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Weniger Kongressanfragen für Davos

Das Kongressgeschäft ist ein wichtiges wirtschaftliches Standbein von Davos. Jährlich wird eine regionale Wertschöpfung von rund 80 Millionen Franken erzielt.

Südostschweiz
28.01.15 - 01:00 Uhr
Zeitung

Etwa 650 Vollzeitarbeitsplätze hängen direkt oder indirekt vom Kongresswesen ab. Noch gleicht die Frage, wie sich die Aufhebung des Euro-Mindestkurses auf Buchungen für das Kongresszentrum auswirkt, dem Fischen im Trüben.

Die Marktaufteilung der Offertanfragen aus den Euro-Quellmärkten – Deutschland und Benelux-Länder – liege bei 30 Prozent, teilte Markus Schiedeck mit. Dem Kongress-Verkaufsleiter der Davos Destinations-Organisation liegen bis dato noch keine Stornierungen vor, die auf die Aufhebung des Mindestkurses zurückzuführen seien. «Das Kongressbusiness ist ein langfristigeres Geschäft. Wir gehen davon aus, dass wir aufgrund der Situation weniger Anfragen aus dem Euroraum erhalten. Stornierungen sind eher unwahrscheinlich», so Schiedeck. Seine Ansicht wird von Reto Branschi, CEO der Davos Destinations-Organisation, geteilt. «Kurzfristig wird sich sehr wahrscheinlich gar nichts ändern. Aber ich erwarte weniger Offertanfragen aus den Euro-Quellmärkten.»

Für Schiedeck, der tagtäglich direkt mit Kunden des Kongresszentrums in Kontakt steht, ist es für eine Beurteilung der Situation möglicher Auswirkungen der Aufhebung des Euro-Mindestkurses noch zu früh. Eine Abschätzung könne erst nach Stabilisierung der Märkte vorgenommen werden, dann, wenn sich «das neue Währungsverhältnis und somit die preisliche Konkurrenzfähigkeit abzeichnen lässt». Branschi geht davon aus, dass Offertanfragen aus dem Euroraum für das Kongresszentrum um etwa die Hälfte zurückgehen werden. Das müsse dann aber nicht zwingend zu weniger Buchungen führen. Werden Kongressveranstaltern jetzt Rabatte eingeräumt? Schiedeck:?«Mögliche Preisreduktionen im Kongresszentrum sind eher unwahrscheinlich.» Dabei sei vor allem zu berücksichtigen, dass man in der Schweiz den «wettbewerbsfähigsten Preis bietet». Allerdings räumt der Kongressverkäufer ein: «Eine korrekte Massnahmenbeurteilung kann faktisch auch erst später erfolgen und ist dann individuell zu beurteilen.»

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