Verpackungsmaschinen von Paxmatic gehen in alle Welt
Viele Produkte des täglichen Lebens kommen verpackt in die Läden. Die Firma Paxmatic in Haldenstein stellt die Maschinen her, mit denen Produkte verpackt werden. Und findet mit ihren Sonderanfertigungen Abnehmer in aller Welt.
Viele Produkte des täglichen Lebens kommen verpackt in die Läden. Die Firma Paxmatic in Haldenstein stellt die Maschinen her, mit denen Produkte verpackt werden. Und findet mit ihren Sonderanfertigungen Abnehmer in aller Welt.
Von Hans Bärtsch
Haldenstein. – Als Konsument stört man sich manchmal daran, wie (und dass) ein Gebrauchsgegenstand des täglichen Lebens verpackt im Verkaufsregal steht. Es ginge doch auch ohne – oder zumindest mit weniger Plastik, Karton und was es der Verpackungsmaterialien mehr gibt. Doch da sind – aus der Sicht der Produkthersteller – auch Hygienevorschriften zu beachten, Aspekte der Sicherheit. Oder ganz einfach praktische Gründe. 500 kleine Schräubchen können sinnvollerweise nun einmal nicht anders als verpackt an den Handwerker als Kunden gebracht werden. Schliesslich gibt es auch ästhetische Gründe, um ein Produkt zu verpacken – denn schön präsentiert, verkauft sich fast alles leichter.
Das Thema Verpackungen, das zeigt sich bei einem Rundgang in der Paxmatic in Haldenstein schnell, ist eine Welt für sich. Eine ziemlich komplexe Welt. Doch der Reihe nach. Das Unternehmen mit 27 Mitarbeitern ist ein typisches KMU (Klein- und Mittelunternehmen), wie es sie in Graubünden, speziell im Rheintal, viele gibt. In der Standortgemeinde vielleicht noch bekannt, aber kaum in der breiten Öffentlichkeit. Denn die Paxmatic-Kunden kommen samt und sonders von ausserhalb des Kantons – aus der Schweiz, Europa, Übersee. Soeben wurde eine Anlage nach Israel ausgeliefert, eine andere nach Australien.
Fokus auf dem Nonfood-Bereich
Was die Paxmatic herstellt, sind also Verpackungsmaschinen, vorwiegend für den Nicht-Lebensmittelbereich. Und hauptsächlich befasst man sich in Haldenstein mit Spezialanfertigungen nach Kundenwunsch – es ist also nichts «ab Stange». Dies nennt Geschäftsleitungsmitglied Daniel Gschwend denn auch das «besonders Spannende» bei der Tätigkeit der Paxmatic AG. Dann, wenn Mitarbeiter aus dem Konstruktions- und dem Elektrobüro mit der Montageabteilung und dem Verkauf die Köpfe zusammenstecken und Lösungen austüfteln. Oft geschieht das auch zusammen mit Fachleuten des Kunden. Vor allem in der Planungsphase, die Monate in Anspruch nehmen kann.
Bis eine Idee dann umgesetzt, sprich eine Maschine hergestellt ist, geht es relativ rasch, zwischen drei und sechs Monaten. Die Preise für eine Verpackungsmaschine aus dem Hause Paxmatic reichen von 50 000 bis zu einer Million Franken. Einfache Lösungen kommen zum Beispiel in Behindertenwerkstätten zum Einsatz. Grössere Maschinen erlauben es, mehrere Verpackungsschritte unter einem Mal zu erledigen. Jeder, der schon mal bei Ikea ein Möbelstück zum Selbstzusammenbau erworben hat, weiss, was sogenannte Beutelketten sind – Plastikbeutel mit verschiedenen Teilen drin, die der einfachen Zuordnung zuliebe zusammengeschweisst sind. Oder das Beutel-im-Beutel-System.
Zweckdienlich oder auch schön?
Die Paxmatic versteht sich als reiner Maschinenbauer. In welche Art Plastikfolie der Abnehmer seine Produkte steckt, ist ihm überlassen. Beim Verpacken geht es unter anderem auch um die Grundsatzfrage: Muss ein Produkt zweckdienlich oder aber schön verpackt sein? Eine Verkaufsverpackung stellt je nachdem andere Ansprüche an die Verpackungsmaschine. Paxmatic-Maschinen haben im Übrigen eine lange Lebensdauer. «15 bis 20 Jahre sind die Regel», sagt Gschwend. «Kürzlich hatten wir eine, bei der erst nach 23 Jahren eine erste Revision nötig war.»
Um im Maschinenbau bestehen zu können, braucht es laut Gschwend eine Spezialisierung. Das sei bei der Paxmatic ganz ausgeprägt der Fall. «Unsere Kernkompetenz ist der Sondermaschinenbau.» Wie der Schweizer Werkplatz insgesamt, hatte auch die Paxmatic an der Kurssituation Franken/Euro zu beissen. Und hat es noch immer – denn die Mitbewerber in Italien oder Deutschland schlafen nicht. Das führt intern mitunter zu harten Diskussionen, wenn es um Zulieferer geht. «Wir wollen Lieferanten aus der Region berücksichtigen», sagt Gschwend, jedoch müsse auch der Leitsatz «Vergleichbare Leistung zu vergleichbaren Preisen» stimmen. In ihrer Nische, dem Bereich Spezial-Verpackungsmaschinen, ist die Paxmatic jedenfalls ganz gut unterwegs. Und das rund um den Erdball.
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