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Warum Graubünden Ferien an der Expo 2015 fehlt

Der Bündner Auftritt an der Expo 2015 in Mailand wird ohne Graubünden Ferien über die Bühne gehen. Der Grund: Italien gehört nicht zu den Zielmärkten der touristischen Dachorganisation. Dafür springen andere in die Bresche.

Südostschweiz
28.12.14 - 01:00 Uhr
Zeitung

Andere Organisationen und Destinationen ergreifen die Gelegenheit, sich in Italien zu präsentieren

Von Denise Alig

Nachdem dem Bündner «Mister Milano», Markus J. Haltiner, nur wenige Partner geblieben sind, die mit ihm den Bündner Auftritt an der Expo 2015 in Mailand mitgestalten (Ausgabe vom Mittwoch), stellt sich die Frage nach der Rolle von Graubünden Ferien im Zusammenhang mit der am 1. Mai beginnenden Weltausstellung. Gaudenz Thoma, CEO der touristischen Dachorganisation Graubündens, sagte auf Anfrage, man habe mit dem kantonalen Amt für Wirtschaft und Tourismus (AWT) schon zu einem frühen Zeitpunkt vereinbart, dass Graubünden Ferien in Mailand nicht auftrete.

<strong>AWT-Chef Eugen Arpagaus </strong>bestätigte den von Thoma geschilderten Sachverhalt auf Anfrage. «Da Italien nicht zu den Zielmärkten von Graubünden Ferien gehört, haben wir beschlossen, dass sich jene Destinationen und Unternehmen, die den italienischen Markt schon heute aktiv bearbeiten, an der Expo 2015 zeigen sollen», so Arpagaus. Entsprechend seien namentlich das Oberengadin, die Südtäler und die Rhätische Bahn (RhB) in Mailand präsent. Weiter betonte Arpagaus, für Graubünden stehe der gemeinsame Auftritt mit den Gotthardkantonen Tessin, Uri und Wallis im Zentrum. Dabei verwies er auf die Ausstellung zum Thema «Wasser», für die im Schweizer Pavillon ein 20 Tonnen schwerer Monolith des Formats 3,25 mal fünf Meter aufgebaut wird. In den Monolith geritzt wird das Relief der Gotthardkantone mit den vier in verschiedene Richtungen fliessenden Flüssen Ticino, Reuss, Rhone und Rhein.

<strong>In Mailand dabei sein</strong> wird die Tourismusorganisation Engadin St. Moritz. Wie Mirjam Bruder, Leiterin Marktbearbeitung, auf Anfrage sagte, wird am 11. Juni eine «Stammgäste-Veranstaltung» durchgeführt. Daran beteiligen sich die Bergbahnen Oberengadin und acht Hotels der Region. «Ziel des Events ist es, gerade in diesen herausfordernden Zeiten unseren langjährigen Stammgästen aus Italien unsere Wertschätzung zu zeigen», so Bruder. Normalerweise besuchten die Italiener das Engadin, an der Expo biete sich die ideale Gelegenheit, die Verhältnisse umzudrehen, sodass die Engadiner für einmal Italien besuchten, erklärte Bruder. Die Programmdetails richteten sich nach der Anzahl der Teilnehmenden. Wie Bruder betonte, nimmt die Tourismusorganisation Engadin St. Moritz den Auftritt an der Expo sehr ernst. «Der italienische Markt ist für uns sehr wichtig, deshalb wollen wir uns an der Weltausstellung zeigen.»

Zudem wird der Schweizerische Nationalpark in der Zeit vom 8. bis 10. Juni in Form einer Ausstellung im Schweizer Pavillon präsent sein. Der Auftritt erfolgt gemäss Bruder «im Stil der Kooperation wie sie der Schweizerische Nationalpark im Jubiläumsjahr mit Grossverteiler Coop pflegte».

<strong>Neben dem Engadin</strong> ganz besonders zum Zug kommen werden in Mailand die Region Val Poschiavo mit ihrem grenzüberschreitenden Projekt «Valposchiavo Veltlin» und 500 Alphornbläser aus der ganzen Schweiz (Ausgabe vom Mittwoch). Nicht fehlen wird an der Expo 2015 zudem die RhB. Wie Mediensprecherin Yvonne Dünser auf Anfrage sagte, ist der Marktbearbeiter Italien der Rhätischen Bahn in das Expo-Projekt eingebunden. Er werde dafür besorgt sein, dass die Produkte der RhB an der Expo 2015 präsentiert würden, sagte sie. «Norditalien ist eine sehr wichtiger Markt für uns», sagte Dünser. Die Ita- liener liebten die RhB, darunter vor allem den «trenino rosso», den Bernina-Express.

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