Thusis-Cazis-Frauen für erste 1.-Liga-Saison bereit
Im 1.-Liga-Frauenfussball ist Graubünden diese Saison erstmals mit zwei Teams vertreten. Während für Chur 97 der Meisterschaftsauftakt erst in zwei Wochen erfolgt, startet Aufsteiger Thusis-Cazis schon morgen auswärts gegen Widnau.
Im 1.-Liga-Frauenfussball ist Graubünden diese Saison erstmals mit zwei Teams vertreten. Während für Chur 97 der Meisterschaftsauftakt erst in zwei Wochen erfolgt, startet Aufsteiger Thusis-Cazis schon morgen auswärts gegen Widnau.
Von Jürg Sigel
Er war nicht geplant, doch plötzlich wurde der Aufstieg bei den Frauen des FC Thusis-Cazis ein Thema. «Als wir letzte Saison nach der Vorrunde in der Tabelle vorne lagen, haben wir unser Ziel revidiert», sagt Remo Mayer. Im vierten Trainerjahr bei Thusis-Cazis sollte dieser tatsächlich seinen bislang grössten Erfolg feiern können. Am Ende der Spielzeit 2010/11 stand die Thusner Belegschaft zu ihrer eigenen Überraschung als neuer 1.-Ligist fest.
Sabrina Petriella einziger Zuzug
Nach der erstmaligen Promotion in die dritthöchste Schweizer Spielklasse erfuhr das Kader nur wenige Änderungen. Mit Sabrina Petriella wurde lediglich eine neue Akteurin verpflichtet. Die 19-jährige Churerin spielte zuletzt für Staad und bringt Nationalliga-B-Erfahrung mit. Petriella hätte sogar das Potenzial für die NLA. Ihre unregelmässigen Arbeitszeiten als Koch liessen eine Karriere auf höchstem nationalen Niveau (bisher?) aber nicht zu.
Petriella weiss, was in der 1. Liga auf sie und das Team wartet. Die meisten ihrer Kolleginnen betreten hingegen bisher unbekanntes Territorium. Mayer sagt, dass es schwierig sei abzuschätzen, was für die Aufsteigerinnen möglich ist. «Es gibt in dieser Gruppe einige neue Teams.» Immerhin wissen Mayer und seine Spielerinnen, dass sie es in der Gruppe 3 mit starker Konkurrenz zu tun bekommen werden. Münsterlingen aus dem Kanton Thurgau und Rapperswil-Jona werden als Absteiger zum Favoritenkreis zählen. Gossau und Widnau klassierten sich letzte Saison auf den Rängen 3 und 4, Gambarogno schrammte in der Gruppe 2 als Dritter nur um einen Zähler am Aufstieg vorbei. Ob diese Teams wirklich ausser Reichweite für Thusis-Cazis liegen, wird sich zeigen. Staad II, Eschenbach, Balerna als zweiter Neuling sowie Chur 97 dürften aber wohl eher in Reichweite der Mayer-Equipe liegen.
Für Thusis-Cazis’ Frauen wird es unter anderem darum gehen, schnell den in der 1. Liga höheren Rhythmus mitgehen zu können. Mayer: «Das Tempo sowie die Effizienz vor dem gegnerischen Kasten sind die grössten Unterschiede zur 2. Liga. In der 1. Liga bedeuten drei Torchancen zwei Treffer.» Allerdings hat Thusis-Cazis ebenfalls seine Stärken. Zu diesen zählen die Defensive sowie die Tatsache, «dass wir», so Mayer, «schon lange weitgehend in derselben Besetzung spielen».
Ein Start ins Ungewisse morgen um 12 Uhr auswärts gegen Widnau ist es aber trotzdem. «Wir lassen uns überraschen», sagt der Trainer, dem Vergleiche mit anderen 1.-Ligisten (noch) fehlen. In der Vorbereitung gab es lediglich Testspiele gegen Unterklassige, die aber alle gewonnen wurden und den Trainer zuversichtlich stimmen.
Am 11. September erstes Derby
Beim FC Thusis-Cazis freut man sich auf den 11. September. An diesem Sonntag findet an der Ringstrasse das Derby gegen Chur 97 statt. Es sei, so Mayer, einer der Höhepunkte. Als weitere sollen der Sieg im Bündner Cup sowie der Klassenerhalt folgen. Machbar ist alles.
Kaderliste FC Thusis-Cazis Saison 2011/12
Tor: Seraina Friedli (20.3.1993).
Verteidigung: Priska Bollhalder (17.8.1991) Carola Dosch (3.12.1987), Simone Jurt (2.3.1982), Katrin Leib (14.1.1992), Flurina Marugg (17.7.1989), Annick Sgier (23.11.1988), Svenia Sgier (22.2.1993).
Mittelfeld: Nina Ambühl (7.8.1983), Corina Battaglia (30.6.1989), Aline Joos (24.4.1992), Sabrina Petriella (24.5.1992, neu von Staad), Nicole Tschalèr-Zbinden (9.5.1981)
Sturm: Tamara Brenn (30.9.1995) Seraina Farrer (27.2.1988), Simone Parpan (23.4.1987), Susana Redondo (21.7.1982), Samira Schmid (8.3.1990).
Trainer: Remo Mayer.
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