Zurbriggen: «Im Moment passt wirklich alles»
Silvan Zurbriggen ist am Samstag im italienischen Val Gardena mit seinem ersten Sieg in einer Ski-Weltcup-Abfahrt ein Coup geglückt. Der Walliser ist Weltklasse, will vom Gesamt-Weltcup aber noch nichts wissen.
Silvan Zurbriggen ist am Samstag im italienischen Val Gardena mit seinem ersten Sieg in einer Ski-Weltcup-Abfahrt ein Coup geglückt. Der Walliser ist Weltklasse, will vom Gesamt-Weltcup aber noch nichts wissen.
Mit Silvan Zurbriggen sprach Richard Hegglin
Silvan Zurbriggen, ist Ihr Abfahrtssieg ein Triumph, mit dem die wenigsten gerechnet haben?
Silvan Zurbriggen: Ich kann einfach nur sagen: Ich bin total glücklich. Alles ist aufgegangen, das war ein wunderschöner Tag. Für einmal waren die Hundertstel auf meiner Seite.
Und das in Val Gardena, wo ihre Karriere vor drei Jahren beinahe zu Ende gegangen wäre.
Da sieht man, wie nahe im Skisport Glück und Pech beisammenliegen. Die Kamelbuckel haben mich sehr beschäftigt. Ich konnte deswegen nicht schlafen und habe mich darüber mit den Trainern intensiv unterhalten. In den Trainings bin ich in jenen Passagen immer aufrecht gefahren. Ausgerechnet im Rennen hat alles gepasst.
Sie bestritten schon 170 Rennen und feierten nun in ihren ersten Weltcupsieg, abgesehen vom Kombi-Erfolg in Kitzbühel.
Kitzbühel ist für mich ein vollwertiger Sieg, auch wenn es sich nur um eine Kombination handelt. Kombinationssieger in Kitzbühel zu sein, hat einen hohen Stellenwert. Aber jetzt freut mich natürlich dieser Abfahrtssieg ungemein. Abfahrt ist die Königsdisziplin. Ein Wahnsinn.
«Die Saison ist noch jung»
Und zudem in einem Klassiker.
Einem Klassiker, auf dem ich schon alles erlebt habe, positiv wie negativ, das macht mich umso glücklicher. Ich bin hier schon zweimal schwer gestürzt. Irgendwie habe ich es wieder geschafft, mich zusammenzureissen und eine gute Leistung zu bringen.
Didier Cuche meinte, mit Ihnen sei im Weltcup bis im Frühling zu rechnen.
(lächelnd) Damit will er nur von sich ablenken. Es gibt viele grosse Skifahrer, die in allen Disziplinen sehr schnell fahren können. Ich habe jetzt einfach das Glück, dass es mir überall gut läuft, dass die Gesundheit passt. Diese Form versuche ich zu konservieren.
Dann ist der Gesamt-Weltcup für Sie noch kein Thema.
Nein, überhaupt nicht. Die Saison ist noch jung. Wichtig ist, ein Rennen nach dem andern zu nehmen. Mehr kann man nicht beeinflussen.
Wie sieht ihre künftige Strategie aus?
Ich werde vermutlich das eine oder andere Rennen auslassen, um Kräfte zu schonen. Im Januar folgen fünf Slaloms hintereinander und zwei Kombinationen. Deshalb setze ich bezüglich der Teilnahme an der nächsten Abfahrt Bormio noch ein grosses Fragezeichen. Ich muss das noch mit meinen Trainern besprechen.
Sie haben eben Ihren Servicemann und ihren Osteopathen umarmt, zwei Personen, die zu diesem Sieg einen wichtigen Beitrag leisteten.
Um so ein Rennen zu gewinnen, braucht es ein funktionierendes Team. Alles muss harmonieren. Und im Moment passt wirklich alles. Das Ergebnis ist das Spiegelbild dieser Situation.
Seit längerer Zeit plagen Sie Rückenprobleme.
Ich will gar nicht viel darüber reden. Ich befinde mich in guten Händen. Das ist das Wichtigste.
Wir bitten um euer Verständnis, dass der Zugang zu den Kommentaren unseren Abonnenten vorbehalten ist. Registriere dich und erhalte Zugriff auf mehr Artikel oder erhalte unlimitierter Zugang zu allen Inhalten, indem du dich für eines unserer digitalen Abos entscheidest.
Bereits Abonnent? Dann schnell einloggen.