Silvaplana führt definitiv die zweisprachige Schule ein
Die Gemeindeversammlung von Silvaplana hat am Mittwochabend entschieden, die romanische Schule künftig zweisprachig zu führen. Die Lia Rumantscha zeigt Verständnis für diesen Entscheid.
Die Gemeindeversammlung von Silvaplana hat am Mittwochabend entschieden, die romanische Schule künftig zweisprachig zu führen. Die Lia Rumantscha zeigt Verständnis für diesen Entscheid.
Von Fadrina Hofmann
Silvaplana. – Die Schule Silvaplana ist eine romanisch geführte Schule mit Kindergarten. Ab dem Schuljahr 2012/13 werden die Schüler aber in romanischer und deutscher Sprache unterrichtet. Das entschied am Mittwoch der Souverän von Silvaplana anlässlich einer Gemeindeversammlung. Anwesend waren zwar nur 54 Stimmbürger, was knapp zehn Prozent der Silvaplaner Bevölkerung entspricht, dafür erfolgte der Beschluss einstimmig und nur mit einer Stimmenthaltung.
Sils hat noch nicht entschieden
Für die Arbeitsgruppe, die sich seit 2010 mit der Möglichkeit einer zweisprachigen Schule in Silvaplana und Sils auseinandersetzt, ist dieses Resultat allemal positiv. Ziel ist gemäss der Botschaft des Gemeindevorstandes, dass in Zukunft sowohl Romanisch als auch Deutsch «selbstverständlich» werden «und die Akzeptanz für das Romanische in der Bevölkerung dadurch gestärkt wird».
Im Oberengadin ist das zweisprachige Schulmodell nichts Neues. Seit mehreren Jahren führen die Gemeinden Samedan, Pontresina, Celerina und Bever bereits zweisprachige Schulen. In Silvaplana besuchen die Schüler nach der romanischen Primarschule momentan noch die rein deutschsprachige Oberstufe in St. Moritz. Mit der Einführung der zweisprachig geführten Schule wird der romanische Unterricht bis in die 9. Klasse weitergeführt. Die Mehrkosten der Oberstufe St. Moritz gehen zu Lasten der Gemeinden Silvaplana und Sils. Sils hat allerdings noch nicht über die zweisprachige Schule entschieden. Sollte die Gemeinde Sils dem Konzept nicht zustimmen, führt die Gemeinde Silvaplana die Zweisprachigkeit auf der Primarschulstufe ein. Voraussetzung dafür ist allerdings die Bewilligung durch den Kanton.
Lia Rumantscha sieht auch Vorteile
Bei der Lia Rumantscha wird das Konzept einer zweisprachigen Schule grundsätzlich skeptisch betrachtet. «Natürlich würden wir eine rein romanischsprachige Schule bevorzugen», sagte Mediensprecher Andreas Gabriel gestern auf Anfrage. Er räumte ein, dass die Zweisprachigkeit einer realen Situation in den Gemeinden entspreche. «Um ein angenehmes Zusammenleben der verschiedenen Sprachen zu erreichen, ist ein gutes zweisprachiges Schulsystem gewiss förderlich», so Gabriel. Unter einer «guten» zweisprachigen Schule versteht er ein Modell, das bis in die 9. Klasse geführt wird und eine ausgeglichene Anwendung beider Sprachen garantiert. Im Falle von Silvaplana ist er überzeugt, dass sich die Gemeinde für ein «ehrliches Modell, welches die romanische Sprache respektiert», entschieden hat.
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