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Glarner Schulkinder weihen «Vogelnester» ein

Drei Plattformen laden im Freiberg Kärpf zum Wandern und zum Wildbeobachten ein. Am Montag haben Offizielle und drei Schulklassen den Abschluss des Projekts «Freiberg Wunder Natur» gefeiert.

Claudia
Kock Marti
Mittwoch, 21. August 2019, 04:30 Uhr Wandern und Wildbeobachtung
Beste Aussicht auf Natur, Berge, See und Wild: Kinder kapern das «Vogelnest» am Weg zum Oberstafel der Alp Niederen-Mettmen.
CLAUDIA KOCK MARTI

Wir haben schon einen Steinbock beobachtet», sagt ein Junge. «Und auch eine Adlerfeder gesehen», erzählt ein Mädchen. Im Nu «kapern» die 57 Schulkinder aus Ennenda und Riedern die Wildbeobachtungsplattform, die von allen nur prägnant «Vogelnest» genannt wird. Die Klassen haben ihre geführte Wildbeobachtung bei der Luftseilbahn Kies-Mettmen gewonnen. Eine Gämse oberhalb der Plattform zieht sich derweilen diskret ins Gebüsch zurück.

So viele Leute aufs Mal werden sich wohl selten auf einer der im letzten September installierten Plattformen versammeln. «Das hält», ruft Markus Brunner beruhigend, der die Plattform geplant und aus einheimischem Holz gebaut hat. Projektleiterin Felicia Montalta lädt die Kids ein, nun ihre Glarnertüechli zur offiziellen Einweihung zu schwenken.

«Krönung» des NRP-Projekts

Mit den drei Schulklassen feiern Initiatoren und Macher, Vertreter des Tourismus und der Gemeinde sowie der Berghilfe den Abschluss des NRP-Projekts «Freiberg Wunder Natur», das mit einem Workshop 2015 gestartet wurde. Und es sei gelungen, alle im Gebiet agierenden 18 Leistungsträger zusammenzubringen und somit auch mögliche Einsprachen zu verhindern, sagt Fritz Marti-Egli, Initiant und Verwaltungsratspräsident der Luftseilbahn Kies-Mettmen, mit Stolz.

«Es ist gelungen, alle Leistungsträger zusammenzubringen.»

Die Plattformen sind für ihn die «Krönung» oder das Highlight des touristischen Impulsprogramms der Neuen Regionalplanung (NRP), unter dessen Fahne verschiedenste Projekte realisiert werden konnten. Darunter neue Tafeln im Freiberg Kärpf, eine neue Webseite zur Mettmenalp, das neu oder wieder organisierte Rundreisebillett für die Wildmad-Wanderung oder das Duftbuch «Geissbock Charly im Freiberg Kärpf». Nicht zuletzt sei die Besucherlenkung sommers wie winters im Freiberg Kärpf verbessert worden. «Es ist wichtig, dass wir der Natur im seit dem Jahr 1548 bestehenden Wildbanngebiet Sorge tragen», sagt Marti.

Vier Info-Tafeln und ein Label

Die drei Wildbeobachtungsstationen im Freiberg Kärpf laden ein, auf einheimisches Wild Ausschau zu halten und mehr über die vorkommenden Arten im ältesten Wildtierschutzgebiet Europas zu erfahren. Die beiden überdimensionalen Vogelnester auf Widerstein und der Niederenalp auf Mettmen sowie bei der Bischofalp in Elm sind frei zugänglich. Auf Tafeln erfährt der Besucher zugleich Wissenswertes zu Gämse, Steinbock, Rothirsch und Steinadler. Wer den QR-Code beim Steinadler herunterlädt, bekommt dessen unverkennbares Rufen zu hören.

Eine weitere Plexiglas-Plakette wird am Vogelnest auf der Niederenalp von Markus Brunner unter Beihilfe von Mathias Vögeli, Gemeindepräsident Glarus Süd, angebracht. So ist die Plattform mit dem Label «Schweizer Holz» vom Verband der Schweizer Holzwirtschaft Lignum ausgezeichnet worden. Das Objekt besteht zu 84,7 Prozent aus Schweizer Holz. Und es wächst in 50 Sekunden wieder nach.

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