Touristiker hoffen auf klirrende Kälte
Es soll eiskalt werden. Genau darauf warten Touristiker in Arosa und St. Moritz. Sie sind zuversichtlich, dass die Seen schnell gefrieren, damit Anlässe wie das Polo-Turnier und die Pferderennen wie geplant durchgeführt werden können.
Es soll eiskalt werden. Genau darauf warten Touristiker in Arosa und St. Moritz. Sie sind zuversichtlich, dass die Seen schnell gefrieren, damit Anlässe wie das Polo-Turnier und die Pferderennen wie geplant durchgeführt werden können.
Von Béla Zier
St. Moritz/Arosa/Davos. – An der Bobbahn in St. Moritz werde praktisch Tag und Nacht gearbeitet, nun sei sie soweit fertig gebaut, sagte Martin Berthod auf Anfrage. Der Direktor für Sport und Veranstaltungen bei St. Moritz Tourismus ist zuversichtlich, dass die 1600 Meter lange Bobbahn aus Natureis am 29. Dezember eröffnet werden kann. «Es braucht jetzt Frostnächte, damit das Eis auf der Bahn richtig durchfriert», hofft Berthod.
Eigentlich habe man die Bobbahn dieses Jahr schon früher eröffnen wollen, aber das habe aufgrund der Temperaturen nicht funktioniert. Grössere auf der Bobbahn geplante Anlässe seien aber bislang nicht in Gefahr gewesen. Berthod zeigte sich guten Mutes, dass die bevorstehenden Schweizer Meisterschaften der Bobfahrer stattfinden können: «Eventuell nur mit dem Zweierbob, aber das klären wir noch ab.»
Zuversicht für das Polo-Turnier
Wie Berthod weiter ausführte, ist der St. Moritzersee am Dienstag auf einer grösseren Fläche angefroren. Man sei deshalb optimistisch, dass das Polo-Turnier auf dem hoffentlich bald dick zugefrorenen See Ende Januar stattfinden könne. Insgesamt benötige man etwa 14 Tage, um die Infrastruktur für diese Veranstaltung aufzubauen.
Nicht nur in St. Moritz, sondern auch in Arosa wartet und hofft man darauf, dass schleunigst eisige Kälte einsetzt: Am 18. Januar soll dort auf dem Obersee mit den traditionellen Pferderennen die Turf-Saison 2015 eröffnet werden. «Zur Durchführung der Pferderennen müssen wir am 7. Januar einen Entscheid fällen. Jetzt sieht es so aus, als ob es kälter wird. Wir sind eigentlich guter Dinge, dass alles klappt. Wir brauchen kalte Nächte und dann sicher noch Schnee für die Präparation», erklärte Pascal Jenny, Direktor Arosa Tourismus, auf Anfrage. Er habe aber eigentlich ein gutes Bauchgefühl. Der Obersee sei bereits zehn Zentimetern dick gefroren. «Wenn die Kälte nun wie vorhergesagt anzieht, reicht es für die Durchführung», so Jenny.
«Eine Absage wäre sehr schade»
Eine Absage der Pferderennen wäre für Arosa aus touristischer Sicht natürlich sehr schade, so Jenny weiter. Schliesslich sei es eine beliebte Veranstaltung, die sehr viele Leute nach Arosa ziehe. Gemäss Jenny wurden bei der letztjährigen Durchführung pro Renn-Sonntag jeweils bis zu 4000 Besucherinnen und Besucher gezählt.
In der Vergangenheit sei es auch schon zu Absagen der Veranstaltung gekommen, «aber das ist die Natur», meinte Jenny. Wäre es ein schwerer Schlag für die Hotellerie, wenn die Rennen trotz aller Hoffnung auf einen Kälteeinbruch abgesagt werden müssten? Jenny: «Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir sehr viele Veranstaltungen haben. Es wäre einfach ein Angebot, das fehlen würde. Bei den Logiernächten würde das nicht so viel ausmachen. Es ist vor allem ein Unterhaltungsprogramm für die Gäste, die vor Ort sind.»
Grösste Eisbahn noch geschlossen
In Davos haben die jüngst fast frühlingshaft anmutenden Temperaturen dazu geführt, dass ein Anlass abgesagt werden musste: Die Natureisbahn, mit 18 000 Quadratmetern die grösste in Europa, konnte noch nicht präpariert werden. Deshalb mussten die Eisschnellläufer ihre Schweizer Meisterschaften im Sprint, die am 3. und 4. Januar in Davos geplant waren, in eine Halle nach Inzell (Deutschland) verlegen. Touristisch wäre dieser Anlass bezüglich der Logiernächte nicht ins Gewicht gefallen.
Wann die riesige und sehr beliebte Natureisbahn in Betrieb genommen werden kann, ist noch gänzlich offen. Gemäss Auskunft der Davoser Tourismusorganisation ist Schneefall nötig, sonst kann das Natureisfeld nicht präpariert werden.
Wir bitten um euer Verständnis, dass der Zugang zu den Kommentaren unseren Abonnenten vorbehalten ist. Registriere dich und erhalte Zugriff auf mehr Artikel oder erhalte unlimitierter Zugang zu allen Inhalten, indem du dich für eines unserer digitalen Abos entscheidest.
Bereits Abonnent? Dann schnell einloggen.