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Vaillant Arena Davos hat wieder guten Sound

Damit die Lautsprecher in einer Halle wie der Vaillant Arena in Davos gut vertont sind, braucht es einiges an Know-how. Winkel, verschiedene Flächen und die Grösse spielen dabei eine Rolle. Wir haben mit Phil Benesch, dem Vertoner, über seine Arbeit gesprochen.

Victoria
Sutter
24.08.17 - 19:33 Uhr
Leben & Freizeit
Damit die Fans den Kommentar zum Eisshockey-Spiel hören können, muss die Vertonung stimmen.
Damit die Fans den Kommentar zum Eisshockey-Spiel hören können, muss die Vertonung stimmen.
OLIVIA ITEM

Heute, Donnerstagabend, geht es los, der HC Davos bestreitet sein erstes Spiel in der Vaillant Arena in Davos. Damit Besucher und Fans die Lautsprecherdurchsagen hören können, braucht es eine entsprechende Anlage. Mehr noch: Die Anlage muss richtig installiert sein, so dass es beispielsweise keine Tonverzögerungen gibt.

Damit das alles stimmt, gehen Profis ans Werk: Phil Benesch, Geschäftsführer von Phil's Concert- and Showtechnique, ist seit über 30 Jahren im Business tätig. Er hat bereits vor sechs Jahren die Beschallungsanlage in der Arena installiert. Dieses Jahr musste er die Verstärker und die Steuerung auswechseln, weil diese nicht mehr den Sicherheitsansprüchen gerecht wurden. Die Lautsprecher sind noch die gleichen. Doch weil alles, was hinter den Lautsprechern steckt, ersetzt wurde, mussten auch neue Akustik-Proben gemacht werden.

Diese Proben fanden in der leeren Halle statt - die Akustik muss jedoch bei einer vollen Halle stimmen, also mit schreienden und singenden Besuchern. Aus diesem Grund fährt Benesch heute Abend zum Spiel, um allenfalls noch letzte Anpassungen während des Spiels zu machen.

Durch seine jahrelange Erfahrung geht Benesch allerdings davon aus, dass nur wenige Korrekturen nötig sein werden. Ziel ist es, dass Benesch nur heute zum Spiel muss, um die Vertonung anzupassen, danach sollte alles autonom funktionieren.

Zeitverzögerungen ausgleichen

Wer schon mal in der Vaillant Arena in Davos war, weiss, wie sehr diese verwinkelt ist - dadurch entstehen für die Vertonung einige Herausforderungen. Beispielsweise sind an verschiedenen Orten Lautsprecher-Boxen aufgestellt. Je nachdem gibt es während einer Live-Ton-Übertragung verschiedene Zeitverzögerungen bis die Boxen den Ton widergeben. Auch das muss entsprechend voreingestellt werden, damit aus allen Boxen gleichzeitig der gleiche Ton rauskommt - ansonsten würden Besuchende den gleichen Ton mit Zeitverzögerung mehrmals hören, was das Besuchserlebnis deutlich schwächen würde. Deshalb arbeitet Benesch mit einem Delay-Gerät, wie er erklärt.

Die Besucher haben dann also das Gefühl, dass aus allen Boxen gleichzeitig der gleiche Ton ausgespielt wird - zeitgleich, wie der Ton in Echt auch entsteht, also beispielsweise beim Ins-Mikrophon-sprechen durch den Speaker.

Aber auch die Hallenkonstruktion ist eine Herausforderung: Je nach Fläche, beispielsweise Holz oder Plastik, werden Töne anders widergegeben.

Auch das wird heute Abend beim ersten Spiel in der Vaillant Arena Davos geprüft und wenn nötig korrigiert. Allenfalls müssten die Lautsprecher noch anders ausgerichtet oder gestellt werden.

Jahrelange Erfahrung - zahlreiche Erinnerungen

Kirchen, Konzertsääle, Arenen, Open Airs - die Liste an Lokalitäten, die Benesch vertont hat, ist lang. Einige Lokalitäten sind dabei schwieriger zu vertonen, eine Kathedrale bietet beispielsweise viel Potenzial für Echos.

In all den Jahren sind auch sehr viele Erinnerungen entstanden. Benesch ist froh, dass immer alles gut funktioniert hat. Eine schöne Erinnerung sei die vergangene Ski-WM: Da habe es viele Komplimente gegeben.

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