Zu viel Pause, zu wenige Starts: Ich will jetzt Rennen fahren!
Seit Montagabend bin ich mit der Schweizer Skicross-Nationalmannschaft im Val Thorens in Frankreich. Es hat etwas Schnee, die beiden Rennen am Freitag und Samstag werden stattfinden, das ist positiv.
Seit Montagabend bin ich mit der Schweizer Skicross-Nationalmannschaft im Val Thorens in Frankreich. Es hat etwas Schnee, die beiden Rennen am Freitag und Samstag werden stattfinden, das ist positiv.
Von Alex Fiva*
Schliesslich wurde seit dem Weltcup-Auftakt in Nakiska in Kanada vor einem Monat wegen Schneemangels alles abgesagt. Nun sind wir im Val Thorens, und an diese Strecke habe ich eigentlich nur schlechte Erinnerungen. Letzte Saison fuhren wir gleich drei Rennen. Beim ersten im Dezember 2013 wurde ich wie viele andere Top-16-Fahrer auch bereits in der Qualifkation wörtlich vom Winde verweht: Es reichte nicht für die Heats. Dann im Januar an einem Doppelevent fiel ich beide Male in Runde 1 aus. Zweimal war es ein «Knorz», ich führte, lag dann zurück und schied aus. Schon ein Jahr zuvor erging es mir hier gleich. Ich habe also im Val Thorens noch nie eine Runde überstehen können. Es ist Zeit, dies zu ändern.
Seit einem Monat konnten wir keine Rennen mehr fahren. Das war eine mühsame Zeit. Normalerweise freue ich mich immer auf die Weihnachtspause während der Saison. Dieses Mal hatten wir aber schon vor dem Fest zwei Wochen Pause. Das war dann wirklich genug der Pause. Die Zeit haben wir mit Trainings auf dem Gletscher im Pitztal überbrückt. Das war nötig, da es in unseren Skigebieten in der Schweiz schwierig oder gar unmöglich war, einen Start oder überhaupt einen Kurs zu bauen. Zwischen Weihnachten und Neujahr bin ich zudem mit meinen früheren Trainern Riesenslalom gefahren und war öfter im Kraftraum. Und ich habe ein paar Tage auch noch im Büro gearbeitet.
Ich wäre nach den Problemen mit meinem Rücken Ende letzter Saison doppelt froh, endlich wieder in einen guten Rennrhythmus zu kommen. Und ich bin der Typ, der Rennen braucht. Trainig ist okay, aber eben: Ich will Rennen fahren. Im ersten und bislang einzigen in Kanada fühlte ich mich sehr gut, auch wenn ich am Start noch nicht so angriffig wie gewohnt war. Ich hatte etwas Pech in meinem Heat, in dem es mit vielen Überholmanövern drunter und drüber ging. Aber grundsätzlich war Nakiska eine positive Erfahrung – auch wenn ich den Rücken immer noch spürte.
Eine der Folgen der vielen Rennabsagen im Dezember ist der nun hektische Terminplan. Die beiden Rennen im Val Thorens sind die letzten vor der WM zwei Wochen später in Kreischberg. Entsprechend wichtig werden der Freitag und Samstag. Die WM-Selektionen werden danach gemacht. Alle sind entsprechend angespannt. Auch ich kann nicht einfach davon ausgehen, bei der WM dabei zu sein: Unser Schweizer Team wird stärker und stärker. Ich kann nicht mehr tun, als alles zu geben und schnell zu fahren.
* Der Parpaner Skicrosser Alex Fiva gewann 2013 den Gesamtweltcup. Aufgezeichnet von Kristian Kapp.
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