Werden Pläne für Davoser Valbella-Klinik begraben?
Dass das auf dem Gelände der geschlossenen Davoser Valbella-Klinik projektierte Aparthotel realisiert wird, ist fraglich. Der Bau ist zwar bewilligt, aber für die Eigentümer besitzt diese Art von Nutzung offenbar nicht mehr die erste Priorität.
Dass das auf dem Gelände der geschlossenen Davoser Valbella-Klinik projektierte Aparthotel realisiert wird, ist fraglich. Der Bau ist zwar bewilligt, aber für die Eigentümer besitzt diese Art von Nutzung offenbar nicht mehr die erste Priorität.
Von Béla Zier
Davos. – Seit die Valbella-Klinik in Davos Dorf 2004 geschlossen wurde, steht das Gebäude ungenutzt in der Landschaft. Pläne für eine Wiederbelebung gab es einige. Geplant war auch eine Privatklinik für Schönheitschirurgie. Umgesetzt wurde nichts. Weil sich schlussendlich herausstellte, dass das alte Gemäuer Statikmängel aufweist, die einen Umbau wirtschaftlich offenbar nicht mehr rechtfertigen, kommen die Eigentümer um einen Abbruch nicht mehr herum.
Die Valbella-Klinik wurde Mitte 2012 von der in Frauenfeld (Thurgau) ansässigen HRS Investment AG gekauft, die ihrerseits zur HRS Gruppe, einer grossen Schweizer Baudienstleisterin, gehört. Die HRS Investment AG übernahm mit der Klinik auch ein Bauprojekt der Vorbesitzerin, der Zuger SPI Real Estate AG. Diese hatte auf dem riesigen Klinikareal ein Aparthotel mit 101 Wohnungen geplant. Das entsprechende Baugesuch war 2012 von der Gemeinde Davos bewilligt worden. Gebaut wurde bislang allerdings nichts. Ob das Projekt noch umgesetzt wird, ist vollkommen offen.
Projekt im «Entwicklungsstadium»
Im Internet umwirbt die HRS Gruppe schon seit längerer Zeit potenzielle Käufer für die Wohnungen im «Valbella Resort». Das Aparthotel wäre als 4-Stern-Betrieb konzipiert. Die Wohnungseigentümer müssen eine Vermietungspflicht eingehen und könnten ihren «Traum von den eigenen vier Wänden», so die Werbung der HRS-Unternehmung, maximal acht Wochen jährlich selber nutzen. Die restliche Zeit würden die Wohnungen an Touristen vermietet. «Im ruhig und märchenhaft gelegenen Resort Valbella Davos erwerben Sie Ihr Zwei- oder Drei-Zimmer-Apartement als ertragreiche bewirtschaftete Wohnung und geniessen den exklusiven Hotelkomfort sowie eine Infrastruktur, die keine Wünsche offen lässt», schreibt die HRS-Gruppe im Internet. Ursprünglich ging man in Davos davon aus, dass 2013 mit dem Abbruch der Klinik und dem Neubau des Aparthotels begonnen wird, doch passiert ist nichts. Auf ihrer Internetseite hält die HRS aktuell fest, dass die Bauzeit von 2014 bis 2016 dauern soll. Damit ist aber nicht zu rechnen. «Das Projekt befindet sich immer noch im Entwicklungsstadium», teilte die Medienstelle der HRS auf Anfrage mit.
Keine Angaben zum Baubeginn
Aufgrund der aktuellen Entwicklungen als Folge der Zweitwohnungsinitiative sowie der «diesbezüglich bestehenden Gesetzesunsicherheit» sei man daran, «unter anderem auch neue Nutzungsmöglichkeiten für das Projekt zu evaluieren», erklärte die HRS-Medienstelle. Diese Abklärungen seien «zeitintensiv», sodass ein definitiver Baubeginn «noch nicht festgesetzt werden kann». Gemäss der Davoser Gemeindearchitektin Cornelia Deragisch wäre das Aparthotel rechtlich mit der Zweitwohnungsinitiative vereinbar.
Die Investition für das Aparthotel würde sich gemäss der Vorbesitzerin der Klinik, der SPI Real Estate AG, auf etwa 80 Millionen Franken belaufen. Dass die HRS Gruppe jetzt neue Nutzungsmöglichkeiten prüft, könnte auch darauf zurückzuführen sein, dass es einfach an der Nachfrage für solche Wohnungen mangelt. Zudem sind Aparthotels als Geschäftsmodell keineswegs im Trend. Das geht aus der Studie «Aparthotels im Kanton Graubünden» hervor, die die Churer Hochschule für Technik und Wirtschaft 2012 publiziert hat. Darin ist als Fazit festgehalten: «Ein Teil der Aparthotels geriet schon nach kurzer Zeit in Probleme, andere später.» Die Studienverfasser gelangten zum Schluss: «Es ist anzunehmen, dass das Aparthotel zukünftig keine oder nur noch eine sehr unbedeutende Rolle spielen wird.»
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