Sportlicher Zeitplan für ?eine Teilzonenplanrevision
Küssnacht Auch ohne Neueinzonungen herrscht einiges Unbehagen gegenüber der Raumplanung, wie die erste Infoveranstaltung in Immensee zur neuen Revision zeigte.
Küssnacht Auch ohne Neueinzonungen herrscht einiges Unbehagen gegenüber der Raumplanung, wie die erste Infoveranstaltung in Immensee zur neuen Revision zeigte.
«Verdichtung heisst mehr Einwohner auf kleiner Fläche, mit allen Vor- und Nachteilen.»
Carole Mayor,
Bezirksrätin
Patrick Kenel
Nach acht Jahren und der Ablehnung der Zonenplanrevision nimmt der Bezirksrat einen Neuanlauf. Diesmal soll es laut Bezirksrätin Carole Mayor schneller gehen: «Es ist ein recht sportlicher Zeitplan.» In rund einem Jahr könnte es bereits wieder eine abstimmungsreife Vorlage zur Raumplanung geben.
Puls der Bevölkerung spüren
Mit Infoveranstaltungen in den drei Dörfern wollen Mayor und ihre Ressortmitarbeiter André Guntern und Stefan Vögtli in dieser Woche erst einmal den Puls der Bevölkerung spüren. Das seit Mai 2014 geltende Raumplanungsgesetz RPG verbietet die Einzonung neuer Bauzonen und fördert die Verdichtung. In einem zweistufigen Verfahren plant der Bezirk Küssnacht, das weiterhin geltende Reglement von 1996 abzulösen, um als Massnahme gegen die Wohnflächenvergrösserung pro Person Verdichtungen zu ermöglichen: eine Teilrevision des Nutzungsplans 2016, nach Anpassung des kantonalen Richtplans könnte eine Gesamtrevision folgen.
Kritik am Wachstum
Vor 40 Teilnehmern in Immensee zeigte Stefan Vögtli am Montagabend die angestrebten Änderungen im Zonenplan auf, etwa die überlagerte Zentrumszone in der Nähe der Küssnachter Einkaufsläden und weitere künftige Wohn- und gemischte Zonen in Küssnacht und Merlischachen. Ein sozialer Nebenaspekt: Zentrumsnahes Wohnen käme den Senioren entgegen, preisgünstige Wohnungen den Familien. «Mit den unterschiedlichen Bauherrn müsste schliesslich ein Mix angestrebt werden», so Mayor.
Insgesamt würde sich durch diese Projekte die Bevölkerungszahl um 500 Personen erhöhen, schätzten die Behördenvertreter.
Nicht eingerechnet ist künftiges Bevölkerungswachstum in Immensee, wo mehrere Projekte nach geltendem Recht verwirklicht werden, so beim Missionshaus, in der Hausmatt und im Ribetschi. «Wir wachsen viel zu schnell. Gebaut wird für Neuzuzüger, nicht für einheimische Familien und Büezer», kritisierte ein Teilnehmer in der Fragerunde. Sorgen macht auch, ob dereinst genügend Schulzimmer, Kanalisationsrohre und andere Infrastruktur zur Verfügung stünde. Die Kritiker hielten das Vorgehen für zu schnell. Während Verdichtungen an sich gutgeheissen werden, müsse das Wachstum gesteuert werden können. Sie sei sich bewusst, dass gerade Immensee noch viel Wachstum bevorstehe, sagte Mayor. Auch die maximalen Bauhöhen, welche mit Grafiken illustriert wurden, liessen das Küssnachter Zentrum urban wirken. Das bedeute nicht, dass der Ort bald seinen Dorfcharakter verliere. «Verdichtende Aufzonungen sind eine Frage von Generationen. Sie brauchen viel länger als Neubauzonen», fand Mayor.
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