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Sparmassnahmen werfen Schwyz noch weiter zurück

Kanton Die Sparmassnahmen des Kantons treffen ab August auch die Volksschule. Damit gerät Schwyz gegenüber seinen direkten Nachbarn weiter ins Hintertreffen.

Südostschweiz
22.01.15 - 01:00 Uhr
Zeitung

Franz Steinegger

Der Erziehungsrat hat im Rahmen des Entlastungspakets 2014–2017 Sparmassnahmen im Umfang von 770 000 Franken für die Volksschule beschlossen. Jährlich 286 000 Franken werden die Schule direkt treffen. Umgesetzt werden die Vorgaben auf das kommende Schuljahr. Ursprünglich wollte das Bildungsdepartement je eine Lektion linear von der 1. Primarklasse bis zur 3. Oberstufe streichen. Das war dem Erziehungsrat und dem Regierungsrat dann doch zu viel. Geblieben sind drei punktuelle Massnahmen.

Die Lehrer «zahlen»

Die erste betrifft den Halbklassenunterricht in der 1. Primarklasse. Hier kommt bisher nachmittags jeweils nur eine Hälfte der Schüler zum Unterricht: Am Montag und Donnerstag die Abteilung A, am Dienstag und Freitag die Abteilung B. Neu werden diese Alternierlektionen auf zwei Nachmittage zusammengestrichen. Die Schüler kommen damit weiterhin auf 24 Wochenlektionen, doch den Lehrern fehlen ab dem nächsten Schuljahr zwei Lektionen zum Vollzeitpensum. Sie merken das durch Lohneinbusse. Oder sie können in anderen Klassen oder durch zusätzliche Aufgaben weitere Lektionen übernehmen und so auf ein Vollpensum kommen.

«Politisch brisant»

Paul Stalder, Schulleiter der Gemeindeschulen Schwyz, rechnet vor, dass im Hauptort damit zwölf Lektionen weniger anfallen. Die Gemeinde spart dadurch rund 50 000 Franken pro Jahr, der Kanton etwa 12 000 (bezogen auf die Gemeinde Schwyz), denn der Kanton unterstützt die Volksschule in Form einer Pauschale, die 20 Prozent des Lehrergehalts ausmacht.

«Der alternierende Unterricht ist ein bewährter Bestandteil unseres Schulsystems. Davon profitieren alle Schüler», unterstreicht Stalder. Für ihn haben diese Sparmassnahmen mehr politische Brisanz, als sich aus der Distanz ausmachen lasse: «Es geht hier um Bildungschancen und Bildungsgerechtigkeit.» Darauf müssten Politik und insbesondere das Parlament, das die Sparmassnahmen zu verantworten habe, eine Antwort geben.

Ein Vergleich mit den umliegenden Kantonen schmeichelt Schwyz wenig. Ab August hat der Kanton Schwyz nur noch halb so viele alternierende Lektionen in der 1. und 2. Primarklasse wie unsere Nachbarn. Ab der 3. Klasse kennt man in Schwyz das Alternieren überhaupt nicht, während Uri, Zug und Nidwalden noch je zwei Halbklassen-Lektionen bis zur vierten und Luzern zwei weitere bis zur sechsten Klasse kennen.

Einschneidend bei Verwaltung

Weiter entfällt in der 3. Oberstufenklasse die Klassenlehrerstunde, und schliesslich kürzt der Kanton die Mittel für die Intensivweiterbildung der Lehrpersonen um 30 000 Franken. Urs Bucher, Vorsteher des Amts für Volksschule und Sport, betont, dass diese Sparmassnahmen über 2017 hinaus bestehen bleiben. Beim Eingriff in den Schulunterricht habe man die «Opfersymmetrie» gewahrt: In den sechs Primarklassen fallen zwei (Lehrer-)Lektionen weg, in den drei Oberstufenklassen eine Lektion.

Das grössere Opfer mit jährlich fast einer halben Million Franken Einsparungen müsse die Verwaltung des Bildungsdepartements erbringen. Entsprechende Massnahmen, welche vor allem die Bereiche Schulcontrolling und Sonderschule betreffen, seien in Umsetzung oder kurz davor, sagt Bucher.

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