Stürmische Davoser Rückkehr auf den NLA-Leaderthron
Der HC Davos ist wieder NLA-Leader. Die Bündner schlugen gestern Spengler-Cup-Sieger Servette nach überzeugendem Spiel 5:1. Die Genfer wurden nach der 1:0-Führung regelrecht überfahren, für Davos trafen fünf verschiedene Spieler.
Der HC Davos ist wieder NLA-Leader. Die Bündner schlugen gestern Spengler-Cup-Sieger Servette nach überzeugendem Spiel 5:1. Die Genfer wurden nach der 1:0-Führung regelrecht überfahren, für Davos trafen fünf verschiedene Spieler.
Von Kristian Kapp
Eishockey. – Und plötzlich war sie wieder da: diese Leichtigkeit des Seins, die den HC Davos in den ersten zwei Monaten der Saison ausgezeichnet hatte. Die Angriffsauslösungen erfolgten schnell, Tempo und Zug aufs gegnerische Tor stimmten, es war eine Mannschaft am Werk, die definitiv wieder das wollte, was sie im September und Oktober tat: Tore schiessen, viele Tore schiessen. Dick Axelssons von Perttu Lindgren fein vorbereiteter und elegant vollendeter Treffer nach 25 Minuten war die Initialzündung. In den folgenden zwölf Minuten rollte Angriff um Angriff auf das Genfer Tor, die Scheibe sprang in den entscheidenden Momenten zugunsten der Davoser, die sich dieses «Puck-Glück» aber redlich erarbeiteten. Samuel Walser, Grégory Hofmann mit dem Tor des Tages und Marcus Paulsson schraubten das Skore noch vor der zweiten Sirene auf 4:1. Gregory Sciaroni, gestern auffälligster Davoser und vor allem in den Bereichen Kampfgeist und Wille mit Höchstnoten, setzte im letzten Drittel den Schlusspunkt mit dem 5:1 und krönte einen für ihn und seine Mannschaft gelungenen Abend.
Starke Reaktion, müde Genfer
Es sollen trotz der am Ende auch in dieser Höhe verdienten 5:1-Gala zwei Dinge nicht unerwähnt bleiben. Zum einen brauchte der HC Davos den Rückstand, um zu seinem Spiel zu kommen. Aus der Retrospektive war es also für den HCD von Vorteil, das er zu Beginn des Mitteldrittels ein Gegentor «fabrizierte», bei dem mit Félicien Du Bois, Goalie Leonardo Genoni und insbesondere Samuel Guerra gleich drei Blau-Gelbe eine schlechte Figur machten. Zuvor hatte zwar auch Davos das spielbestimmende Team gestellt, das aber wieder vor allem mit rein spielerischen Mitteln den Erfolg suchte. Nach dem Rückstand und vor allem dem postwendend erzielten Ausgleich hatte Davos endlich auf jenes Spiel umgestellt, das es schon zu Saisonbeginn beim beeindruckenden Run auf die Spitze ausgezeichnet hatte. Sciaroni brachte es nach dem Spiel auf den Punkt: «Es war Zeit für ei- ne Reaktion nach einigen schlechten Leistungen.»
Ebenso ein Fakt gestern, der mithilft, den klaren Sieg in die richtigen Relationen zu bringen: Genf-Servet- te hinterliess einen mental müden Eindruck. Der Spengler-Cup-Triumph vom Mittwoch dürfte für das Spiel an selber Stätte mehr Last denn Segen gewesen sein. Und so wurde es vor allem für Janick Schwendener, dem von Davos an Servette ausgeliehenen Goalie, keine triumphale Rückkehr. Vier Tage, nachdem der Klosterser als Held im mit 3:0 gewonnenen Spengler-Cup-Final gegen Ufa gefeiert wurde, endete sein Arbeitstag nach 40 Minuten. Schwendener machte zwar beim 1:2 eine unglückliche Figur, als ihm Sciaroni den Puck «stibitzte» und Walser danach «abstaubte». Es gelangen ihm aber auch «Big Saves», ohne die es für Genf schon nach zwei Dritteln ein veritables Debakel abgesetzt hätte.
Jung zum SCB, Koistinen out
Mit dem klaren Sieg gelang dem HC Davos die Rückkehr auf den NLA-Leaderthron. Er musste am Wochenende aber auch erfahren, dass seine Abwehr in den nächsten Tagen und Wochen in veränderter Form auflaufen wird. Noah Schneeberger wird rund fünf Wochen, Ville Koistinen für unbestimmte Zeit verletzt ausfallen. Zudem zeigt sich der HCD beim gestern abgelösten Leader Bern als Helfer in der Verteidiger-Not: Sven Jung wird mindestens für zwei Wochen das SCB-Shirt tragen.
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