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Weisser König, schwarze Musik: Elvis Presley wäre 80-jährig

Presley war und ist «the King».«Vor Elvis war gar nichts», sagte John Lennon. Dabei waren für seine beispiellose Karriere ein paar Zufälle verantwortlich.

Südostschweiz
07.01.15 - 01:00 Uhr
Zeitung

Memphis. – Vor 80 Jahren wurde in Tupelo in Mississippi ein Knabe unter miesen Voraussetzungen geboren. Die Mutter war ständig krank, der Vater hatte nur Gelegenheitsjobs. Als sich Zwillinge ankündigten, baute er ein ärmliches Holzhaus.

In einem der zwei Zimmer kam Elvis Aaron zur Welt. Als er ein Jahr alt war, überlebte die Familie eine Tornadoserie, bei der fast 500 Menschen starben. Als der Junge dreijährig war, wurde das Haus gepfändet, weil der Vater wegen Scheckfälschung hinter Gitter musste. In der Schule wurde Elvis als «mittelmässig» bezeichnet – aber singen konnte er.

14-mal an einem Abend gespielt

Angeblich wollte Elvis nur für seine Mutter eine Schallplatte aufnehmen und wurde dabei für die Musikwelt entdeckt. In Memphis erzählt man die Geschichte etwas anders. «Er wollte entdeckt werden», sagt Brandon Cunning. Der Musiker verehrt Elvis und macht Musik in seinem Stil, will die Legende aber geerdet wissen. «Er kam mehrfach ins Studio, Produzent Sam Phillips war jedoch unzufrieden. Elvis spielte nur Balladen, aber Phillips wollte einen Weissen, der mit ganzem Gefühl ‘schwarze Musik’ spielte. Damit könne man Millionen machen.»

Presley bekam noch eine Chance, spielte «That’s All Right, Mama» – und Phillips war begeistert. Als die Platte im Radio lief, riefen Hunderte an und schickten sogar Telegramme. Noch 14-mal musste an diesem Abend «That’s All Right» gespielt werden. Platte und Sänger waren sofort ein Hit. Aus dem armen Lastwagenfahrer wurde ein Star.

Der King war nicht mehr zu retten

Elvis konnte sich immer wieder in den Abgrund treiben und auch wieder selbst herausziehen. Als man den dick gewordenen Süchtigen belächelte, gab er 1973 ein weltweit übertragenes Konzert. «Aloha from Hawaii Via Satellite» sollen mindestens eine Milliarde Menschen gesehen haben. Aber der King war nicht mehr zu retten. Er schluckte jeden Tag Schlaftabletten und Muntermacher. Am 16. August 1977 fand seine Verlobte ihn tot auf dem Boden des Badezimmers. Er war nur 42-jährig geworden. (sda/dpa)

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