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Sommaruga und die mutigen Demokraten

Nirgendwo sonst auf der Welt hätten die Bürgerinnen und Bürger so viel Macht und so viel Verantwortung wie in der Schweiz, sagte Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga in ihrer Neujahrsansprache im Radio und Fernsehen.

Südostschweiz
03.01.15 - 01:00 Uhr
Zeitung

«Genau das gefällt mir an unserer Demokratie: Sie ist mutig. Sie traut uns allen viel zu.»

Es gebe Leute, welche die direkte Demokratie für veraltet hielten, weil es in der heutigen Welt für die Bevölkerung gar nicht mehr möglich sei, hochkomplexe Entscheidungen zu fällen. «Ich teile diese Auffassung nicht, und zwar ganz und gar nicht.» Die Tatsache, dass neben dem Bundesrat und dem Parlament auch die Bürgerinnen und Bürger Verantwortung tragen, Einfluss nehmen und sich beteiligen, schaffe Nähe und Identität. «Und genau darauf sind wir Menschen angewiesen.» Das sei schon immer so gewesen, und sei heute durch die Globalisierung noch verstärkt.

Thunfisch und Mango vom Märit

In dieser Hinsicht gleiche die Schweiz im 21. Jahrhundert einem Markt wie jenem auf dem Bundesplatz, wo sie seit vielen Jahren einkaufe, sagte Sommaruga. «Auch hier hat die Globalisierung längst Einzug gehalten. Der Thunfisch, der angeboten wird, kommt ja nicht vom Thunersee, und die Mango, die man hier kaufen kann, wurde nicht am Ufer der Aare geerntet.» Exotische Früchte und andere Produkte aus der ganzen Welt gehörten heute auf den Markt wie einheimische Äpfel. «Und trotzdem, oder gerade deshalb, fühlen wir uns hier daheim.»

Auch die Identität der Schweiz macht aus Sicht von Sommaruga nicht nur Tradition aus, sondern auch Offenheit und Solidarität: «Zur Schweiz gehört beides, unsere lokalen Wurzeln ebenso wie unsere Verbundenheit mit der Welt.» (sda)

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