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Am Montag kein Fleisch auf dem Teller – bald auch in Graubünden?

Das Thema Nachhaltigkeit breitet sich in vielen Bereichen des täglichen Lebens aus. So fordern St. Galler Studenten aktuell einen fleischlosen Tag in der Hochschulmensa. Wie es in Graubünden um die Nachhaltigkeit steht, erklärt ein Mitglied der Nachhaltigkeitskommission der Fachhochschule Graubünden.

Anna
Nüesch
Donnerstag, 28. November 2019, 04:30 Uhr Nachhaltigkeit an Hochschulen
Ein Tag ganz ohne Fleisch: In der Mensa der FH Graubünden ist dies noch nicht der Fall.
ARCHIV

An der Universität St. Gallen (HSG) fordern vier Studenten mit einer Petition seit einigen Wochen einen «Meatless Monday». Künftig soll montags in der Mensa der HSG kein Fleisch mehr angeboten werden. Wie das Newsportal «20min.ch» berichtete, hat das gleichnamige Projekt in den USA die Studenten dazu inspiriert, das Thema in St. Gallen anzusprechen. Bereits 500 Unterschriften hätten die Initianten für das Projekt gesammelt. An der HSG werde die Initiative nun von der Mensakommission besprochen.

Austausch von Studenten und Hochschule

Die Fachhochschule Graubünden (FHGR) widmet sich dem Thema Nachhaltigkeit in verschiedenen Projekten. An der FHGR gibt es eine Nachhaltigkeitskommission, welche die Steigerung der ökonomischen, ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit unterstützt, wie Livia Somerville von der Stabstelle Nachhaltige Hochschulentwicklung der FHGR erklärt. «Mit der Nachhaltigkeitskommission wird seit 2015 die Mitwirkung der Mitarbeitenden und Studierenden der FH Graubünden für eine nachhaltige Entwicklung der Fachhochschule sichergestellt», so Somerville.

Ob ein «Meatless Monday» auch an der FHGR denkbar ist? Ein ähnliches Angebot gebe es bereits. «Aufgrund der studentischen Forderung haben die Mensen der FHGR 2018 den sogenannten ‹Klima-Montag› eingeführt.» Die servierten Menüs zeichnen sich laut Somerville durch besonders tiefe Treibhausgas-Emissionen aus. Die Mensen werden unabhängig von der Fachhochschule in deren Räumlichkeiten geführt, erklärt Somerville. Trotzdem bestehe ein enger Austausch zwischen Hochschule und den beiden Mensen.

Nachhaltigkeit im Unterricht

Auch im Vorlesungssaal finde das Thema ökologische Nachhaltigkeit seinen Platz. Im Modul «Grundlagen Nachhaltige Entwicklung» werden die Studenten aufgeklärt, welche ökologischen Auswirkungen unser aktueller Lebensstandard verantworten muss. Auch der Fleischkonsum werde thematisiert. «Die FH Graubünden hat mit ihren Unterrichtsmodulen zur nachhaltigen Entwicklung das Ziel, die Studierenden zu befähigen, Entscheidungen zu treffen, die den Prinzipien einer nachhaltigen Entwicklung gerecht werden.» Im Vordergrund stehe deshalb die Selbstverantwortung der Studierenden.

Nachhaltigkeit zu thematisieren, birgt aber Herausforderungen. Die vielen verschiedenen Standorte und unterschiedlichen Ausgangslagen in Chur würden die Sensibilisierung etwas erschweren. Ausserdem fügt Somerville an: «Es ist eine Herausforderung, aus allen Themen der nachhaltigen Entwicklung die relevantesten für die späteren Berufsfelder der Studierenden zu identifizieren, um diese Fragestellungen dann in den Vorlesungen zu behandeln.»

Das Engagement der Studentinnen und Studenten beeindruckt Somerville. So starteten erst kürzlich Studierende des Studiengangs Multimedia Production ein Projekt, das die Nachhaltigkeit verstärkt in den Alltag der Studierenden und Mitarbeiter bringen soll.

Livia Somerville von der Stabstelle Nachhaltigkeit hat den Studenten des Projektes «easynachhaltig» Auskunft gegeben:

In St. Gallen sollen die Gespräche mit der Mensakommission und auch dem Studentenparlament bis Mitte Dezember abgeschlossen sein. «Ob das Projekt dann in einer Testphase geführt wird, wird momentan abgeklärt», sagt Luca Serratore, HSG-Student und Mitinitiator des «Meatless Moday»’s, gegenüber «20min.ch».

Einmal pro Jahr organisiert die Studierendenorganisation «Student HUB» der FH Graubünden eine Nachhaltigkeitswoche mit verschiedenen Workshops und Aktivitäten rund um das Thema. Die dritte Ausgabe wird im März 2020 stattfinden.

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