Smartphones bringen nicht nur Vorteile
Rickenbach Es ist immer und überall mit dabei: Das Smartphone ist für viele kaum mehr aus dem Alltag wegzudenken.
Rickenbach Es ist immer und überall mit dabei: Das Smartphone ist für viele kaum mehr aus dem Alltag wegzudenken.
Nadine Annen
Das hat auch die Rickenbächlerin Julia Bründler festgestellt: «Mir ist aufgefallen, dass, wenn junge Menschen in einer Gruppe unterwegs sind, oft alle am Handy sind.»
Die 18-Jährige wollte deshalb in ihrer Maturaarbeit herausfinden, welche Bedeutung das Smartphone für Schwyzer Jugendliche in der Schule und in der Freizeit hat. Dafür befragte sie 338 Schüler im Alter von 15 bis 22 Jahren und 43 Lehrpersonen der KKS und der KBS.
Smartphone für Mädchen wichtiger
Zunächst wollte sie herausfinden, wie verbreitet die Smartphones wirklich sind. Das Ergebnis hat sie überrascht: Alle bis auf fünf Personen haben ein Smartphone. Diese fünf Personen, alle männlich, haben zwar kein Smartphone, aber zumindest ein normales Mobiltelefon. «Ich habe ja erwartet, dass viele ein Smartphone haben, aber gleich so viele, das hätte ich nicht gedacht», stellt Julia Bründler fest.
Auch nicht erwartet habe sie, wie viel Zeit die Jugendlichen täglich mit dem Smartphone verbringen: Im Durchschnitt wird das Smartphone während zwei bis drei Stunden pro Tag benutzt, von Mädchen etwas mehr als von Jungen.
Auch der Stellenwert, den die Jugendlichen dem Smartphone für die Freizeitgestaltung zuschreiben, sei bei Mädchen und Jungen sehr unterschiedlich: Während zwei Drittel der Mädchen angeben, das Smartphone habe für sie einen hohen Stellenwert, sind es bei den Jungen gerade mal die Hälfte, die das ebenso sehen. Die Gründe dafür vermutet Julia Bründler im Bedürfnis nach sozialen Kontakten, welches bei den Mädchen ausgeprägter ist als bei den Jungen.
Dennoch sehen die Jugendlichen auch die negativen Seiten der ständigen Smartphoneabhängigkeit: Ganze 85 Prozent aller Befragten haben sich nämlich schon einmal daran gestört, dass andere beim gemeinsamen Beisammensein via Smartphone mit anderen kommuniziert haben.
Ausserdem werde nicht nur die Freizeitgestaltung durch das Smartphone dominiert, sondern auch die Verbindlichkeit von Abmachungen nehme durch Smartphones ab. Als dritte Veränderung, die mit den Smartphones gekommen ist, nennen die Befragten ausserdem die hohen Kosten.
Für Julia Bründler ist klar: Das Smartphone sei zwar praktisch, um etwas abzumachen. «Beim Treffen selbst ist es aber eher störend», vor allem dann, wenn jemand kein Mass habe, fügt sie hinzu.
Lehrer wollen WLAN im Schulhaus
Das Smartphone wird zum Teil auch schon im Unterricht eingesetzt, zum Beispiel als Übersetzungshilfe in Fremdsprachenfächern, jedoch noch sehr sporadisch. Alles, was darüber hinausgeht, findet Julia Bründler auch nicht so sinnvoll: «Die Smartphones gezielt für den Unterricht zu benutzen, würde jeden Schüler zwingen, eines zu besitzen.»
Als Alternative sieht die Schülerin aber den Einsatz von Tablets, die der Schule gehören und speziell für den Gebrauch im Unterricht eingestellt sind. Das könne der Gefahr vorbeugen, dass die Geräte anders genutzt werden und so vom Unterricht ablenken. Dass Smartphones das tun, hat nämlich rund ein Drittel der Befragten angegeben.
Zu guter Letzt wollte die Maturandin von den Schülern und Lehrern wissen, ob ein drahtloser Internetzugang in der ganzen Schule erwünscht wäre. Das überraschende Ergebnis: Der Anteil an Lehrpersonen, die WLAN befürworten, ist höher als dieser Anteil bei den Schülern.
Dass sie mit ihrer Arbeit einen Stein ins Rollen gebracht hat und an der KKS oder KBS schon bald ein offenes WLAN eingerichtet wird, glaubt die 18-Jährige nicht: «Ich glaube aber, dass es früher oder später kommen wird, damit die Schule zeitgemässer wird.»
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