Servette gegen Kanada: Drama statt Debakel
Halbfinal 2 hat dem 88. Spengler Cup das bislang verrückteste Spiel beschert. Um ein Haar hätte Servette gegen das Team Canada einen 5:0-Vorsprung verspielt. Dank dem erzitterten 6:5 spielt der Titelverteidiger heute dennoch im Final.
Halbfinal 2 hat dem 88. Spengler Cup das bislang verrückteste Spiel beschert. Um ein Haar hätte Servette gegen das Team Canada einen 5:0-Vorsprung verspielt. Dank dem erzitterten 6:5 spielt der Titelverteidiger heute dennoch im Final.
Von Kristian Kapp
Eishockey. – Genf-Servette und seine Torhüter. Weil Ersatzgoalie Christophe Bays nach dem Warm-up zum zweiten Halbfinale wegen Grippe-Symptomen ausfällt, muss Chris McSorleys Team einmal mehr improvisieren. Tim Wolf, Rapperswil-Jonas Leihgabe beim HC Davos, darf nach dem Nachmittagsspiel auch am Abend die Rolle des Backups übernehmen. Er ist bereits der zehnte (!) Goalie der Servettiens, der in dieser Saison auf ein Matchblatt kommt. Beinahe wäre es noch bunter gekommen. Nebst Wolf ist auch Nati-Torfrau Florence Schelling ein Thema…
Die Nummer 1 der Genfer bleibt die Leihgabe aus Davos, Janick Schwendener. Er erlebt zunächst einen ruhigen Abend. Bis zur Spielhälfte ist Servette klar besser, führt 5:0, dem Team Canada droht ein veritables Debakel. Keiner der 6300 Zuschauer im ausverkauften Stadion ahnt da, welch ein dramatisches Finish noch bevorstehen würde.
Turbulente Schlussphase
6:5 steht am Ende bloss auf der Anzeigetafel, die Kanadier, insbesondere Headcoach Guy Boucher, bestürmen Schiedsrichter Stefan Eichmann nach der Schlusssirene. Selbst als der Referee ein Fernseh-Interview geben soll, wird er von diversen Team-Canada-Spielern beschimpft. Eichmann entscheidet 35 Sekunden vor Schluss mit einer kleinen Bankstrafe gegen die Kanadier wegen Spielverzögerung faktisch das Spiel, die Aufholjagd wird gestoppt und der Vulkan Boucher zur Eruption gebracht. Eichmann liegt indes richtig, die Kanadier wollten den Ausgleich mit acht und auch nach Ermahnung mit sieben statt den sechs erlaubten Spielern erzwingen …
Servette kommt damit trotz Leistungseinbruch mit einem blauen Auge davon, die Schmach, ein 5:0 verspielt zu haben, wird nicht Tatsache. Die Genfer stehen nach ihrem Turniersieg 2013 heute erneut im Final. Déja-vu: Schon wieder treffen sie mit Ufa auf ein russisches Team, bereits letzte Saison hatte Servette im Halbfinal gegen Team Canada 6:5 gewonnen!
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