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Valser Therme soll sinnlicher werden

Am Freitagabend hat Remo Stoffel die Katze aus dem Sack gelassen. In der Therme Vals soll das erste Erotik-Spa der Schweiz entstehen.

Südostschweiz
01.04.12 - 02:00 Uhr

Von Gisela Femppel

Vals/Chur. – Mitte März ist der Poker um die Valser Therme entschieden worden. Nach wochenlangem harten Schlagabtausch hatte Unternehmer Remo Stoffel den Sieg über den Haldensteiner Architekten Peter Zumthor davongetragen. Quasi über Nacht wurde Stoffel nicht nur Eigentümer der Therme und der Hotelbauten in Vals. Er wurde auch zum Garant einer neuen Mehrzweckhalle, zum Sanierer der bestehenden Hotelbauten und zum Erbauer eines neuen 70-Zimmer-Hotels. Und bereits hat Stoffel die Weichen für die Zukunft gestellt. Wie er gestern gegenüber der «Südostschweiz» bestätigte, werden Hotel und Therme Vals zum ersten erotisch geprägten Spa und Hotel der Schweiz, das heisst zu einem «EroSpa», ausgebaut. Dies nach dem Vorbild des «Falkensteiner Hotel & Spa Royal» im österreichischen Seefeld, das er selbst unlängst mit seiner Lebenspartnerin getestet habe.

Das Publikum ist bereits sehr liebevoll

Wie Stoffel gegenüber der «Südostschweiz» erklärte, wird in langjährigen Beziehungen aus lustvoller Zärtlichkeit oft Liebe auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner. Die meisten Zweierbeziehungen erstarrten in Alltagsroutine, würden vom Haushaltsstress zerrieben, am Ende drohe ein Scherbenhaufen. Wichtig sei aber, dass sich Paare immer wieder mit Esprit, Kreativität und Spiellust begegneten.

Genau hier setzt das neue Konzept für die Therme Vals an. Die Voraussetzungen, die bestehende Anlage zu einem Ort der intensiven zwischenmenschlichen Begegnungen auszubauen, so Stoffel, seien ideal. Zum einen durch das Thermalbad selbst. Dank der um- und weitsichtigen Planung von Zumthor könne man bei den Badegästen bereits heute die erotische Anziehungskraft nicht übersehen. Der Umgang des Publikums miteinander sei äusserst liebevoll. Es sei inzwischen wissenschaftlich erwiesen, dass Valser Granit eine stimulierende Wirkung habe, hinzu kämen das angenehm warme Wasser, die Höhlenstruktur der diversen Bäder, die körperschmeichelnde Dunkelheit in den Saunen.

Blumenmuster für den strengen Granit

«Wir werden zunächst den gesamten Thermalbadbereich neu gestalten», erklärte Stoffel. In Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Innenarchitekten Roberto Giro, der bereits ein Kuschelbad im kosovarischen Städtchen Mesici entworfen hat, soll dem Valser Granit etwas die Strenge genommen werden. Gedacht wird an grosse Blumenmuster in Pop Art. Darüber hinaus wird die ganze Beleuchtung ausgetauscht, rotes Licht soll für eine gemütliche Stimmung sorgen. Bequeme Polsterliegen und Sitzecken zum Entspannen sind ebenso geplant wie ein kleines Angebot an aufbauenden Snacks und belebenden Getränken. Hostessen werden für den Service und das leibliche Wohl der Badegäs- te besorgt sein, sie müssen alle über eine eidgenössische Massageausbildung verfügen.

Sowohl die zu sanierenden bestehenden Hotelbauten, wie auch der Neubau wird dem «Kuschelkonzept» unterworfen. «Ein Ero-Spa», so Stoffel weiter, «muss den Gast 24 Stunden verwöhnen.» Alle Hotelzimmer werden deshalb so sinnlich wie möglich möbliert und dekoriert. Rot wird die dominierende Farbe, das Herz die dominierende Form sein. Grosse, runde Betten wie auch grosse, runde Badewannen sollen zur Standardausstattung gehören. Stoffel hat auch schon genaue Vorstellungen über die Angebotsstruktur, es wird Kuschel-Weekends geben, Honeymoon-Tage und für Kurzentschlossene sogenannte «Romantic-Nights».

Wie Stoffel weiter ausführte, hat er auch schon die kulinarischen Leitplanken festgelegt: «Liebe geht doch immer durch den Magen», sagte der Unternehmer. Küchenchef im neuen Restaurant «D’amour» wird Armin Amrein, der wie bereits bekannt dem «Walserhof» in Klosters den Rücken kehrt, aber nicht wie geplant nach Davos wechselt. Amrein soll in Vals vor allem die «Liebesmenüs» von Alfons Schuhbeck neu interpretieren, eine Küche, die auf die aphrodisierende Wirkung von diversen Speisen setzt.

Lieber Schaum als Sport

Noch unentschieden ist Stoffel, was den Bau der neuen Mehrzweckhalle betrifft. Er hält eine Sportanlage für wenig sinnvoll, es müssten in erster Linie Synergien zum «Ero-Spa» geschaffen werden. Er denkt deshalb eher an eine Eventhalle, in der beispielsweise gigantische Schaumpartys oder Ballermann-Abende veranstaltet werden können.

Orientierung in der Stadthalle

Stoffel wird sein Konzept heute Abend in Chur öffentlich präsentieren. Der Solothurner Paar- und Sexualtherapeut Werner Schadli spricht zunächst über «Strategien zur Beziehungsbelebung». Anschliessend berichtet Stoffel über seine persönlichen Erfahrungen im österreichischen «Ero-Spa». Höhepunkt des Abends wird eine Schaumparty sein – quasi ein «Appetitanreger». Stoffel ist es zudem gelungen, das deutsche Erotikmodel Micaela Schäfer zu verpflichten, bekannt aus dem RTL-«Dschungelcamp». Sie wird an der Party Platten auflegen. Der Anlass findet in der Churer Stadthalle statt und beginnt um 19.30 Uhr, der Eintritt ist frei.

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