Urs Marti lässt den Prozess gegen seine Eltern verschieben
Urs Marti und drei seiner Geschwister haben ihre Eltern eingeklagt und fordern von ihnen 190 000 Franken. Doch der Prozess, der am Mittwoch hätte stattfinden sollen, wurde auf Begehren des neu gewählten Churer Stadtrats verschoben.
Urs Marti und drei seiner Geschwister haben ihre Eltern eingeklagt und fordern von ihnen 190 000 Franken. Doch der Prozess, der am Mittwoch hätte stattfinden sollen, wurde auf Begehren des neu gewählten Churer Stadtrats verschoben.
Von Hansruedi Berger
Chur. – Mit einem wohl auch für ihn unerwartet guten Ergebnis wurde der FDP-Kandidat Urs Marti am vergangenen Wochenende in den Churer Stadtrat gewählt. Damit ist er für den zweiten Wahlgang am 8. Juli plötzlich zum Hoffnungsträger der Bürgerlichen im Kampf um das Stadtpräsidium gegen die SP-Vertreterin Doris Caviezel-Hidber avanciert.
Hoffnungslos zerstritten
Doch quasi in letzter Minute ist doch noch eine Hürde aufgetaucht, die Martis Höhenflug gefährden könnte. Der Grund: Die Familie Marti ist seit einigen Jahren hoffnungslos zerstritten. Dabei geht es im Wesentlichen um Geldangelegenheiten. Der vorläufige Höhepunkt der ganzen Auseinandersetzung hätte am kommenden Mittwoch über die Bühne gehen sollen. Auf dieses Datum war der Prozess von Urs Marti und drei seiner vier Geschwister sowie des Schwiegersohns Christian Vinzens-Marti gegen die Eltern Rudolf und Marlies Marti-Frangi festgelegt. Von den Klägern sind neben Urs Marti zwei weitere Personen der Öffentlichkeit nicht ganz unbekannt. Es handelt sich dabei um den in Berlin wohnhaften Schauspieler Beat Marti sowie Vinzens-Marti, den Vater der ehemaligen Miss Schweiz, Nadine Vinzens.
Die Kläger fordern dabei laut Rechtsbegehren von ihren Eltern insgesamt 190 000 Franken zurück. Mit dieser Summe hätten Urs Marti und Vinzens in vergangenen Jahren ausgeholfen, diverse finanzielle Engpässe zu überwinden. Mit dem Geld seien Schulden des elterlichen Geschäfts, Marti Herrenmode AG an der Churer Poststrasse, beglichen worden.
Die Forderung wird allerdings von den Eltern Marti beziehungsweise deren Anwalt vollumfänglich bestritten. Zudem machen sie geltend, es seien keinerlei Belege über die geltend gemachten Forderungen vorhanden.
Zeitpunkt ungelegen
Wer denn auch in der ganzen Auseinandersetzung Recht behalten wird, eines ist klar: Für Urs Marti kommt der Prozess im jetzigen Zeitpunkt, wo er sich voll auf seinen Wahlkampf ums Stadtpräsidium konzentrieren möchte, mehr als nur ungelegen. Marti hat daher beim Präsidenten des Bezirksgerichts Plessur, Urs Raschein, um Vertagung des Prozesses nachgesucht. Weil die Gegenseite, beziehungsweise deren Anwalt keinen Einwand gegen die Verschiebung geltend gemacht habe, habe er dem Gesuch entsprochen, so Raschein gegenüber der «Südostschweiz». Dies sei in einem Zivilprozess üblich.
Urs Marti begründet sein Gesuch um Verschiebung der Hauptverhandlung damit, dass er befürchtet habe, die ganze Angelegenheit könnte von politischen Gegnern missbraucht werden. Denn wer die Hintergründe nicht kenne, könne eine derartige Auseinandersetzung nicht begreifen.
Nachdem er und sein Wahlkampfteam nach dem guten Abschneiden im ersten Wahlgang die Situation analysiert hätten, sei man zum Schluss gekommen, dass «eine Verschiebung der anberaumten Gerichtsverhandlung die beste Lösung ist».
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