Stadtmusik Chur präsentiert sich in Aufbruchstimmung
Unter ihrem neuen musikalischen Leiter Martin Jud wagt die Stadtmusik Chur einen zielstrebigen Schritt in die Zukunft. Die anspruchsvollen Jahreskonzerte vom vergangenen Freitag und Samstag haben den Anfang gemacht.
Unter ihrem neuen musikalischen Leiter Martin Jud wagt die Stadtmusik Chur einen zielstrebigen Schritt in die Zukunft. Die anspruchsvollen Jahreskonzerte vom vergangenen Freitag und Samstag haben den Anfang gemacht.
Von Emil Hartmann
Chur. – «Aufbruch» war das Motto der Jahreskonzerte der Stadtmusik Chur vom vergangenen Freitag und Samstag. Das Motto war bewusst gewählt. Die in den letzten Jahren, zumindest was die angestrebte erste Stärkeklasse betrifft, nicht gerade erfolgsverwöhnten Churer Stadtmusikanten präsentierten sich in Aufbruchstimmung.
Gérard Hirsbrunner, Präsident der Stadtmusik Chur, ging in seiner Interpretation des gewählten Mottos über das Musikalische hinaus: «Nicht nur die Direktion der Stadtmusik hat sich geändert, sondern auch sonst ändert sich viel in Chur.» Er erwähnte im gedruckten Programm Chur West, das neue Wege geht («Go»), und lud die Konzertbesucher ein, zusammen mit den Stadtmusikanten zu neuen Horizonten aufzubrechen («New Horizons») oder ganz einfach mit ihnen abzuheben («Take Off»). Damit waren einige Musiktitel des Jahreskonzerts bereits angesprochen. Barbara Hirsbrunner, die Frau des Präsidenten, führte fachkundig durch den Abend.
«Es war eine schöne Arbeit»
Die Stadtmusikanten fanden sich in der akustisch nicht ganz einfachen Aula der Bündner Kantonsschule in Chur gut zurecht. Martin Jud, kompetenter neuer musikalischer Leiter, präsentierte den zahlreichen Konzertbesuchern eine rund 50 Mitglieder umfassende Blasorchesterformation von beeindruckender Qualität, was von guter Detailarbeit während der Vorbereitungsphase zeugt. Darauf angesprochen, meinte Jud bescheiden: «Es war eine schöne Arbeit, und ich bin sehr zufrieden.» Auch aus den Reihen der Musikanten tönte es ähnlich. So fand beispielsweise Max Holliger, Bassist bei der Stadtmusik: «Das Üben hat sich gelohnt.»
Bereits bei der Eröffnungskomposition «Go» von Samuel R. Hazo war die effektvolle Dynamik der Stadtmusikanten herauszuhören, und daran änderte sich das ganze Konzert hindurch nichts. Konzentration und die daraus resultierende Homogenität blieben erhalten bis zur letzten Zugabe.
Dem gewählten Motto entsprechend, passte das erstmals in der Schweiz aufgeführte Blasorchesterwerk «Aufbruch» des deutschen Komponisten Rolf Rudin schon einmal sehr gut ins Konzertprogramm. Alle Register waren ganz schön gefordert, von Überforderung war aber zu keinem Zeitpunkt etwas zu spüren. Ein brillantes Holzregister verlieh dem gehaltvollen Werk einen besonderen Glanz, und der äusserst stabile Rhythmus liess kaum Unregelmässigkeiten zu. Was aus Tönen gemacht werden kann, demonstrierten die Stadtmusikanten mit der gefühlvollen Interpretation von «The Sun Will Rise Again» des britischen Komponisten Philip Sparke.
Traditionell gehören zum Jahreskonzert der Stadtmusik auch die Churer Stadttambouren dazu. Unter ihrem Leiter Roman Germann begeisterten sie die Zuhörer mit effektvollem Trommelspiel. Besonders beeindruckte die im Dunkeln mit leuchtenden Schlägerspitzen vorgetragene Komposition «Cool Light Sticks» von Roman Lombriser.
Urs Marti lobt Musikanten
Trotz futuristisch anmutenden Musiktiteln bot die Stadtmusik Chur keine Show, mit Ausnahme einiger tänzerischer Schritte des Dirigenten bei den modernen Rhythmen gegen Schluss des Konzerts. Es geschah neben guter Musik nichts Spektakuläres, und genau das beabsichtigten Jud und seine Stadtmusikanten. Der Konzertabend gestaltete sich zu einem vielversprechenden Beginn des Aufbruchs.
Stadtpräsident Urs Marti beantwortete die Frage nach seiner Meinung über den Auftritt der Stadtmusik treffend: «Ein anspruchsvolles Konzert. Selber mache ich leider keine Musik, höre sie aber gerne, und die Musikanten verdienen unsere Wertschätzung, genauso wie sie es verdienen, dass die Medien über solche lokale und regionale Anlässe berichten.»
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