Wie Merkle die Zukunft seines Unternehmens gesichert hat
In der Churer Gewerbeszene tut sich was: Unternehmer Toni Merkle zieht sich aus dem Tagesgeschäft zurück und übergibt die Merkle Metallbau AG an einen jungen Berufsmann.
In der Churer Gewerbeszene tut sich was: Unternehmer Toni Merkle zieht sich aus dem Tagesgeschäft zurück und übergibt die Merkle Metallbau AG an einen jungen Berufsmann.
Von Dario Morandi
Chur. – Abschiedstränen gebe es sicher keine. Ganz im Gegenteil: Er freue sich auf seinen Ruhestand. «Dann habe ich endlich mehr Freizeit.» Das sagt ausgerechnet einer, der über 30 Jahre gewissermassen mit seiner Firma verheiratet war und wohl deshalb zu den erfolgreichsten Churer Gewerblern gehört. Aber man nimmt es Toni Merkle ab, dass er ab Januar 2014 tatsächlich kürzertreten und die Geschicke der Merkle Metallbau AG in jüngere Hände legen will. Sein Nachfolger im Chefbüro wird der 28-jährige Stefan Roider, ein Metallbautechniker mit Meisterdiplom, der in Trimmis aufgewachsen ist. Merkle wird sich danach hauptsächlich auf das Amt des Verwaltungsratsdelegierten konzentrieren.
Auf dem Berufungsweg nach Chur
Für den 59-jährigen Metallbauunternehmer ist das Engagement von Roider, der in der Merkle AG bereits seine Lehre absolviert hat, «ein Glücksfall», wie er sagt. Er habe schon früh gesehen, welch grosses Potenzial in diesem jungen Berufsmann schlummere, erklärt der abtretende Firmenchef. Dass Roider tatsächlich etwas auf dem «Kasten» hat, beweist sein Werdegang: Nach der Lehre arbeitete er kurze Zeit noch bei Merkle. Danach bildete er sich weiter, lernte die Branche durch die Tätigkeit in anderen Firmen kennen. So etwa in einer grossen Metallbauunternehmung im St. Galler Rheintal, wo er als Projektleiter für mehrere millionenschwere Bauvorhaben zuständig war.
Doch dann klingelte in Roiders Büro eines Tages das Telefon. Am anderen Ende war sein ehemaliger Lehrmeister. Dieser bat ihn, nach Chur zurückzukommen und die Geschäftsführung der Merkle Metallbau AG zu übernehmen. Über diese Berufung freut sich Roider noch heute. «Es ist eine tolle Herausforderung für mich», sagt er und strahlt über das ganze Gesicht. Den Betrieb auf den Kopf stellen will Roider, der auch im Verwaltungsrat sitzt, aber nicht. «Ich werde ihn ähnlich führen, wie es Toni Merkle getan hat», führt er aus. «Aber etwas Neues bewegen möchte ich schon.»
Zu einem Markenzeichen geworden
Wie Firmenchef Merkle betont, bleibt der Name des Unternehmens nach dem Führungswechsel unverändert. Der Name Merkle sei in der Metallbranche inzwischen so etwas wie ein Markenzeichen geworden. Diesen zu ändern, sei deshalb falsch, glaubt Merkle. Er selber wird sich ab Januar für den Branchenverband Schweizer Metallunion betätigen und dort das Präsidium der Sozialwerke übernehmen. Und die Firma? «Sofern es mich überhaupt noch braucht, arbeite ich gerne beratend etwas im Tagesgeschäft mit», stellt Merkle in Aussicht. Mit 65 sei aber definitiv Schluss, auch im Verwaltungsrat. «Dann übernimmt Roider in unserem Haus definitiv das Kommando», sagt er und sieht dabei ausgesprochen zufrieden aus.
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