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Standortsuche verzögert sich

Kanton Das Asylheim Grünenwald geht nicht per Ende Jahr zu. Im letzten Moment erreichte der Kanton eine Vertragsverlängerung.

Südostschweiz
30.12.14 - 01:00 Uhr
Zeitung

Kanton adm. Der Bund sucht Platz für die von ihm geplanten Bundeszentren. Unter anderem steht auch das Gelände der ehemaligen Militärischen Sicherheit (Milsich) im Wintersried zur Debatte. Kanton und Gemeinde Schwyz haben sich bereits deutlich gegen solche Pläne ausgesprochen, in Seewen Platz für 340 Asylsuchende zu schaffen.

Jetzt kommt die Standortsuche ins Stocken, wie der Bund gestern mitteilte. Grund für die Verzögerung, Entscheide sollen erst in den nächsten Monaten bekannt werden, sind laut dem Bundesamt für Migration (BFM) die grosse Anzahl von Optionen, baurechtliche Fragen und politische Entscheidprozesse.

Dass Seewen eine der 28 Optionen ist, die geprüft werden, zeigt auch der Besuch von Urs von Daeniken. Der ehemalige Chef des Nachrichtendienstes, der im BFM nun für die Suche nach Bundeszentren unterwegs ist, war kurz vor Weihnachten in Seewen zu Besuch und brütete in einem Restaurant über seinen Dossiers.

Jürg Auf der Maur

Das war knapp, doch jetzt kann Regierungsrat Kurt Zibung, der im Kanton Schwyz für das Migrationsdossier zuständig ist, aufschnaufen: «Der neue Vertrag ist unter Dach», freut er sich.

«Teurer, aber vertretbar»

Das heisst: Anders als eigentlich vereinbart, geht das kantonale Asylzentrum Grünenwald vorläufig nicht zu, sondern kann auf befristete Zeit weiter zur Unterbringung von Asylbewerbern gebraucht werden. Der Vertrag für den «Grünenwald» war bereits gekündigt, die Schliessung beschlossene Sache. Weil allerdings der Kantonsrat bereits zweimal Nein zu einem Durchgangszentrum im Wägital sagte und die Zahl Asylsuchender, die der Bund den Kantonen zuteilt, weiterhin gross ist, kam der Kanton in die Bredouille. Jetzt, kurz vor Weihnachten, konnte das zuständige Amt mit der IG Grünenwald einen neuen Vertrag unter Dach bringen.

Der «Grünenwald» ist für den Kanton auch deshalb interessant, weil die Unterbringung im kantonalen Vergleich günstig ist. Gemäss bisherigem Vertrag mussten für die 50 Plätze pro Jahr 51 000 Franken Miete bezahlt werden. Die daraus resultierenden 1020 Franken pro Kopf sind jedoch deutlich günstiger als etwa im «Degenbalm»/Morschach oder «Tiefenrüti»/Küssnacht, wo 2285 respektive 1590 Franken pro Asylbewerber an Mietkosten anfallen. «Der neue Mietzins wird etwas höher sein», erklärt der CVP-Regierungsrat dazu. Doch auch der neue Preis sei «vertretbar».

Definitives Aus 2016

Mit der Vertragsverlängerung hat sich damit auch ein grosser Wunsch von Markus Blättler, Vorsteher des Amtes für Migration, erfüllt. «Nur schon für die Mitarbeiter im ‹Grünenwald› müssen wir in den nächsten Wochen wissen, wo wir sind und wie es weitergeht», erklärte er Ende November.

Gemäss Zibung wird das Asylzentrum Grünenwald aber nicht für unbeschränkte Zeit zur Verfügung stehen. Spätestens Mitte 2016 ist Schluss. Dann nämlich kommen verschiedene bautechnische Auflagen zum Tragen, an die sich Kanton und Eigentümer zu halten haben. Ob und wann das bestehende Gebäude saniert wird oder allenfalls gar einem Neubau weicht, ist derzeit noch nicht bekannt.

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