Wirbel in Biel
Biel Die Senkung der rekordhohen Sozialhilfequote ist in der Stadt Biel längst nicht das politische Hauptthema. Vielmehr dreht sich alles um die Verfehlungen des SVP-Gemeinderats.
Biel Die Senkung der rekordhohen Sozialhilfequote ist in der Stadt Biel längst nicht das politische Hauptthema. Vielmehr dreht sich alles um die Verfehlungen des SVP-Gemeinderats.
red. Es war von Anfang an klar, dass es schwierig werden würde für SVP-Gemeinderat Beat Feurer. Er war das erste Exekutivmitglied der SVP im «roten Biel». Der Steuerexperte brachte keine politische Erfahrung mit, und seine Partei fristete vor den Wahlen 2012 in der Arbeiterstadt ein kümmerliches Dasein. Und doch startete Beat Feurer mit Euphorie in die Legislatur. Die Wählerschaft hatte der SVP einen phänomenalen Sieg beschert. Vor allem das Versprechen, die rekordhohe Sozialhilfequote in Biel zu senken, hatte verfangen.
Rücktrittsforderungen
Zwei Jahre später steht Beat Feurer von allen Seiten unter Druck. Ein Untersuchungsbericht stellt ihm ein katastrophales Führungszeugnis aus. Fast 12 Prozent der Bielerinnen und Bieler leben von der Sozialhilfe. Der Negativrekord prägt das Image der Stadt. Als Vertreter einer Partei, die sich gerne über «Sozialschmarotzer» mokiert, steht Feurer unter besonderer Beobachtung. Seit Herbst überschlagen sich die Ereignisse. Eine Untersuchung zu Feurers Amtsführung kam zu einem vernichtenden Urteil: «Es handelt sich um gravierende Führungsmängel, welche erheblich zu Vertrauensverlust, Verunsicherung und Misstrauen beigetragen haben», schrieb der unabhängige Experte in seinem Bericht. Die Untersuchung gab auch Einblick in Feurers seltsame Methoden: Im September hatte er beispielsweise seine Mitarbeitenden wissen lassen, dass der Gemeinderat alle Beförderungsanträge sistiert habe. Einen solchen Beschluss hat es in Wirklichkeit nie gegeben. Im Nachhinein erklärte Feurer, er habe nur das Loyalitätsverhalten prüfen wollen, und tat das Ganze als «reinen Scherz» ab.
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