Status Quo – eine Band, deren Name seit eh und je Konzept ist
Die britischen Rocker von Status Quo bleiben seit Jahrzehnten ihrem Musikstil treu. Nun liegt eine Dokumentation über die Band vor, die sich von nichts und niemandem aus dem Konzept bringen lässt.
Die britischen Rocker von Status Quo bleiben seit Jahrzehnten ihrem Musikstil treu. Nun liegt eine Dokumentation über die Band vor, die sich von nichts und niemandem aus dem Konzept bringen lässt.
Von Markus Schwarz (sda)
Ihr Name passt: Staus Quo sind weniger eine Band, sondern mehr ein Zustand. Ein energisch schunkelnder Boogie-Woogie-Bluesrock-Zustand, in den sich viele Fans seit über vier Jahrzehnten immer wieder gern fallen lassen, um herauszugleiten aus dem Hier und Jetzt. Nun stellt eine filmische Dokumentation diesen Zustand ausführlich vor.
Dieser Tage erscheint «Hello Quo» auf DVD und Blu-Ray. Regisseur Alan G. Parker erzählt darin die Geschichte der Band von ihren Anfängen in der ersten Hälfte der Sechzigerjahre bis in die Gegenwart. Dass Status Quo immer noch so aktiv ist, lässt Bandgründer, Sänger und Gitarrist Francis Rossi manchmal verwundert zurückblicken, wie er im Interview mit der Nachrichtenagentur DAPD erzählt: «Wenn du 20 bist, denkst du, du kannst mit 30 nicht mehr in einer Band spielen. Wenn du 30 bist, denkst du, du kannst mit 40 oder 50 nicht mehr in einer Band spielen, das ist ja lächerlich. Und jetzt bin ich über 60 und es fühlt sich überhaupt nicht lächerlich an, wenn ich auf die Bühne gehe.»
Von der Schulband zu Status Quo
Dort, auf der Bühne, ist Francis Rossi schon sehr lange zugange. Schon in den frühen Sechzigerjahren formierten sich ein paar Londoner Jungs, die sich vom Schulorchester kannten, zu einer Jazz- und später Beatband, die schliesslich zur Keimzelle von Status Quo wurde. Neben Rossi waren Bassist Alan Lancaster und Schlagzeuger John Coghlan von Anfang an dabei; als zweiter Gitarrist kam Rick Parfitt hinzu, als sich die Gruppe in der zweiten Hälfte der Sechzigerjahre in Status Quo umbenannte und erste Platten veröffentlichte.
In den Siebzigerjahren fanden sie ihren zupackenden Sound und legten den Grundstein für ihre erfolgreiche Karriere, in der sie mittlerweile über 120 Millionen Alben verkauft haben. Ihren stampfenden Sound haben sie seitdem trotz der einen oder anderen Umbesetzung kaum verändert. «Ich kann nichts anderes», erklärt Rossi lachend: «In dem Moment, in dem ich andere Bands sehe, wie etwa die Eagles oder einen Typen wie Jeff Lynne, denke ich: Das will ich auch machen. Aber es funktioniert nicht. Wenn ich auf die Bühne gehe oder im Studio bin, kann ich nur das machen, was ich immer mache. Und meistens mag ich es dann auch.»
Versöhnung nach über 20 Jahren
Nicht so sehr gemocht haben sich über lange Zeit Rossi und sein langjähriger Kollege Lancaster. In den Achtzigerjahren kam es zum Bruch zwischen den beiden, der Auftritt beim Live-Aid-Konzert 1985 war der letzte gemeinsame. Es folgten Gerichtsprozesse, die Karriere von Status Quo ging dennoch praktisch ohne Bruch weiter.
Nun aber haben sich bei einem Gastspiel von Status Quo in Lancasters Wahlheimat Australien die beiden alten Kumpane wieder versöhnt, wie Rossi berichtet: «Es ist, wie wenn man ein altes Paar Schuhe wieder anzieht. Man schlüpft hinein und es passt. Alan und ich haben uns endlich wieder ausgesprochen. Er und seine Familie waren so wichtig für mich und meine Entwicklung. Ich hatte so eine enge Beziehung zu seinem Vater und seinem Onkel, die leider vor Kurzem gestorben sind. Ich habe nun auch mit seinem Bruder wieder gesprochen, er hat am Telefon geheult, ich dachte bis dahin, der Kerl will mich umbringen. Es tut so gut, wieder mit Alan zu reden, so eine Beziehung gibt es nicht wieder. Verdammt, ich musste über 60 werden, um das zu begreifen.» Sogar über eine Tournee von Status Quo in der Originalbesetzung wird gemunkelt. Ob Lancasters Gesundheitszustand das zulässt, ist allerdings noch nicht klar.
Konzerte ohne grosse Erwartungen
In der aktuellen Besetzung jedenfalls geben Status Quo im November wieder Konzerte. Rossi freut sich auf die Tour, hegt aber keine allzu grossen Erwartungen, wie er verrät: «Wenn du zu hohe Erwartungen hast, wird das Konzert meistens nicht so gut. Mein Trick ist: Wenn du ganz entspannt hineingehst und auf die Bühne steigst, wird es meistens grossartig.»
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