×

Scola bilingua

Ich habe den romanischen Kindergarten und die scola bilingua in Chur besucht. Wenn ich jetzt zurückblicke, kann ich nur grazia fitg sagen. Meine Lehrerinnen haben immer mit Engagement, Liebe und viel Herzblut unterrichtet.

Südostschweiz
22.10.13 - 02:00 Uhr

Heute habe ich viele Vorteile. Ich kann mich zum Beispiel in der Sekundarschule auf Italienisch unterhalten, im Gegensatz zu meinen Mitschülern, die keine zweisprachige Schule besucht haben. Eine Freundin von mir, die ebenfalls in der scola bilingua war und deren Umgangssprache daheim Deutsch ist, spricht jetzt wirklich sehr gut Rumantsch Grischun. Wenn wir miteinander kommunizieren, sprechen wir romanisch. Ich bin dankbar, dass ich dieses Angebot in der Stadt Chur bekommen habe und wünsche mir, dass noch viele andere Kinder die gleiche Chance bekommen.

Sara Bolliger, 1. Sek., Chur

Es ist ja schön und gut, wenn Greenpeace immer mal wieder auf kreative Art und Weise auf gewisse Missstände bezüglich unseres Umgangs mit der Natur hinweist. Aktionen wie in Zürich oder Basel sind verbunden mit medialer Aufmerksamkeit und Prestige. Aus meiner Sicht bewirkt jedoch das öffentliche An-den-Pranger-Stellen von Gazprom (und ihren Machenschaften) auch nicht viel mehr … Ob nun Gazprom oder andere Firmen, nach Gas und Öl verlangen ja schlussendlich wir! Deshalb sind diese Tänzchen und andere Auftritte zwar nett anzusehen, aber viel mehr auch wieder nicht. Viel mehr bewirken jeder einzelne Mensch und seine bewussten Entscheidungen: Ich und Sie, liebe Lesende. Wir können uns zum Beispiel mehr zu Fuss oder auf dem Fahrrad bewegen, anstatt mit dem Auto zu fahren, oder wir bleiben gleich zu Hause und nehmen uns Zeit für Kleinigkeiten. Das wäre auch eine Art von Protest, ein stiller, ein alltäglicher und vor allem ein wirksamer! Denn Gazprom stellt lediglich die Mittel zur Verfügung, welche der Stillung unserer Gier (damit meine ich auch meine) und der Erfüllung unserer Bedürfnisse dienen.

Philippe Recher, Zizers

In der Schweiz betrug das Verhältnis der Durchschnittslöhne zu den Managergehältern 1984 noch 1:6. In der Folge, im Rahmen der neoliberalen Entwicklung, die zur weltweiten Finanzkrise führte, stieg dieses Verhältnis bis 1998 auf 1:13 und bis 2011 gar auf 1:43 an. Die Volksinitiative 1:12 möchte solche Auswüchse der letzten Zeit korrigieren und das Lohngefüge auf ein erträgliches Verhältnis festlegen. Gegner dieser Initiative malen nun in den düstersten Farben: Diese sei extrem und führe die Schweiz wirtschaftlich ins Verderben. «Extrem» ist aber tatsächlich die obgeschilderte gewaltige Öffnung der Lohnschere nach oben. Die ärgsten Missstände in dieser Hinsicht finden sich in einer Reihe von Grossunternehmungen. Unsere bewährten kleinen und mittleren Betriebe (KMU) sind von der Initiative kaum oder nur am Rande betroffen; eine bedeutende Zahl von KMU unterstützt denn auch das Volksbegehren. Im Grunde genommen sollte es doch selbstverständlich sein, dass Führungsleute in Betrieben und Ver-waltungseinheiten nicht um ein Mehrfaches höhere Gehälter als unsere Bundesräte beziehen; denn es kann kaum eine noch so fähige Berufsperson mehr leisten und mehr Verantwortung tragen als unsere höchsten Magistraten. Es ist eine alte Weisheit, dass ein zu grosses Auseinanderklaffen zwischen Arm und Reich den nationalen Zusammenhalt der Bevölkerung in einer Demokratie stark beeinträchtigt. Verschiedene Studien von gegnerischer Seite wollen glaubhaft machen, dass die Initiative 1:12 der schweizerischen Volkswirtschaft schade. Eine neutrale Untersuchung der Konjunkturforschungsstelle der ETH (KOF) kommt aber zum Schluss, dass sich bei einer Annahme der Initiative die positiven und negativen Auswirkungen auf die öffentlichen Finanzen fast die Waage halten. Eine Annahme des Volksbegehrens durch das Schweizervolk hätte zweifellos einen Signalcharakter für ganz Europa. Sie würde ferner einen wesentlichen Beitrag auf dem Weg zur sozialen Gerechtigkeit bedeuten.

Martin Bundi, ehem. Nationalrat

Kommentieren
Wir bitten um euer Verständnis, dass der Zugang zu den Kommentaren unseren Abonnenten vorbehalten ist. Registriere dich und erhalte Zugriff auf mehr Artikel oder erhalte unlimitierter Zugang zu allen Inhalten, indem du dich für eines unserer digitalen Abos entscheidest.
Könnte euch auch interessieren
Mehr zu MEHR