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Wo beginnen bei der Analyse eines denkwürdigen Olympia-Tages in Sotschi? Bei Dario Cologna, der seine zweite Goldmedaille nicht einfach gewann, sondern die Konkurrenz schlicht in Grund und Boden lief?

Südostschweiz
15.02.14 - 01:00 Uhr

Von Johannes Kaufmann

Wo beginnen bei der Analyse eines denkwürdigen Olympia-Tages in Sotschi? Bei Dario Cologna, der seine zweite Goldmedaille nicht einfach gewann, sondern die Konkurrenz schlicht in Grund und Boden lief? Beim unverhofften alpinen Kombi-Helden Sandro Viletta, dem oft von Rückenproblemen gepeinigten Engadiner, der sein Potenzial nie abrufen konnte? Oder doch beim silbernen Biathlon-Lauf von Selina Gasparin, der historischen Olympia-Premiere für eine oft belächelte Sportart in der Schweiz?

Egal. Dieser 14. Februar 2014 ist ein denkwürdiger Tag für den Schweizer Sport im Allgemeinen sowie den Bündner Sport im Speziellen. Niemals zuvor durfte sich der Kanton an einem Tag über zwei Olympiasieger freuen. Alle drei Medaillenhamster stammen aus der selben Ecke der Schweiz, zwei aus dem Engadin, Cologna aus dem Münstertal. Und doch schrieben sie ihre eigene Geschichte. Cologna ist der hochbegabte Alleskönner, gesegnet mit dem eisernen Willen zum Erfolg. Er zieht sein Ding auch nach einer Verletzung zum ungünstigsten Zeitpunkt humorlos durch. Das bringt ihn auf eine Ebene mit «Gold-Vreni» Schneider. Beide haben sie drei Olympiasiege. Nur Vierfach-Champion Simon Ammann ist besser.

Vilettas Karriere hingegen steckte in der Sackgasse. Sein Körper rebellierte gegen die Knochenmühle Leistungssport. Der fragile Athlet aus La Punt-Chamues-ch wich auf die schnellen Disziplinen aus. Mehr als der Super-G-Triumph 2011 in Beaver Creek brachte ihm dies nicht ein. Bis gestern, als er sich seiner überragenden technischen Fähigkeiten besann. Auf einem selektiven Slalomhang fuhr er mit der zweitbesten Zeit eiskalt zum Sensationssieg. Stark.

Gasparin ist die akribische Arbeiterin. Sie nahm einen langen Anlauf – und kam mit 29 Jahren auf dem Gipfel an. Den Feinschliff verpasste sie sich vor der Olympia-Saison beim Psychologen. Der Effekt: Erstmals 20 Schuss im Ziel. Eine Premiere ausgerechnet auf der grösstmöglichen Bühne. Graubünden ist im Medaillenrausch – und noch ist nicht Halbzeit in Sotschi., 21 bis 25

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