits im Kreisel fährt und ein einbiegendes Auto, ohne Vortritt, das Velo übersieht und den Weg abschneidet», erklärt Rytz.

In diesem Fall hilft, wenn der Velofahrer in der Mitte fährt. «Er ist dadurch viele besser sichtbar und hat auch mehr Zeit zu reagieren, wenn sich ein Autofahrer falsch verhalten sollte», sagt Rytz. Ausserdem werde so das Überholen im Kreisel, das ohnehin verboten ist, erschwert. Zusätzlich erhöhen auffällige Farben die Sichtbarkeit und somit die Sicherheit des Velofahrers.

VCS-Kampagne macht auf Sichtbarkeit im Strassenverkehr aufmerksam

Mit Walter Schlegel, Polizeikommandant des Kantons Graubünden.

Besondere Gefahr bei E-Velos

Nach Auswertung der Stadtpolizei Chur hat es 2019 in Chur 43 Unfälle mit Velos gegeben. 16 davon, also gut ein Drittel, sind im Kreisel passiert. Davon war sechs Mal ein E-Velo beteiligt. «Gerade bei Velos mit Elektromotor wird oft auch die Geschwindigkeit unterschätzt», erklärt Emil Gartmann von der Stadtpolizei Chur. So erhöhe sich das Risiko einer Kollision im Kreisel, weil andere Verkehrsteilnehmer nicht damit rechnen, dass ein Velo so schnell näherkommt.

Die Geschwindigkeit beim Einfahren in den Kreisel soll ohnehin gedrosselt werden vom Autofahrer, wie auch vom Velofahrer. «Auch, wenn man vermeintlich denkt, dass der Kreisel leer ist, soll man die Geschwindigkeit reduzieren und gut schauen, ob schon ein Fahrzeug im Kreisel ist», erklärt Gartmann.

Mit der TCS-Kampagne «Made visible» wird auf das Thema Sicherheit im Schweizer Strassenverkehr aufmerksam gemacht. Mehr zum sichtbaren Verhalten gibt es unter www.fahr-sichtbar.ch.

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Velofahren im Kreisel! Als ehemaliger Auto und Velofahrer muss ich Herrn Ritz vom VCS folgendes sagen. 1. Nehmt Bitte die Velofahrer nicht immer so in Schutz, warum, der Autofahrer hat, und da ist die Auto Industrie gefordert, einen relativ grossen Toten Winkel wegen der Stütze zwischen Türe und Fenster. Das ist gerade in Kreiseln sehr Hinderlich. 2. Viele Velofahrer , normale oder E-Velos fahren in den Kreiseln viel zu schnell und nicht in der Mitte, nein sie schneiden die Kurve, das heist, sie fahren auf der rechten Seite in den Kreisel ein, fahren dann nach links und beim ausfahren aus dem Kreisels sind sie dann wieder rechts. Ich möchte Herrn Rytz Bitten, auch die Velofahrer zum Korrektem fahren ermuntern, Miteinander und nicht Gegeneinander. Danke!