Zwei Finnen zurück in der HCD-Kabine
2005 ist Niklas Hagman mit dem HCD Schweizer Meister geworden. Im folgenden Jahr verlor Riku Hahl den Play-off- Final gegen Lugano. Jetzt sind die beiden Finnen zurück in Davos – mit Jokerit Helsinki am Spengler Cup.
2005 ist Niklas Hagman mit dem HCD Schweizer Meister geworden. Im folgenden Jahr verlor Riku Hahl den Play-off- Final gegen Lugano. Jetzt sind die beiden Finnen zurück in Davos – mit Jokerit Helsinki am Spengler Cup.
Niklas Hagman und Riku Hahl lassen am Spengler Cup Erinnerungen an ihre Zeit in Davos wach werden
Von Hansruedi Camenisch
Das Bild bleibt unvergessen: Niklas Hagman lässt sich im Frühling 2005 an der Meisterfeier mit blauer Perücke neben Joe Thornton und Rick Nash über die Promenade durch Davos kutschieren. Später kommentiert er – nicht ganz nüchtern – in der altehrwürdigen Ratsstube lautstark die Laudatio von Landammann Hans- Peter Michel.
<strong>An Hagman erinnert</strong> man sich beim HCD gerne als den Stimmungsmacher in der Kabine, aber auch als den unermüdlichen Kämpfer, Torvorbereiter und -vollstrecker auf dem Eis. Der mittlerweile 35-jährige Finne spricht rückblickend von einer Saison in Davos, «in welcher wir in einer grossen Mannschaft viel Spass hatten und begeisternde Spiele zeigten». Hagman kennt die Triumphe natürlich noch. «Wir gewannen viele Partien und schliesslich den Spengler Cup und die Schweizer Meisterschaft.»
<strong>Hahl erzählt,</strong> es sei für ihn eine lange, aber ungewohnt emotionale Reise gewesen, als er am Stephanstag mit Jokerit Helsinki aus der finnischen Hauptstadt nach Zürich flog und dann im Car nach Davos weiterfuhr. Er habe viele grossartige Erinnerungen an die Saison 2005/06 beim Bündner NLA-Klub. «Ich hatte wunderbare Teamkollegen wie die Brüder Jan und Reto von Arx, Andres Ambühl oder Marc Gianola. Die ganze Gruppe vom Trainer, den Physiotherapeuten, den Materialwarten bis hin zu den Spielern machte eine riesige Freude. Es machte einfach Spass, ein Teil davon zu sein», so Hahl. Der inzwischen 34-jährige Stürmer spricht auch von «einem gutem Jahr für unser Team, obwohl wir den Kampf um den Meistertitel schliesslich verloren».
<strong>Im Gegensatz zu Hagman</strong> blieb Hahl die Krönung versagt. Der HCD verlor 2006 den Play-off-Final gegen Lugano mit 1:4 Siegen. Hahl wäre kein richtiger Eishockeyprofi, wenn er den verlorenen Titelkampf nicht «als grosse Enttäuschung» bezeichnen würde. Von der Saison in Davos habe er dennoch viel profitieren können, bemerkt Hahl. «Ich bekam grossartiges Coaching und konnte viel von Arno Del Curto lernen. Wir trainierten damals wirklich hart.» Mit Andres Anbühl ist Hahl bis heute in Kontakt geblieben.
<strong>Hagman kehrte</strong> nach seiner NHL-Lockout-Saison beim HCD nach Nordamerika zurück zu den Florida Panthers. Er wechselte dann zu den Dallas Stars, später zu den Toronto Maple Leafs und darauf zu den Calgary Flames, ehe er 2012 bei den Anaheim Ducks nach insgesamt genau 800 NHL-Partien sein NHL-Abenteuer abbrach und bei Lokomotiv Jaro-slawl in der Kontinental Hockey League (KHL) in Russland anheuerte.
Hahl wechselte 2006 von Davos nach Schweden, wo er zunächst für Timra und danach für Frölunda Göteborg stürmte. Seit 2011 trägt er nun bereits die Farben von Jokerit Helsinki in seiner Heimat. Hagman stiess erst auf diese Saison hin zu Jokerit. «Nachdem Jokerit aus der finnischen SM-Liiga in die KHL gewechselt hatte, zögerte ich keinen Moment», sagt Hagman. «Für ein finnisches Team in der KHL, wohl der besten Liga ausserhalb der NHL, zu spielen, ist eine ganz spezielle Herausforderung.»
Jokert fand sich in der KHL auf Anhieb bestens zurecht. Das Team belegt zurzeit in der West-Conference unter 14 Mannschaften Platz 3. Und Jokerits KHL-Experiment zahlt sich auch finanziell aus. 11 000 Zuschauer besuchen im Durchschnitt die Heimspiele in der finnischen Metropole.
<strong>Den aktuellen Abstecher</strong> nach Davos zum Spengler Cup bezeichnen sowohl Hagman als auch Hahl als willkommene Abwechslung zum Meisterschaftsalltag. Beide brachten ihre Familien mit nach Graubünden. Sie sind sich einig, dass sie die Zeit in der Schweiz geniessen, aber auch mit grossem Einsatz und möglichst erfolgreich Eishockey spielen wollen.
Der Auftakt ist Jokerit gestern Nachmittag mit der 3:4-Niederlage gegen Salawat Julajew Ufa missglückt. Hagman hat ein einfaches Rezept, damit der zweite Auftritt heute gegen Spengler-Cup-Titelverteidiger Genf-Servette erfolgreich gestaltet werden kann. «Wir müssen unsere Torchancen besser nutzen und mehr Tore schiessen», meint der Flügelstürmer.
<strong>Nicht wenige sehen Jokerit</strong> trotz der gestrigen Niederlage gar als Favorit auf den Turniersieg. Hahl winkt ab. «Für mich ist Davos der Anwärter Nummer 1. Der HCD verfügt über eine wirklich starke Mannschaft.» Weniger auf die Äste lässt sich Hagman hinaus. «Wir spielen in der KHL ziemlich erfolgreich. Am Spengler Cup hat man allerdings viele Partien in kurzer Zeit. Da kann viel passieren. Ich traue noch jeder Mannschaft den Turniersieg zu. Aber eines ist klar: Wir werden unsere Haut so teuer wie möglich verkaufen.»
Das schönste wäre sowohl für Hagman wie für Hahl, wenn sie in einem Abendspiel in der ausverkauften Vaillant Arena gegen den HC Davos antreten könnten – oder noch lieber am Silvestermittag im Final.
Wir bitten um euer Verständnis, dass der Zugang zu den Kommentaren unseren Abonnenten vorbehalten ist. Registriere dich und erhalte Zugriff auf mehr Artikel oder erhalte unlimitierter Zugang zu allen Inhalten, indem du dich für eines unserer digitalen Abos entscheidest.
Bereits Abonnent? Dann schnell einloggen.