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Gut schlafen trotz Tropennächten

Langandauernde Sommerhitze macht vielen insbesondere während der Nacht zu schaffen. Für Wohn- und Schlafräume gibt es aber einige hilfreiche Tricks und Schutzvorrichtungen, um für mehr Abkühlung zu sorgen.

Südostschweiz
Donnerstag, 11. Juli 2019, 14:00 Uhr

Von einer Tropennacht spricht man immer dann, wenn die Außentemperaturen zwischen 18 abends und 6 morgens nicht unter 20 Grad sinken. So wollte sich beispielsweise zuletzt im Churer Rheintal selbst weit nach Sonnenuntergang nicht die ersehnte Kühle einstellen. Nun wirkt sich große Wärme in der Nacht nicht nur äußerst schlafstörend aus. Vielmehr stellt eine fortdauernde Hitzebelastung ein hohes gesundheitliches Risiko dar, die für Kleinkinder, Senioren, chronisch Erkrankte und Schwangere geradezu lebensbedrohlich sein kann. Doch auch gesunde Menschen sind bei fortdauernder Hitzezufuhr nicht vor ernsthaften Kreislaufproblemen gefeit und können natürlich ebenso einen Hitzschlag erleiden. Das Bundesamt für Gesundheit BAG hat daher allgemeine Goldene Regeln für Hitzetage formuliert. Es empfiehlt unter anderem eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, leichte Kost, und wenig körperliche Aktivität. Darüber hinaus wird dazu geraten, Wohnung und Körper möglichst kühl zu halten. Gerade Letzteres stellt Hitzegeplagte oft vor ein Problem – wenn nämlich im Wohnbereich selbst Backofentemperaturen herrschen. Dabei lässt sich einer Raumüberhitzung schon mit einfachen Mitteln recht gut entgegenwirken.

Sonnenstrahlen mit Rollos & Co. aus dem Wohnraum fernhalten

Eine häufig unterschätzte Ursache für überhitzte Räume ist hereinscheinendes Sonnenlicht. Es sollten daher alle Fenster schon zu Tagesbeginn abgeschattet werden, damit der Wohnraum sich gar nicht erst aufheizen kann. Entscheidend ist dabei, Rollos mit nachweislichere Verdunkelungsfunktion zu verwenden, die auch wirklich konsequent UV-Licht abhalten. Denn nicht selten befinden sich lichtdurchlässige Vorhänge im Wohnbereich und am Schlafzimmerfenster. Sie sind schlichtweg nutzlos in Sachen Hitzeschutz und bringen die Bewohner zusätzlich auch noch wegen der früh hereinscheinenden Sonne um den Schlaf. Ist ein Zimmer aufgrund seiner Lage oder großer Fensterscheiben besonders anfällig für überbordende Wärmeentwicklung, schaffen Rollos und Vorhänge mit ausgewiesener Hitzeschutzfunktion Abhilfe.

Luftzufuhr nur bei gesunkener Außentemperatur

Auch zur falschen Zeit zu lüften, verschlechtert das Klima im Raum ganz erheblich. So wird oft schon in der Mittagszeit bei prallem Sonnenschein das Fenster geöffnet. Das aber sorgt nicht für die erhoffte Kühlung, sondern transportiert im Gegenteil noch mehr Hitze als zuvor herein. Die Devise lautet also: Ist es noch heiß draußen, Fenster grundsätzlich zulassen. Nur wenn die Außentemperatur fühlbar oder laut Thermometer gesunken ist, sollte für frische Luft gesorgt werden, was meist ganz früh am Morgen oder nach Sonnenuntergang der Fall ist. Die besten Ergebnisse werden erzielt, wenn gleich alle vorhandenen Fenster und Türen für ein paar Minuten weit aufgesperrt werden.

Kühl gebettet schläft es sich besser

Mit der geeigneten Wahl an Bettwäsche und -bekleidung lässt sich ebenfalls für angenehmer temperierte Schlafbedingungen sorgen. Wärmende Biber-Bettwäsche oder Flanell-Bezüge sollte im Sommer gegen temperaturausgleichendes, leichtes Material wie Seersucker, Leinen oder Seide ausgetauscht werden. Bei anhaltenden Hitzeperioden ist es zudem empfehlenswert, sich nur mit einem dünnen Bettüberzug zuzudecken und das Inlet gleich ganz aus dem Überzug zu entfernen. Die sommerliche Nachtbekleidung kann aus Baumwolle oder Naturseide bestehen. Die Kleidung sollte dabei möglichst weit und locker sitzen. Wem es angenehm erscheint, der kann auch gänzlich unbekleidet zu Bett gehen.

Vor dem Schlafengehen noch lauwarm abduschen

An besonders heißen Tagen wächst zwangsläufig das Bedürfnis, sich einmal gründlich eiskalt abzubrausen. Tatsächlich aber steigt die Körpertemperatur dann erst richtig, da der Körper der starken Auskühlung sofort entgegensteuert – mit einer erhöhten Wärmeproduktion. Besser ist es, lauwarm zu duschen. So stellt sich vor dem Zubettgehen ebenfalls ein angenehmes Gefühl von Frische ein.
 

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