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Vom Stall auf die Rennpiste

stoos Das Leben der Familie Suter vom Stoos spielt sich in zwei sehr unterschiedlichen Welten ab.

Südostschweiz
22.11.14 - 01:00 Uhr
Zeitung

reto betschart

Neben einem Bergbauernbetrieb führen Susanne und Rupert Suter während des Winters auf dem Stoos ein Sportgeschäft. Dazu sind sie auch im Skirennsport, wo vier ihrer fünf Kinder aktiv sind, ebenfalls stark engagiert. «Ich geniesse die morgendliche Ruhe im Stall. Es ist ein idealer Ausgleich zu meinem intensiven Tagesprogramm während der Wintermonate.» Kühe und Landwirtschaft haben für Rupert Suter einen hohen Stellenwert. Im Winter allerdings müssen seine Tiere besonders von den Melkzeiten her schon sehr flexibel sein. Wenn er an den Wochenenden jeweils als Technischer Leiter der JO-Gruppe Stoos unterwegs ist, kann es schon vorkommen, dass er mit dem Melken schon um 04.00 Uhr früh beginnt.

Schweizer Meisterin

Der Skirennsport hat bei der Familie Suter Tradition. Schon der Vater von Rupert Suter war in den Fünfzigerjahren ein international erfolgreicher Rennfahrer. Die Kinder von Susanne und Rupert Suter sind ebenfalls ehrgeizige Schneesportler. Der älteste Sohn Matthias (20) ist ehemaliger Freestyler, die 19-jährige Jasmina ist im B-Kader von Swiss-Ski, Raphaela (18) im C-Kader, und auch Juliana (16) und Samuel (15) sind in ihren Altersklassen aufstrebende Skisportler. Jasmina, die amtierende Junioren-Schweizer-Meisterin im Riesenslalom ist, hat die Sportmittelschule in Engelberg abgeschlossen und setzt jetzt voll aufs Skifahren. Sie war schon von klein auf an Rennen erfolgreich. Vor allem ihre beiden Schwestern eifern ihr nach und sind nun ebenfalls in Engelberg, wo Ausbildung und Sport ideal aufeinander abgestimmt wird.

Drei Töchter an Sportmittelschule

Auf die Frage, ob die Kinder den enormen Trainingsaufwand immer freiwillig auf sich nehmen, muss der sympathische Bergbauer schmunzeln. «Das Hobby Skirennsport ist viel zu teuer, um jemanden dazu zu zwingen.» Er schätzt, dass die Kosten pro Kind bis zur Aufnahme ins C-Kader neben der externen Unterstützung pro Jahr 20 000 Franken betragen. Nur dank dem Sportgeschäft, das Suters vor acht Jahren unverhofft von Ruperts Onkel übernehmen konnten, sei ein so grosses finanzielles Engagement möglich. Weiter ergäben sich daraus auch interessante Kontakte zu möglichen Sponsoren.

Mittlerweile seien die Rennen ein grosses Hobby der Familie geworden. An Renntagen sei die Eltern-Kind-Beziehung jeweils sehr intensiv, da weder Hof noch Geschäft ablenke. Vor allem bei Niederlagen ergäben sich wichtige Gespräche. Der Rennsport sei eine gute Lebensschule und führe zu einer grossen Selbstständigkeit. Das Leben der Familie Suter ist von den Jahreszeiten geprägt. Während des Winters stehen Geschäft und die Rennen im Mittelpunkt. Man bewegt sich hauptsächlich in der Welt des Tourismus und Sports.

Im Sommer sieht der Alltag anders aus. Ob auf der Alp, beim Heuen oder im Dorfleben. Dann ist ihr Umfeld bäuerlich geprägt, und die Kühe geben den Rhythmus vor. Eine spannende Abwechslung.

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