Zahner: «Eine spezielle Affiche mit zwei grossen Klubs»
Peter Zahner hat die Wieder- geburt des Schweizer Cups positiv wahrgenommen. Der ZSC-Stratege spricht von einem hervorragenden Produkt. In Bern will er mit den Lions einen nächsten Akzent setzen.
Peter Zahner hat die Wieder- geburt des Schweizer Cups positiv wahrgenommen. Der ZSC-Stratege spricht von einem hervorragenden Produkt. In Bern will er mit den Lions einen nächsten Akzent setzen.
Von Sven Schoch
Eishockey. – Bern gegen die ZSC Lions – ausgerechnet jene Vereine, die sich zusammen mit der Agentur Infront für einen Cup-Relaunch stark gemacht haben, treffen in der vorletzten Runde direkt aufeinander. Für Peter Zahner ist es vor allem «eine spezielle Affiche mit zwei grossen Klubs». Dem Gipfel der beiden NLA-Branchenführer misst der CEO der Lions eine grössere Bedeutung bei, «weil es ein Knock-out-Match ist».
Ein Plus ist den Lions unfreiwillig hingegen schon vor dem ersten Puck-einwurf entglitten: der Heimvorteil. Über 88 Prozent der Spiele haben sie im Hallenstadion gewonnen, auswärts verkörpert der Titelhalter nur Mittelmass. In der eigenen Arena hat der ZSC heute keinen Zutritt. Dem ZSC entgehen netto Einnahmen zwischen 120 000 und 150 000 Franken. «Am Finaltag, 11. Februar, wäre die Halle verfügbar», hat Zahner bereits abgeklärt.
SCB-Depression, Grüsse für Hartley
Vor der Kulisse des 13-fachen Champions Bern haben die Lions seit bald 24 Monaten nicht mehr gewonnen. In der letzten Runde vor dem Jahreswechsel zelebrierten die euphorisieren SCB-Anhänger den 3:1-Erfolg im Sinne einer übergeordneten Prestigesache. Zahner spricht zwar explizit von einer Angelegenheit mit «Play-off-Charakter», gleichwohl mag er die Signalwirkung des Spiels im Hinblick auf die richtige «Crunch Time» nicht überhöhen: «Man sollte die Wettbewerbe nicht vermischen.»
Und doch waren die beiden Klubs natürlich vor allem in der heissen Phase der letzten Meisterschaften mehrfach in prickelnde Zweikämpfezehn Monaten stiessen die Lions die Bären in die Play-out-Grube. Am 17. April 2012 hatte Steve McCarthys Meisterschuss 2,5 Sekunden vor Schluss beim SCB eine mehrwöchige Depression ausgelöst.
Mit dem vorletzten ZSC-Meister-coach ist Zahner noch heute lose in Kontakt. Per Mail übermittelte er Bob Hartley kürzlich Neujahrsgrüsse. Der Empfänger in Calgary bedankte sich umgehend für die Nachricht aus Zürich. Der Kanadier hatte in Oerlikon die erfolgreiche NLA-Regentschaft Ex-NHL-Taktgeber eingeleitet. Marc Crawford fuhr auf hohem Niveau fort – und Bern setzt seit dem letzten Januar mit Guy Boucher ebenfalls auf einen ehemaligen Lohnbezüger der National Hockey League.
Crawford will sein Schweizer Palmarès in der dritten Saison um weitere Trophäen erweitern. Ob er im Sommer dann noch zu halten sein wird, bleibt abzuwarten. «Er besitzt im Vertrag eine Klausel», bestätigt Zahner. Sollte ihm ein NHL-Verein eine Offerte unterbreiten, könnte er vorzeitig aus seiner bis 2016 fixierten Vereinbarung mit den Lions aussteigen.
Spengler-Cup-Spekulationen
Offen ist anscheinend auch eine andere Sache. In Davos fiel im Zusammenhang mit der Besetzung der 89. Spengler-Cup-Ausgabe erneut der Name der Lions. Zahner hat die Hockey-Exhibition vorzugsweise vom Büro aus verfolgt. Was er sah, hat ihm gefallen: «Genf hat eine gute Visitenkarte hinterlassen.» Seit Mutmassungen aufkamen, der Turnierchef Fredi Pargätzi rechne nicht mehr zu 100 Prozent mit einer erneuten Teilnahme der Servettiens, portierten verschiedene Interessenvertreter den Schweizer Meister.
Ein hoher Anteil der zahlreichen Zürcher Touristen würde ein Engagement des ZSC bestimmt goutieren. Und die Chefetage des zweifachen Spengler-Cup-Siegers? Zumindest sei ein Auftritt beim bekanntesten Klub-Event nicht unbedingt kein Thema mehr, lässt Zahner durchblicken: «Wir müssten aber zuerst einmal die Bedingungen kennen. Welche Kosten sind gedeckt? Die sportliche Konstellation wäre ebenfalls zu klären. Cup, Spengler-Cup, Champions League, Meisterschaft – da käme einiges zusammen.» Eine offizielle Anfrage sei bei der Lions-Organisation allerdings noch nie eingetroffen, relativiert Zahner das Thema: «Deshalb können wir auch nicht konkret Stellung beziehen.»
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