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Spannungen in der Vampir-WG

Kino Das mitunter etwas blutleere Genre des Vampirfilms erlebt in der detailverliebten Parodie «What We Do in the Shadows» eine schwarzhumorig-komische Frischzellenkur.

Südostschweiz
31.12.14 - 01:00 Uhr
Zeitung

sda. Nichts für Leute mit schwachen Nerven: Lustvoll plündern die neuseeländischen Regisseure Taika Waititi und Jemaine Clement, die auch gleich zwei der Hauptrollen spielen, die Filmgeschichte, in der es von Vampiren nur so wimmelt. Ganz anders als in Jim Jarmuschs bemüht-kunstvoller Beisser-Elegie «Only Lovers Left Alive» gibt es in dieser skurrilen WG-Geschichte neben einigen drastischen Details auch viel zu lachen.

Wenn einer seit fünf Jahren das Geschirr nicht abspült, kann das eine WG schon mal an den Rand der Krise führen. Als der kunstsinnige, dandyhafte Viago seinen jähzornigen, erst knapp 200 Jahre alten Mitbewohner Deacon auf den Küchen-Fauxpas anspricht, fletscht der schon die Zähne und läuft blutrot an: «Vampire spülen nicht ab!»

Sammlung an Foltergeräten

Nicht weniger martialisch benimmt sich Vladislav, genannt der Stecher, der immerhin schon 862 Jahre auf dem Buckel hat. Sein ganzer Stolz ist eine Sammlung von historischen Foltergeräten. Und Jungfrauen findet er einfach unwiderstehlich.

Klare Regeln

Dabei muss der pingelige Viago seine Mitbewohner immer wieder ermahnen: «Wenn ihr jemanden auf meinem schönen Sofa aussaugt, legt doch einfach Zeitungen und Handtücher drunter.»

Sehr viel bedächtiger gibt sich der 8000 Jahre alte Petyr, der am liebsten in seinem Sarg im Keller schläft und dem schauderhaften Max Schrecks aus Murnaus Klassiker «Nosferatu» von 1922 zum Verwechseln ähnlich sieht.

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