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Die Kanti zeigt, was künstlerisch in ihr steckt

Ab sofort läuft die Jahresausstellung des Fachs Bildnerisches Gestalten (BG) in der Kantonsschule Glarus. Zu entdecken gibt es eine riesige Bandbreite künstlerischen Ausdrucks und Erprobens.

Claudia
Kock Marti
Mittwoch, 05. Dezember 2018, 04:30 Uhr Kreative Schüler
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Hält der Bogen aus Schieferplättchen? Eine Gruppe von Viertklässlern begutachtet die Projektarbeiten zum Thema Schiefer
SASI SUBRAMANIAM

Die letzten Vorbereitungen vor der Vernissage in der Kantonsschule Glarus laufen. Hält das fragile Objekt bis zum Schluss der Ausstellung? Selina Acker begutachtet ihre Projektarbeit zum Thema Schiefer. Der Bogen aus Schieferplättchen scheint frei zu schweben. «Das ist ziemlich stabil», meint Acker. Auf der einen Seite hat sie ein wenig Klebstoff verwendet.

Benjamin Kühnhanss, ebenfalls Viertklässler mit Schwerpunktfach BG, erklärt die gestellte Aufgabe näher. So war eine freie Arbeit mit dem Material Schiefer zu gestalten, die dessen Eigenheit zum Ausdruck bringt. Jasmin Landolt weist auf die gegenüberliegende Wand hin, an der weitere Arbeiten ihrer Klasse hängen. «Die Zeichnungen zu den Händen waren uns genau vorgegeben. Beim Schiefer konnten wir hingegen frei arbeiten. Er durfte nur nicht dekorativ verwendet werden.» Sie schmunzelt: «Wir haben schon auch ein paar Theorien dazu gehabt.» Auf die Frage, woran man denn merke, ob etwas dekorativ sei, antwortet Kühnhanss, dass das Objekt nicht einfach als Schmuck wirken dürfe. «Es soll zum Denken anregen», ergänzt Karima Temizmermer. Auch ihr gefällt das bildnerische Gestalten so gut, dass sie es als Schwerpunktfach gewählt hat.

Entwerfen, skizzieren, ausführen

Die Zweitklässler Charlotte Freund und Silvan Hauser zeigen in der Ausstellung, was sie mit Ton zum Thema Beziehung kreiert haben, wobei die Umsetzung zuerst konkret und dann abstrahierend erfolgen sollte. «Wir haben zuerst Skizzen gemacht», erklärt Freund. Die junge Frau hat zwei Figuren geschaffen, die zwar freundschaftlich, aber auch kompliziert miteinander verbunden sind. Bei Hausers Objekt geht es dagegen um feindliche Gefühle, in dem die eine Figur die andere einzuengen versucht, wie er erklärt.

Einige Fünftklässlerinnen diskutieren derweilen vor den Druckgrafiken, die sie geschaffen haben. «Wir sollten eine menschliche Figur in einer Pflanzenumgebung zeichnen. Vor dem Linolschnitt haben wir Pflanzen im Schulgarten skizziert», so Loredana Colucello. Präzises Arbeiten ist bei dieser Technik wichtig. Ein falscher Schnitt im Negativmuster auf der Linolplatte kann am Ende eine Arbeit zunichtemachen.

Fast alle Klassen sind dabei

«Es ist eine breite Schau darüber, was wir machen», sagt Lehrer Michael Honegger, der die Ausstellung mit seinen Fachkolleginnen Martina Jakober und Nathalie Bertrand organisiert. An der Jahresausstellung nehmen laut ihm möglichst alle Klassen teil, abgesehen von den Fünftklässlern mit Schwerpunktfach BG, die jeweils eine eigene Ausstellung machen dürften.

Mal geht es darum, das Beobachten und Zeichnen zu lernen. Dann darum, ausgehend von abbildenden Ausdrucksformen Abstraktionen zu finden oder dann einen ausgewählten Aspekt sichtbar zu machen. Es gibt Experimente mit der Kamera obscura, gemalte Selbstporträts und vieles mehr.

Die thematisch gruppierten und mit unterschiedlichsten Techniken und Materialien gestalteten Werke werden bis 9. Januar gezeigt. Auch die Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen, die Ausstellung zu besuchen.

Bis 9. Januar 2019, geöffnet zu den Schulzeiten der Kantonsschule.

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